Wie überlebt man extreme Sommer in der Großstadt? Mütter in Wien suchen Schatten und Lösungen

Während der extremen Hitze in der aufgeheizten Stadt Wien beschäftigen sich täglich Hunderte von Eltern und Großeltern mit der Frage: Was tun mit den in den Ferien befindlichen Kindern am Nachmittag, nach dem Kindergarten oder der Sommerschule? Jeden Tag ins Schwimmbad im heißen U-Bahn-System zu gehen, wollen wir nicht, also bleibt nur der Rückzug nach drinnen – in einen Indoor-Spielbereich mit dem Lärm von Kindern und Begegnungen verschiedener Kulturen auf kleinem Raum.
Ich verbringe regelmäßig meine Freizeit mit meiner Enkelin und vor ein paar Tagen war ich verzweifelt, wohin ich gehen sollte, ohne zu überhitzen. Am Nachmittag um drei Uhr lag die Temperatur im Schatten über vierzig Grad. Von Schatten auf den Gehwegen kann man an manchen Orten nur träumen. Meine dreijährige Enkelin zeigte mir begeistert den Spielplatz im Kindergarten, wo die Kinder vormittags in kleinen Becken planschen. Ab elf Uhr ist es dort jedoch so heiß, dass der Kindergarten gezwungen ist, in die Klassenräume zu flüchten. Am Nachmittag auf den Spielplatz zu gehen, ist buchstäblich gefährlich. Rutschen aus Metall können Kinder ernsthaft verbrennen, weshalb der Bereich geschlossen ist.
Auch die städtische Verkehrsmittel „überhitzen“ bei der Hitze, und ein Teil der U-Bahn fuhr wegen überhitzter Gleise nicht. Uns blieben nicht viele Optionen, wir steuerten den nächstgelegenen Indoor-Spielpark an. Der Park war voll von Kindern verschiedener Altersgruppen. Wir wählten den Bereich für die kleinsten Kinder bis drei Jahre. Auf einem kleinen Stück saßen Mütter in Shorts und Tops neben Frauen, die von Kopf bis Fuß verhüllt waren, und beobachteten ihre Sprösslinge. Ein Bild der Großstadt, in der Mütter verschiedener Ethnien eng beieinander leben. Neben Deutsch hörte man Polnisch, Serbokroatisch, Englisch, Russisch und Arabisch. Die Kinder kletterten auf die Spielgeräte, rutschten und die Mütter kommunizierten untereinander. Ein kleiner Ort des Friedens in unsicheren Zeiten.
Erfahrungen der Mütter und Herausforderungen für die Zukunft
Ich schloss mich der Diskussion an und wir waren uns alle einig, dass in Zukunft von Seiten der Politiker und der Stadt Wien mehr Geld in Oasen gegen die Hitze investiert werden muss. Die Mütter waren sich einig, dass der Eintrittspreis für zwei Personen (Kinder bis 3 Jahre kostenlos) von über 12 € viel zu hoch ist, dazu kommen noch die Kosten für Eis oder Getränke, was für Familien mit Kindern „teuerer Spaß“ ist. Viele Frauen sagten mir, dass sie in den Spielpark nur gehen, wenn es draußen wirklich nicht mehr geht. Sie rieten mir, die „alten Parks“ wie den Türkenschatzpark oder den Währingerpark zu besuchen, wo es große Bäume und Schatten gibt.
Wir diskutierten auch über die Kinderfreibäder, die tatsächlich eine hervorragende Möglichkeit für Kinder bieten, kostenlos zu schwimmen, auch im Stadtzentrum, wie zum Beispiel in der Thaliastraße in Wien. Dort ist das Kinderfreibad etwa 200 Meter von der U-Bahn entfernt. Mütter mit kleinen Kindern argumentierten, dass vormittags die Kindergärten im Freibad sind und die Plätze überfüllt sind, nachmittags kommen Gruppen größerer Kinder, die nicht auf die kleinen, wasserhungrigen Schwimmer achten, und es ist nicht weit zu verbalen Auseinandersetzungen und Streitereien. Eine der Mütter schlug den Besuch von Museen vor, zum Beispiel des Technischen Museums, wo es viele Attraktionen für Kinder unterschiedlichen Alters gibt.
Gemeinsam waren wir uns einig, dass der Sommer in diesem Jahr und auch die kommenden Jahre sicherlich ähnlich heiß sein werden. Uns bleibt nur, uns dem Wetter anzupassen. Haushalte mit Klimaanlagen auszustatten, Außenjalousien anzubringen und wo immer möglich, in der Stadt Nebelinseln mit Wasser zur Abkühlung des erhitzten Körpers zu installieren. Wien ist eine besondere Stadt, an vielen Orten im öffentlichen Raum kann man kostenlos Wasser direkt aus dem Wasserhahn trinken.
Die österreichische Hauptstadt hat viele gute Freibäder. Die Donauinsel wird voll genutzt, vielleicht wäre es gut, mehr „Kinderinseln“ mit Schatten zu schaffen, damit viele Kinder kostenlos dorthin gehen können. Es gibt Pläne, Vorschläge müssen eingereicht werden und es ist an der Zeit, sich ernsthaft mit dem Klimawandel zu beschäftigen. Er ist da und wir müssen uns ihm unterordnen. Das Erbe unserer Vorfahren kehrt gnadenlos in Form unerträglicher Hitze und milder Winter zu uns zurück.
Was sollte Ihrer Meinung nach jetzt und in Zukunft in Wien gegen die Hitze unternommen werden?
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Illustrationsfoto: https://www.pexels.com/de-de/foto/sonnenuntergang-person-silhouette-reflektierung-11977670/
Autor: Jana Graff-Löwbeer
Mail: jana.graff@viedencan.at












