Der Staat erstattet im Durchschnitt 1.000 Euro. Warum es sich in diesem Jahr in Österreich lohnt, nicht auf die Automatik zu warten?

In einer Zeit, in der die Inflation in der Eurozone allmählich zurückgeht, die Auswirkungen jedoch weiterhin an den Preisschildern in den Geschäften zu sehen sind, wird das österreichische Steuersystem für Tausende von Slowaken, die im Ausland arbeiten, zu einem entscheidenden Instrument zur Sanierung der Familienbudgets. Österreich hat im Jahr 2025 die Mechanismen vollständig aktiviert, die darauf abzielen, die Auswirkungen der Teuerung auf die Arbeitnehmer zu mildern. Während in der Vergangenheit einige Boni über Jahre hinweg fix waren, kommt heute die sogenannte Valorisierung ins Spiel, die die Steuergrenzen automatisch anhebt und die Erleichterungen erhöht.

Wenn Sie in Wien, Graz oder auf einer Baustelle im Burgenland arbeiten, haben Sie wahrscheinlich schon von der Summe von 1.000 Euro gehört. Das ist kein Marketingtrick von Steuerberatern, sondern der statistische Durchschnitt der Rückerstattung pro Steuerpflichtigem. Viele Slowaken verlassen sich jedoch trotzdem auf die sogenannte antragslose Veranlagung – also den Moment, in dem der Staat automatisch Geld für sie überweist. Das ist jedoch der sicherste Weg, um Hunderte von Euro zu verlieren, von denen das österreichische Finanzamt (Steuerbehörde) einfach nichts weiß.

Valorisierung: Der Staat kämpft gegen die „stille Steuer“

Österreich hat in letzter Zeit einen grundlegenden Schritt gemacht – die sogenannte „kalte Progression“ wurde abgeschafft. In der Praxis bedeutet das, dass Sie nicht automatisch in eine höhere Steuerklasse fallen, wenn Ihr Arbeitgeber Ihr Gehalt um die Inflation erhöht, was Ihnen diesen Anstieg sofort wieder entziehen würde. Die Steuerklassen werden nach oben verschoben, was in Kombination mit erhöhten Boni Spielraum für rekordverdächtige Rückerstattungen gerade in diesem Jahr schafft.

Familie als Priorität: Von Kinderboni bis Unterstützung für Geringverdiener

Die größten Beträge in der österreichischen Steuererklärung (Arbeitnehmerveranlagung) drehen sich traditionell um Kinder. Der Familienbonus Plus bleibt das Flaggschiff des dortigen Sozialsystems. Es handelt sich um einen direkten Steuerabzug, nicht nur um eine Reduzierung des Steuergrundbetrags. Wenn Sie ein Kind unter 18 Jahren haben, ist der Betrag, den der Staat Ihnen zurückerstatten kann, erheblich. Nach Erreichen der Volljährigkeit, wenn das Kind weiterhin studiert und Sie Familienbeihilfen (Familienbeihilfe) beziehen, haben Sie weiterhin Anspruch auf den Bonus, wenn auch in niedrigerer Höhe.

Eine Neuheit, die oft von Eltern mit niedrigeren Einkommen vergessen wird, ist der Kindermehrbetrag. Dies ist ein spezifisches Instrument für diejenigen, die weniger verdienen und deren berechnete Steuer so niedrig ist, dass sie den klassischen Bonus nicht abziehen können. In diesem Fall zahlt der Staat dieses Geld als „negative Steuer“ – das heißt, er überweist es Ihnen tatsächlich auf Ihr Konto.

Auch die Boni für Alleinverdiener (Alleinverdiener) oder alleinerziehende Eltern (Alleinerzieher) sollten nicht vergessen werden. Diese Beträge steigen je nach Anzahl der Kinder und sind oft das Zünglein an der Waage zwischen einer durchschnittlichen und einer überdurchschnittlichen Rückerstattung.

Mehr zum Thema: Wie man im Jahr 2026 das Maximum aus dem österreichischen Steuersystem für die Familie herausholt

Arbeitskosten: Wo Slowaken am häufigsten Geld verlieren

Der Abschnitt Werbungskosten (beruflich bedingte Ausgaben) ist der Ort, an dem sich die Spreu vom Weizen trennt. Slowakische Pendler und Arbeitnehmer machen hier oft Fehler aus Unwissenheit oder aus Angst vor Kontrollen.

