Meine Erfahrung mit starkem Akzent

Der Besuch der Patientenakademie an der Wiener AKH versprach einen interessanten Einblick in die Welt der Kardiologie, moderne Medikamente und praktische Ratschläge für Patienten. Die fachliche Ausführung über das Herz als „Zentrum des Orchesters“ und die lebhafte Diskussion der Senioren blieben jedoch letztendlich im Schatten einer anderen, unerwarteten Erkenntnis. Die Veranstaltung zeigte, dass selbst die beste Absicht der Gesundheitsdienstleister nicht fruchten kann, wenn das Grundlegendste versagt – verständliche Kommunikation.
Vor kurzem hatte ich die Möglichkeit, die „Patientenakademie“ zum Thema: Herzrhythmusstörungen zu besuchen. Die Universitätsklinik AKH-Kardiologie organisiert Vorträge für ihre Patienten und deren Angehörige zu Themen wie Herz, Krankheiten und möglichen Therapieansätzen: von Medikamenten bis hin zu Operationen. Die Ausführungen waren mit praktischen Demonstrationen der Ersten Hilfe verbunden, einschließlich des Umgangs mit einem Defibrillator. Wir erfuhren, wie man ihn „in Betrieb nimmt“, wobei das Gerät selbst Anweisungen gibt, sodass man keine Angst haben muss. Teil der Veranstaltung waren auch Sitzübungen zur Stärkung der Herzfunktion und beruhigendes Atmen in Notfallsituationen.
Das Wort erhielt auch eine Diabetologin zusammen mit einer Pharmazeutin, die interessant die Verbindung zwischen Herzmedikamenten und Ernährung erklärten – was man einschränken oder ganz vermeiden sollte.
Das Herz als Orchester und die Experimente der Patienten
Der anwesende Arzt nannte das Herz das Zentrum des Orchesters; falsche Töne beginnen unbemerkt, es zu verderben, zu zerstören, und das Ergebnis sind Herzkrankheiten. Die Wissenschaft hat sich in der Medikamentenentwicklung rasant weiterentwickelt. Beispielsweise sind Blutverdünner heute sicherer als das den Generationen bekannte Marcoumar. Was ist jedoch für die Patienten am wichtigsten? Ein gesunder Lebensstil, Alkohol und Nikotin zu reduzieren und Bewegung – nichts Neues unter der Sonne.
Der Saal war mit älteren Menschen gefüllt, die sich in den vorgestellten Medikamenten auskannten. Sie tauschten lebhaft Erfahrungen aus, wann man was nehmen und wann man absetzen sollte. Der Arzt beobachtete pragmatisch die Gespräche und vergaß am Ende nicht zu betonen, dass alle Änderungen in der Medikation mit den Ärzten besprochen werden sollten. Ein älterer Mann verriet, wie er mit seinen Medikamenten experimentiert und manchmal etwas absetzt, bevor er den Arzt informiert. Ein Verhalten, das nicht ohne Folgen bleiben muss.
Wenn die Sprachbarriere die Fachkompetenz übertönt
Während des Vortrags beteiligte sich häufig eine der anwesenden Krankenschwestern an der Diskussion. An ihrem Akzent und Aussehen war klar, dass die Frau mittleren Alters einen Migrationshintergrund aus Asien hat. Später hatte die Schwester einen eigenen Teil im Programm. Patienten mit Hörgeräten hatten Schwierigkeiten, der Schwester zu folgen, und fragten ständig nach. Die Frau hatte eine sehr schwere Aussprache, und ich bemerkte nach ein paar Minuten, wie anstrengend es für mich war, mich ganz auf ihren Vortrag zu konzentrieren. Als sie gelegentlich ein paar Ausdrücke auf Englisch verwendete, verstand ich aufgrund der Aussprache überhaupt nichts mehr. Die älteren Menschen neben mir begannen leise, ihre Unzufriedenheit auszudrücken, sie verstanden einfach nicht. Die Vortragende wurde immer nervöser und wiederholte das Wort „wichtigste“, was nicht in den Kontext passte.
Im Saal wurden viele aufmerksam und begannen, nur das Wort „wichtigste“ wahrzunehmen und zu zählen, wie oft es erwähnt wurde. Der Inhalt des Vortrags interessierte niemanden mehr. Der Arzt versuchte in der Not, der Schwester durch Paraphrasieren zu helfen, leider zu spät.
Die Veranstaltung, zu der viele Interessierte gekommen waren, endete mit einem bitteren Gefühl und für mich einer Lehre. In Österreich ist es notwendig, grammatikalisch korrekt Deutsch zu sprechen und eine gute Aussprache zu haben, damit jeder Mensch, egal woher er kommt, vor der Öffentlichkeit bestehen kann.
Ihre Jana
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