Österreichisches Arbeitsamt stoppt bereits erste Zahlungen. Neue Regeln für das Hinzuverdienen bei Arbeitslosigkeit überraschten Tausende Slowaken

Wien hat die Gesetzgebung so radikal verschärft, dass das bis vor kurzem beliebte Modell der Kombination von staatlicher Unterstützung mit geringfügigem Einkommen der Vergangenheit angehört. Zu Beginn des Sommers zeigen sich die vollen Auswirkungen der Reform, und die Behörden greifen kompromisslos auf die Gelder zu. Wer nicht auf die Details achtet, verliert alles.
Für Tausende von Menschen, die zur Arbeit ins benachbarte Österreich pendeln oder dort ihren Wohnsitz haben, war das Modell des sogenannten „Aufbesserungs“ zur Unterstützung ein bewährtes Sicherheitsnetz. Wenn jemand seinen Job verlor, zahlte das österreichische Arbeitsamt (AMS) ihm Arbeitslosengeld und gleichzeitig konnte er legal einige Stunden pro Woche im Rahmen einer sogenannten geringfügige Beschäftigung arbeiten. Dieser Mini-Job hatte eine klar festgelegte Obergrenze – beispielsweise lag sie im vergangenen Jahr bei 551,10 Euro brutto pro Monat – und nahm dem Menschen keinen Cent von der staatlichen Unterstützung.
Heute, zu Beginn des Juni 2026, ist die Realität jedoch diametral anders. Die gesetzgeberische Axt, die die österreichische Regierung zum 1. Januar dieses Jahres geschwungen hat, hat bereits die Phase der Übergangsfristen durchlaufen und zeigt ihr wahres Gesicht. Wir haben untersucht, wie sich die Situation entwickelt hat, warum die Behörden radikal Zahlungen einstellen und auf welche strengen Ausnahmen man sich berufen muss, wenn man nicht auf sein Einkommen verzichten möchte.
Erste Entscheidungen über die Einstellung von Zahlungen liegen vor
Obwohl monatelang über die Gesetzesänderung gesprochen wurde, tritt der eigentliche Schock erst jetzt ein, als das System die Übergangsfristen eingeholt hat und beginnt, reale Ablehnungen zu generieren. Nach unseren Informationen hat das AMS bereits die ersten endgültigen Entscheidungen getroffen, mit denen es den Leistungsempfängern rückwirkend oder sofort die Auszahlung von Unterstützung (Arbeitslosengeld) und Notstandshilfe (Notstandshilfe) eingestellt hat.
Der Grund ist pragmatisch. Der Staat hat sich entschieden, die Menschen zu einem schnelleren Wiedereinstieg in ein vollwertiges Arbeitsverhältnis zu motivieren und hat die Praxis gestoppt, bei der es für viele wirtschaftlich vorteilhafter war, staatliche Leistungen mit inoffiziellen oder offiziellen Mini-Jobs zu kombinieren. Für den normalen Menschen bedeutet das eines: Wenn Sie heute in Österreich Ihren Job verlieren, vergessen Sie automatisch, dass Sie während des Bezugs von Hunderten von Euro aus dem Sozialsystem ein paar Tage im Monat auf einer Baustelle, in einem Restaurant oder an der Kasse aushelfen können. Sobald Ihr Arbeitgeber Sie im System der Sozialversicherung als geringfügig Beschäftigten anmeldet, bewertet das AMS Sie als Person, die keinen Anspruch auf Unterstützung mehr hat.
Wer darf noch arbeiten? Nur ausgewählte Gruppen kommen durch das Sieb
Die neue Gesetzgebung ist jedoch keine absolute Mauer; sie lässt einen engen Korridor für Bevölkerungsgruppen, die auf dem Arbeitsmarkt nachweislich benachteiligt sind oder extrem strenge Bedingungen erfüllen. Wenn Sie nicht zu einer der folgenden sechs Kategorien gehören, ist das Hinzuverdienen für Sie illegal im Sinne des Verlusts von Leistungen.
Die erste Gruppe sind Menschen, die sich einen kleinen Nebenjob langfristig neben ihrer ursprünglichen Vollzeitbeschäftigung erhalten haben. Wenn Sie mindestens 26 Wochen ununterbrochen in Vollzeit gearbeitet haben und gleichzeitig einen kleinen Nebenjob hatten, können Sie nach der Kündigung Ihres Hauptjobs in diesem Nebenjob weitermachen. Es wird davon ausgegangen, dass diese Arbeit nicht Ihr neuer Zufluchtsort ist, sondern nur eine Fortsetzung aus der Vergangenheit.
Die zweite und dritte Kategorie sind Langzeitarbeitslose. Der Staat erlaubt ihnen, einen Mini-Job anzunehmen, jedoch mit strengen Einschränkungen. Eine Person muss mindestens 365 Tage beim Arbeitsamt gemeldet sein, um die Möglichkeit zu erhalten, sich etwas dazuzuverdienen – und das auch nur für einen Zeitraum von maximal 26 Wochen. Wenn Sie über 50 Jahre alt sind oder einen offiziellen Status als Person mit Behinderung haben, gilt diese 26-wöchige Frist nicht für Sie, aber die Bedingung der einjährigen vorherigen Arbeitslosigkeit bleibt bestehen.
Die vierte Gruppe bilden sogenannte Rückkehrer nach schweren gesundheitlichen Ausfällen. Menschen, die mindestens 52 Wochen krankgeschrieben oder in einem Rehabilitationsprogramm waren, können ein halbes Jahr zur schrittweisen Anpassung über eine Teilzeitbeschäftigung nutzen, ohne dass der Staat auf die finanzielle Unterstützung zugreift.