Home Office und digitales Büro: Auch nach der Pandemie bleibt die Möglichkeit, 3 Euro für jeden Tag, den Sie von zu Hause aus arbeiten, abzuziehen (maximal 300 Euro pro Jahr). Wenn Sie einen ergonomischen Stuhl oder Monitor gekauft haben, können Sie weitere 300 Euro geltend machen. Voraussetzung ist jedoch, dass Sie mindestens 26 Tage im Home Office gearbeitet haben.

Pendlerpauschale und Pendler-Euro: Der Arbeitsweg ist in Österreich teuer, und der Staat kompensiert dies. Wichtig ist, den offiziellen Rechner Pendlerrechner zu verwenden. Dieser berücksichtigt nicht nur die Entfernung, sondern auch, ob die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel für Sie „zumutbar“ ist (z.B. wegen Zeitverlust). Wenn Sie von der Slowakei pendeln, können die Beträge für den Arbeitsweg in die Hunderte Euro gehen.

Bildung: Der österreichische Staat unterstützt Ambitionierte. Deutschkurs? Fachzertifikat, das für Ihre Position erforderlich ist? Wenn Sie diese Kosten selbst tragen, sind sie vollständig absetzbar. Sie müssen jedoch nachweislich mit Ihrem aktuellen oder zukünftigen Beruf in Zusammenhang stehen.

Wenn Gesundheit das Budget belastet: Außergewöhnliche Ausgaben

Eine weniger bekannte Kategorie sind Außergewöhnliche Belastungen. Dabei handelt es sich um Kosten für den Zahnarzt (Implantate, Kronen), Brillen oder teure Behandlungen, die von der Krankenkasse nicht vollständig übernommen wurden. Hier gilt jedoch die Regel der Selbstbeteiligung. Der Staat hilft Ihnen erst, wenn diese Ausgaben einen bestimmten Prozentsatz Ihres Jahreseinkommens überschreiten. Wenn Sie jedoch in dem Jahr einen aufwendigen Eingriff hatten, kann das weitere Hunderte Euro zurückbringen.

Der Weg zu Geld führt über ID Austria

Österreich ist endgültig auf das System ID Austria umgestiegen, das die älteren Zugänge zum Portal FinanzOnline ersetzt hat. Ohne digitale Identität ist es heute schwierig, auf die Steuererklärung zuzugreifen. Das System ist zwar intuitiv, erfordert jedoch eine anfängliche Aktivierung (oft persönlich im Amt oder über den Reisepass).

Der größte Fehler ist, auf die sogenannte antragslose Arbeitnehmerveranlagung zu warten. Der Staat erstattet Ihnen zwar in der zweiten Jahreshälfte automatisch die Steuerüberzahlung, tut dies jedoch nur auf Grundlage der Daten, die ihm der Arbeitgeber gemeldet hat. Über Ihre Mietwohnung, Deutschkurse, gekaufte Monitore oder Kinder, die in der Slowakei leben, weiß der Staat nichts. Indem Sie die Erklärung nicht manuell einreichen, verzichten Sie im Grunde freiwillig auf Geld, das Ihnen gesetzlich zusteht.

Mehr zum Thema: Digitaler Schlüssel zu Österreich: Wie man ID Austria beantragt, wenn man kein Staatsbürger ist, aber im Land arbeitet?

Fazit: Der Mut zu fragen

Arbeiten im Ausland bringt Opfer in Form von Trennung von der Familie und anstrengenden Reisen mit sich. Das österreichische Steuersystem, obwohl auf den ersten Blick kompliziert, bietet eine faire Kompensation für diese Kosten. Im Jahr 2025, in dem die Grenzen dank der Valorisierung günstiger eingestellt sind als je zuvor, ist Untätigkeit der teuerste Fehler, den ein slowakischer Arbeitnehmer machen kann.

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Quellen: Österreich.gv.at, ID Austria Foto: https://images.pexels.com/photos/7352057/pexels-photo-7352057.jpeg