Drama in einer Wiener Bar: Wie Alkohol gefährliche Geheimnisse des Lebens ohne Papiere offenbarte

Das regelmäßige und lange geplante Treffen von drei langjährigen Freundinnen in Wien sollte voller Nostalgie und angenehmer Erinnerungen sein. Stattdessen verwandelte es sich jedoch aufgrund von Alkohol, Hitze und versteckten Frustrationen in einen dramatischen Vorfall, der die harte Realität des Lebens mit einem Partner ohne Papiere, der schwarz arbeitet, offenbarte.

Ein heißer Sommerabend am Samstag bot sich geradezu an für das lange geplante Treffen der drei Landsfrauen. Seit Jahren treffen sie sich „aus Nostalgie“ regelmäßig in einer Bar am Rande Wiens. Vor mehr als 20 Jahren lebten die drei Frauen mehrere Jahre in einer gemeinsamen Mietwohnung in der Nähe der Bar und haben viel zu erzählen. Alkohol und Hitze verwandelten das angenehme Treffen in Sekundenschnelle in eine gefährliche Situation. Den Frauen blieb nichts anderes übrig, als ihre Partner einzupacken und mit dem Taxi in die Sicherheit ihrer Wohnungen zu verschwinden.

Zwei der Frauen arbeiten im sozialen Bereich, haben jugendliche Kinder und Ehemänner, die mit ihren europäischen Pässen ein ganz normales Leben von Einwanderern in Wien garantieren. Die dritte Freundin ist seit Jahren in Partnerschaften mit Männern, die aus dem Balkan stammen und für die Arbeit ein Visum und die damit verbundene Arbeitserlaubnis benötigen. In den letzten Jahren hat die dritte Frau in der Gruppe mehrmals finanziell „gebrannt“, indem sie Männer unterstützte, die mit dem Geld verschwanden und einer hinterließ sogar unbezahlte Rechnungen. Männer vom „Balkan“ können legal in die EU einreisen und dürfen hier für 90 Tage bleiben, dürfen jedoch nicht arbeiten.

Leben am Rande des Gesetzes in Wien

Der Partner der dritten Frau lebt seit zwei Jahren in Wien, geht immer mal wieder nach Hause und kommt dann zurück. Er arbeitet schwarz auf Baustellen und setzt sich täglich der Gefahr aus, erwischt und nach Hause eskortiert zu werden. Die Finanzpolizei überprüft regelmäßig ohne Vorankündigung im „Überfallmodus“ große und kleine Baustellen zusammen mit Vertretern der Sozialversicherung und des Finanzamts. Ganz zu schweigen von dem Risiko eines Unfalls, eines Sturzes von einem Gerüst oder einer Fraktur, die in einem solchen Fall ohne Krankenversicherung finanziell belastend ist.

Beide alten Freundinnen überzeugen die dritte im Kreis, dass sie legale Beschäftigungsformen suchen soll, auch wenn es als Selbständige ist. Der junge Mann, etwas jünger als seine Partnerin, hat keine Sprachkenntnisse in Deutsch und verlässt sich darauf, dass er vorsichtig ist und ihm nichts passiert. Niemand der Anwesenden kann sich wirklich in die Probleme eines Mannes ohne Papiere hineinversetzen. Er hat keine spezielle Ausbildung oder ein Studium abgeschlossen, das ihm einen leichteren Zugang zum Arbeitsmarkt in Österreich ermöglichen würde. Der Mann kann nur Hilfsarbeiten machen, ähnlich wie seine Partnerin, der ebenfalls die Sprachkenntnisse in Deutsch fehlen. Die Dilemma beider Beteiligten ist offensichtlich. Beide geben während des Abends vor, eine himmlische Liebe zu haben.

Sie schäkern wie Turteltauben, doch der Mann wird immer wieder von spürbarer Nervosität ergriffen. Er hört zu und kontrolliert, was seine Freundin sagt, um ja nichts zu verraten. Der ruhige Abend wird allmählich „dicht“. Die Freunde lachen nicht, scherzen nicht miteinander, sie reden buchstäblich über das Wetter. Hier und da erwähnt jemand den Urlaub. Alle im Kreis träumen von den Stränden in Kroatien. Die Männer trinken trotz der Hitze Bier mit Wodka und bezahlen sich gegenseitig Runden.

Wenn Alkohol aufgestaute Frustration offenbart

Nach zwei Stunden sind die starken Männer offensichtlich gesellschaftlich erschöpft. Der Mann ohne Papiere kann die Gedanken der „Legalen“ im Kreis nicht mehr ertragen. Sein ganzer Körper ist angespannt, und als seine Freundin länger nicht von der Toilette zurückkommt, wo sie in der Schlange stehen musste, platzt er beim Rückkehr. Er beginnt ihr vorzuwerfen, dass sie an der Toilette mit fremden Männern geflirtet hat. Sie suche sich einen Ersatz für ihn! In ein paar Tagen muss der Mann wegen der 90-Tage-Frist für einige Wochen nach Hause reisen. Der Alkohol ist ihm sichtbar zu Kopf gestiegen.

In der Bar begann er zu schreien, drohte einem der anwesenden Männer mit einer Schlägerei. Auch andere Gäste der Bar mischten sich in das Problem ein. Beleidigungen wechselten sich mit Drohungen ab, und die Freundinnen „rahmten“ sofort den Mann ohne Papiere aus der Bar. Die Gäste wollten die Polizei rufen. Der Mann wollte nicht gehen, reagierte nervös auf seine Partnerin und ihre Freundinnen und floh schließlich, wie er sagte, nach Hause.

Enttäuschte Freundinnen rieten der dritten, ob sie so einen Skandal nötig habe. Laut ihren Aussagen war es das erste Mal, dass der Mann den Alkoholkonsum nicht im Griff hatte und aggressiv war. Die Frauen tauschten nur knappe Informationen aus, und zwei mit ihren Ehemännern in einem Zustand der Trunkenheit verschwanden schnell mit Taxis nach Hause. Ein unangenehmes und unerwartetes Ende des Abends für die drei „alten Freundinnen“.

Die Frauen einigten sich schnell darauf, dass sie sich bald wieder treffen, diesmal bei Kaffee, um zu analysieren, was passiert ist. Vor allem wollen sie eine Lösung für die schwierige Situation der dritten Frau finden. Die Zeit wird die Gefühle der beiden ungleichen Menschen prüfen. Die Frau mit dem problematischen Partner schloss ihr Dilemma mit den Worten ab: Ich weiß, wie er ist, das war das erste Mal und ich bin lieber mit ihm zusammen, als mir wieder etwas Neues zu suchen. Er wird sich von dem Rausch erholen und wir werden sehen, was die Zukunft bringt. Ein Ausweg aus der Situation wäre auch die Ehe, aber die Frau schiebt diese Form der Legalisierung auf die ganz schlechteste Zeit.

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Verwendete Quellen:

Illustrationsfoto: https://www.pexels.com/de-de/foto/person-alkohol-bar-glas-5858056/

Autor: Jana Graff-Löwbeer

Mail: jana.graff@viedencan.at