Die letzten beiden Ausnahmen beziehen sich auf Bildung unter der Aufsicht des Staates. Wenn Sie vom AMS in eine Umschulungsmaßnahme eingestuft werden, die länger als vier Monate dauert und eine Teilnahme von über 25 Stunden pro Woche erfordert (was beispielsweise typisch für Antragsteller auf ein Pflege-Stipendium ist), toleriert das System das Hinzuverdienen. Gleiches gilt für Bezieher von Stipendien für Mangelberufe (Fachkräftestipendium), bei denen die Stundenvergütung des Kurses nicht so hoch sein muss.
Zeitfallen und die unerbittliche Mathematik der Beamten
Die Analyse der neuen Regeln deckt auch versteckte gesetzgeberische Minen auf, auf die insbesondere uninformierte Ausländer zahlen. Das größte Risiko für Langzeitarbeitslose ist das sogenannte „Ein-Chance-Regel“. Die erwähnte Frist von 26 Wochen, während der ein langzeitarbeitsloser Mensch etwas dazuverdienen kann, beginnt unbarmherzig mit dem ersten Tag der Aufnahme in den Mini-Job zu laufen.
Wenn Sie diesen Job nach fünfzehn Wochen beenden – beispielsweise weil Ihnen der Chef oder das Team nicht gefallen hat – und annehmen, dass Sie die verbleibenden elf Wochen später in Anspruch nehmen können, liegen Sie falsch. Sobald Sie einmal aus diesem Zug ausgestiegen sind, können Sie bis zum Ende des aktuellen Arbeitslosigkeitszyklus nicht mehr in einen neuen Mini-Job neben der Unterstützung einsteigen. Der Rest der Frist verfällt.
Die Arbeiterkammern weisen zudem auf ein Phänomen hin, das im österreichischen Umfeld immer häufiger vorkommt – die sogenannten Einstiegsboni (Signing Bonus). Arbeitgeber bieten in dem Bestreben, Menschen zu gewinnen, eine einmalige finanzielle Injektion sofort bei Vertragsunterzeichnung an. Für eine Person, die Unterstützung erhält, kann dies jedoch ein Urteil über finanzielle Katastrophe sein. Das österreichische Sozialsystem rechnet diese Boni nämlich in die Bemessungsgrundlage für die Sozialversicherung in dem betreffenden Monat ein. Ergebnis? Ein hervorragender einmaliger Bonus katapultiert Sie sofort über die gesetzliche Obergrenze für geringfügige Beschäftigung, die österreichische Sozialversicherung stuft Sie als vollversicherte Person um und das AMS greift Ihnen rückwirkend auf die gesamte monatliche Arbeitslosengeldzahlung zu.
🚀 Všetky rozhovory na jednom mieste!
Máte tip pre Viedenčana? Pošlite nám ho!
Naším cieľom je prinášať vám relevantné a užitočné informácie zo života v Rakúsku. Zameriavame sa predovšetkým na Slovákov vo Viedni a celkovo na Slovákov v Rakúsku, ktorí si zvolili túto krajinu za svoj domov. Ak máte námet na článok, dôležitú informáciu, príbeh z praxe, alebo sa chcete podeliť o svoje skúsenosti s prácou či životom v Rakúsku, neváhajte sa s nami spojiť! Vaše tipy sú pre nás cenné a pomáhajú nám tvoriť obsah, ktorý skutočne zaujíma a pomáha našim čitateľom.
Napíšte nám na redakcia@viedencan.at alebo použite WhatsApp na čísle +43 660 6098140. Tešíme sa na vaše správy!
Páčil sa Vám článok?
Tvorba a aktualizácia obsahu na Viedenčanovi si vyžaduje veľa hodín rešeršovania a písania. Podporte našu prácu pri tvorbe obsahu pre Slovákov v Rakúsku kúpou predplatného. Každá podpora nás motivuje pokračovať ďalej. Ďakujeme! ❤️ S pozdravom Boris, Eva a Janka – Viedencan.at
Tri flexibilné cesty k podpore
Pre našich verných čitateľov sme pripravili Viedenčan+ – prémiovú službu pre čítanie bez kompromisov.
Rok bez reklám (9,99 €):
Nerušené čítanie: Obsah bez komerčných plôch a sponzorovaných odkazov. Sústreďte sa len na to podstatné.
Mesačné predplatné (3,99 €):
Štandardná mesačná platba ponúka plný prístup ku všetkým výhodám. Tento balík neobsahuje žiadnu viazanosť a predplatiteľ ho môže kedykoľvek jednoducho zrušiť v nastaveniach svojho účtu.
Ročné predplatné (29,90 €):
Kupón SEPTEMBER2026: Zľava až 30 % na ročné predplatné!
✅ Čítanie bez reklám: Už žiadne bannery ani vyskakovacie okná. Sústreďte sa len na obsah.
🔒 Neobmedzený prístup: Odomknite všetky uzamknuté prémiové a archívne články.
📰 Exkluzívny obsah: Čítajte vybraný nový obsah skôr, ako bude prístupný pre verejnosť.
❤️ Priama podpora: Pomôžte nám budovať silnú a nezávislú redakciu.
Viac o predplatnom nájdete tu: https://viedencan.at/plus/, alebo tu: Viedenčan+: Nová možnosť, ako nás podporiť
Verwendete Quellen:
Foto: https://www.pexels.com/de-de/foto/hand-holzern-festhalten-halten-11618965/












