Rechnung über 150 Euro für eine einzige Füllung. Wachsende Wut der Patienten hat endlich Druck auf Veränderungen erzeugt

Der Besuch beim Zahnarzt verwandelt sich für viele in einen finanziellen Albtraum. Der erwartete Routineeingriff endet mit einer Überraschung in Form einer hohen Rechnung. Grund dafür ist ein langanhaltender Streit zwischen der Krankenkasse und der Kammer der Zahnärzte, dessen Ergebnis ist, dass moderne und qualitativ hochwertige weiße Füllungen keine standardmäßig erstattete Leistung sind. Die Patienten müssen somit für die Pattsituation zahlen, und ihre Wut wächst. In den Fall hat sich scharf die Arbeiterkammer Oberösterreich (AK) eingeschaltet, die ein sofortiges Ende dieser Praxis fordert.

Die Statistiken sind unerbittlich und bestätigen, was viele am eigenen Leib spüren. Die privaten Ausgaben für Gesundheitsversorgung, also Zahlungen direkt aus der Tasche, erreichten in Österreich im vergangenen Jahr alarmierende 23,7 Prozent. Und dieser Trend beschleunigt sich – zwischen 2023 und 2024 stiegen diese Zuzahlungen um fast ein Zehntel (9,8 %).

Nirgendwo ist dies so deutlich zu spüren wie in Zahnarztpraxen. Etwa die Hälfte aller Ausgaben für ambulante zahnärztliche Versorgung stammt aus privaten Quellen. Eine moderne, composite Füllung, die im 21. Jahrhundert als gängiger Standard gilt, wird somit für viele zu einem Luxus, den sie sich hart erarbeiten müssen.

Geschichten aus der Praxis illustrieren die Absurdität der Situation. „An unsere Kammer wenden sich Dutzende verärgerte Mitglieder. Wir hatten einen Fall, bei dem der Patient erst nach der Behandlung informiert wurde, dass er für eine einzige Füllung 150 Euro zahlen muss,“ beschreibt die Praxis der Präsident der Arbeiterkammer Oberösterreich, Andreas Stangl. Gerade die Intransparenz und Unvorhersehbarkeit der Kosten frustriert die Menschen am meisten.

Tickende Zeitbombe namens Amalgam

Das gesamte Problem eskaliert zudem aufgrund des Drucks der Europäischen Union, die auf ein vollständiges Verbot der Verwendung von amalgamhaltigen Füllungen mit Quecksilber hinarbeitet. Obwohl dieser Schritt aus Sicht des Gesundheitsschutzes und des Umweltschutzes richtig ist, wird er für das österreichische System zur tickenden Zeitbombe. Ohne eine Einigung über die Finanzierung amalgamfreier Alternativen werden Tausende Patienten in eine Falle geraten – die alte Möglichkeit wird es nicht mehr geben und die neue wird für sie finanziell unerschwinglich sein.

Das Ausmaß des Problems ist massiv. Laut Daten der Arbeiterkammer sind allein im Bundesland Oberösterreich jährlich etwa 300.000 zahnärztliche Füllungen erforderlich. Wenn diese Zahl auf nationaler Ebene umgerechnet und mit möglichen Zuzahlungen multipliziert wird, handelt es sich um Hunderte Millionen Euro, die jährlich vom öffentlichen System auf die Schultern der Einzelnen verlagert werden.

„Dieses ständige Hin- und Herwerfen der Verantwortung zwischen der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) und der Österreichischen Zahnärztekammer (ÖZÄK) auf Kosten der Versicherten muss sofort enden. Qualitätsvolle und gesundheitlich unbedenkliche zahnärztliche Füllungen müssen eine standardmäßige, voll erstattete kassenleistung (Leistung, die von der Versicherung übernommen wird) sein,“ erklärte Stangl entschieden.

Die Arbeiterkammer stellt klare Forderungen

Die Vertreter der Arbeitnehmer- und Patientenrechte verlieren bereits die Geduld und legen konkrete Lösungsvorschläge vor. Ihre Forderungen richten sich an beide Parteien des Streits, appellieren jedoch vor allem an die gesellschaftliche Verantwortung.

Der erste und wichtigste Punkt ist eine schnelle und gerechte Einigung über die volle Erstattung qualitativ hochwertiger Füllungen. Ziel ist es, sicherzustellen, dass alle Versicherten Zugang zu moderner und erschwinglicher zahnärztlicher Versorgung haben, unabhängig von der Dicke ihres Geldbeutels.

