Österreichischer „Tabakschock": Zigarettenpreise erreichen historische Höchststände

Raucher in Österreich müssen seit Anfang Februar 2026 wieder tiefer in die Tasche greifen. Nach der Preiserhöhung im Januar, die vom Konzern Japan Tobacco International (JTI) ausgelöst wurde, hat sich auch der zweite Tabakgigant – Philip Morris – an die Preiserhöhung angeschlossen. Hauptmotor dieses Anstiegs ist die geplante Erhöhung der Tabaksteuer, doch neu ist, dass die staatliche Regulierung auch Segmente betrifft, die bisher „außerhalb des Mainstreams“ lagen: E-Zigaretten und Nikotinpouches.
Seit dem 2. Februar 2026 gelten die neuen Preisliste von Philip Morris, was für den österreichischen Markt einen wichtigen psychologischen Meilenstein darstellt. Die meistverkaufte Marke Marlboro hat erstmals offiziell die Grenze von 7,00 EUR pro Schachtel erreicht. Obwohl dies eine Erhöhung um 10 Cent im Vergleich zum vorherigen Preis darstellt, ist es in Kombination mit den Anpassungen des Vorjahres ein spürbarer Sprung. Die Änderungen betreffen jedoch nicht nur die Premiumklasse. Die beliebte Marke Chesterfield kostet in den klassischen Varianten nun 6,40 EUR, was einem Anstieg von 20 Cent entspricht. Die Marke Philip Morris (White/Supreme) ist auf 6,50 EUR gestiegen. Der Hersteller reagiert gleichzeitig auf den Markt, indem er neue, größere Verpackungen einführt, die den Verbrauchern optisch den Preisanstieg kompensieren sollen, obwohl deren Preis bereits die Grenze von zehn Euro erreicht. Beispielsweise kosten die neuen Verpackungen Marlboro 24s 8,00 EUR und „Ultra“-Verpackungen wie Marlboro 31s oder L&M 32s werden für genau 10,00 EUR verkauft.
Übersicht der Änderungen bei ausgewählten Marken
Neben dem erwähnten Konzern Philip Morris haben auch andere Marktteilnehmer die Preise angepasst. Marken wie Camel (Blue/Yellow) liegen bei 6,80 EUR, was einem Anstieg von 30 Cent entspricht. Ähnlich verhält es sich mit den Zigaretten Gauloises Blondes, die nun 6,60 EUR kosten. Günstigere Alternativen wie JPS (Just Red/Blue) haben sich auf 6,40 EUR erhöht und die Marke Winston in der Variante L 24 ist auf 7,40 EUR gestiegen. Auch die Tabakfüllungen für erhitzten Tabak (Heets) sind leicht teurer geworden und kosten nun 6,30 EUR.
Steuern als Hauptschuldiger
Das österreichische Finanzministerium erwartet, dass die Erhöhung der Tabaksteuer im Jahr 2026 zusätzliche rund 100 Millionen Euro in die Staatskasse bringen wird. Der feste Teil der Steuer wurde von 83,50 EUR auf 85,50 EUR pro 1.000 Stück erhöht, während der variable Teil (32 % des Preises) vorerst stabil bleibt. Insgesamt machen die Steuern in Österreich bis zu 74 % bis 77 % des Endpreises einer Schachtel Zigaretten aus. Die Regierung verteidigt diesen Schritt nicht nur aus haushaltspolitischen Gründen, sondern auch aus dem Bestreben, die öffentliche Gesundheit zu schützen. Hohe Zigarettenpreise sollen laut Experten insbesondere junge Menschen davon abhalten, mit diesem Laster zu beginnen. Auf der anderen Seite gibt es Bedenken hinsichtlich des Wachstums des Schwarzmarktes und des Einkaufstourismus in Nachbarländer wie die Slowakei oder Ungarn, wo die Tabakpreise weiterhin niedriger sind.
Das Ende des „Steueroasen“ für E-Zigaretten und Pouches
Die größte Revolution im österreichischen Tabakgesetz für 2026 ist jedoch die Ausweitung des Tabakmonopols und der Steuer auf alternative Produkte. Nikotinpouches: Diese Produkte befanden sich lange in der „grauen Zone“. Ab April 2026 unterliegen sie jedoch der offiziellen Tabaksteuer und ihr Verkauf wird ausschließlich auf lizenzierte Trafiken (Trafik) beschränkt. E-Liquids: Die Nachfüllungen für E-Zigaretten (mit und ohne Nikotin) werden künftig mit 200 EUR pro Liter besteuert, was bei einer üblichen 10-ml-Flasche einen Preisanstieg von etwa 2 Euro bedeutet.
Verbot von Einweg-E-Zigaretten: Die Regierung hat zudem den Plan bestätigt, den Verkauf von Einweg-E-Zigaretten bis Ende 2026 vollständig zu verbieten, insbesondere aus ökologischen Gründen.
Tabakmonopole und Trafiken
In Österreich gibt es ein System des Tabakmonopols, bei dem Lizenzen für den Verkauf vorrangig an Personen mit Behinderungen vergeben werden. Die Ausweitung des Monopols auf Nikotinpouches und E-Zigaretten zielt darauf ab, die Einnahmen dieser kleinen Unternehmer zu schützen. Dies ist eine Reaktion auf die Tatsache, dass das Volumen der verkauften klassischen Zigaretten in Österreich im vergangenen Jahr um mehr als 4 % gesunken ist.
Das Jahr 2026 wird für österreichische Tabakkonsumenten entscheidend sein. Die Preispolitik des Staates zielt eindeutig darauf ab, das Rauchen zu einem Luxusgut zu machen. Bis 2028 wird erwartet, dass der durchschnittliche Preis für eine Schachtel Zigaretten 8,00 EUR erreichen wird. Für Slowaken, die zur Arbeit nach Österreich pendeln, bedeutet dies, dass der Preisunterschied für eine Schachtel im Vergleich zur Heimat mehr als 1,50 EUR zugunsten der Slowakei betragen kann.
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Quellen: Trafikantenzeitung.at (01/2026): „Die neuen Zigarettenpreise 2026 – Alle Marken im Überblick“, Heute.at (02/2026): „Schon wieder! Diese Zigaretten werden jetzt teurer“, Parlament.gv.at: „Novelle des Tabaksteuergesetzes 2026″ Foto: https://images.pexels.com/photos/1799989/pexels-photo-1799989.jpeg