Der zweite Punkt richtet sich direkt an die Zahnärzte. Die Kammer fordert sie auf, sich ihrer Verantwortung für die öffentliche Gesundheit und die Gesellschaft bewusst zu werden. „Zahnärzte müssen sich ihrer Verantwortung für die Versorgung bewusst sein und diese über Gewinninteressen stellen,“ fügt Stangl hinzu. Der Appell zielt auf die ethische Dimension des Berufs, der in erster Linie ein Dienst am Patienten sein sollte.

Der dritte, sehr konkrete Vorschlag ist eine massive Erweiterung der Kapazitäten der eigenen Gesundheitszentren der ÖGK. Diese Einrichtungen fungieren bereits heute als positives Beispiel. Patienten erhalten dort moderne weiße Füllungen ohne jegliche Zuzahlungen, die vollständig aus ihrer Versicherung gedeckt sind. Eine Erweiterung dieses Netzwerks würde ein gesundes Wettbewerbsumfeld schaffen und gleichzeitig sofortige und erschwingliche Alternativen für Tausende von Menschen bieten, die sich teure private Behandlungen nicht leisten können.

Der Streit um zahnärztliche Füllungen offenbart somit ein tieferes Problem im österreichischen Gesundheitswesen. Solange sich die Institutionen nicht einigen können, zahlen diejenigen, die das gesamte System über ihre Abgaben finanzieren – die normalen Menschen. Die Forderung ist dabei einfach: Der Zugang zu grundlegender Gesundheitsversorgung, zu der zweifellos auch moderne Füllungen gehören, darf kein Luxus, sondern ein selbstverständliches Recht sein.

🚀 Všetky rozhovory na jednom mieste!

Máte tip pre Viedenčana? Pošlite nám ho!

Naším cieľom je prinášať vám relevantné a užitočné informácie zo života v Rakúsku. Zameriavame sa predovšetkým na Slovákov vo Viedni a celkovo na Slovákov v Rakúsku, ktorí si zvolili túto krajinu za svoj domov. Ak máte námet na článok, dôležitú informáciu, príbeh z praxe, alebo sa chcete podeliť o svoje skúsenosti s prácou či životom v Rakúsku, neváhajte sa s nami spojiť! Vaše tipy sú pre nás cenné a pomáhajú nám tvoriť obsah, ktorý skutočne zaujíma a pomáha našim čitateľom.

Napíšte nám na redakcia@viedencan.at alebo použite WhatsApp na čísle +43 660 6098140. Tešíme sa na vaše správy!

Páčil sa Vám článok?

Tvorba a aktualizácia obsahu na Viedenčanovi si vyžaduje veľa hodín rešeršovania a písania. Podporte našu prácu pri tvorbe obsahu pre Slovákov v Rakúsku kúpou predplatného. Každá podpora nás motivuje pokračovať ďalej. Ďakujeme! ❤️ S pozdravom Boris, Eva a Janka – Viedencan.at

Tri flexibilné cesty k podpore

Pre našich verných čitateľov sme pripravili Viedenčan+ – prémiovú službu pre čítanie bez kompromisov.

Rok bez reklám (9,99 €):

Nerušené čítanie: Obsah bez komerčných plôch a sponzorovaných odkazov. Sústreďte sa len na to podstatné.

Mesačné predplatné (3,99 €):

Štandardná mesačná platba ponúka plný prístup ku všetkým výhodám. Tento balík neobsahuje žiadnu viazanosť a predplatiteľ ho môže kedykoľvek jednoducho zrušiť v nastaveniach svojho účtu.

Ročné predplatné (29,90 €):

Kupón OKTOBER: Zľava až 50 % na ročné predplatné!

✅ Čítanie bez reklám: Už žiadne bannery ani vyskakovacie okná. Sústreďte sa len na obsah.

🔒 Neobmedzený prístup: Odomknite všetky uzamknuté prémiové a archívne články.

📰 Exkluzívny obsah: Čítajte vybraný nový obsah skôr, ako bude prístupný pre verejnosť.

❤️ Priama podpora: Pomôžte nám budovať silnú a nezávislú redakciu.

Viac o predplatnom nájdete tu: https://viedencan.at/plus/, alebo tu: Viedenčan+: Nová možnosť, ako nás podporiť

Quelle: https://ooe.arbeiterkammer.at/service/presse/Zahnfuellungen-muessen-eine-Kassenleistung-sein.html Foto: https://images.pexels.com/photos/3779709/pexels-photo-3779709.jpeg