Günstiger einkaufen in Wien: Alles über Sozialmärkte

Die Sozialmärkte in Wien sind ein Netzwerk spezieller Geschäfte, die gegründet wurden, um Menschen in schwierigen Lebenslagen finanziell zu entlasten und gleichzeitig effektiv gegen Lebensmittelverschwendung vorzugehen. Angesichts steigender Lebenshaltungskosten, Energiepreise und alltäglicher Ausgaben bieten diese Märkte vollwertige Lebensmittel, Drogerieartikel, Hygieneprodukte und Haushaltswaren zu Preisen an, die deutlich unter denen herkömmlicher Geschäfte liegen. Die Rabatte liegen meist zwischen 50 und 90 Prozent, in manchen Fällen zahlt man nur ein bis zwei Drittel des ursprünglichen Verkaufspreises.

Das Konzept basiert auf einer engen Zusammenarbeit mit Herstellern, Landwirten und klassischen Handelsketten, von denen die Sozialmärkte Überproduktionen, Waren mit Schönheitsfehlern oder beschädigter Verpackung sowie Produkte mit nahendem oder leicht überschrittenem Mindesthaltbarkeitsdatum übernehmen. Diese Produkte sind jedoch weiterhin sicher, qualitativ hochwertig und genießbar. Neben Grundnahrungsmitteln und frischen Lebensmitteln sowie Wasch- und Reinigungsmitteln findet man in einigen spezialisierten Geschäften auch Kleidung, Spielzeug, Babybedarf, Säuglingsnahrung oder sogar Tierfutter, wobei Tabakwaren und Alkohol komplett aus dem Sortiment ausgeschlossen sind.

Wer darf hier einkaufen und welche Voraussetzungen gibt es?

Die Geschäfte sind nicht für die breite Öffentlichkeit zugänglich, da ihr Angebot ausschließlich für Wiener mit geringem Einkommen bestimmt ist, die bestimmte finanzielle Kriterien erfüllen und sich mit einer speziellen Kundenkarte ausweisen können. Die Unterstützung richtet sich vor allem an Senioren mit niedrigen Pensionen, Arbeitslose, Alleinerziehende, kinderreiche Familien oder Studierende. Die Einkommensgrenzen variieren je nach Betreiber, wobei in der Hauptkette Sozialmarkt Wien das monatliche Nettoeinkommen für Einzelpersonen auf 1572 Euro begrenzt ist und sich pro Kind um 472 Euro erhöht. In den SOMA-Märkten unter der Schirmherrschaft des Wiener Hilfswerks gilt für Einzelpersonen eine Grenze von 1806 Euro bei 12 Gehältern jährlich oder 1548 Euro bei 14 Gehältern, während für Paare im gemeinsamen Haushalt 2709 Euro pro Monat gelten.

In welchen Bezirken sind die Märkte zu finden?

Sozialmärkte sind in ganz Wien verteilt, sodass die Bewohner der einzelnen Stadtteile in ihrer Nähe mehrere Optionen je nach Betreiber haben:

Die Hauptkette Sozialmarkt Wien betreibt Filialen im 10., 16. und 22. Bezirk. Die SOMA-Märkte, die vom Wiener Hilfswerk verwaltet werden, decken mehrere Stadtteile ab, einschließlich des 7., 14. und 15. Bezirks. Die Foodpoint-Märkte, die unter dem gemeinnützigen Verein START UP betrieben werden, sind beispielsweise im 12., 20. und 21. Bezirk leicht erreichbar.

Weitere spezialisierte Sozialmärkte ergänzen das Hilfsnetzwerk in anderen Teilen der Stadt, wie etwa der VinziMarkt im 2. Bezirk, das Projekt Gratis-Sozial-Greissler der Organisation MUT im 4. Bezirk oder die Märkte von Samariterbund und Allesverwerter in verschiedenen Stadtteilen.

Was man vor dem Besuch wissen sollte

Vor dem ersten Besuch sollte man sich auf die Ausstellung der Kundenkarte vorbereiten, die direkt vor Ort nach Vorlage eines gültigen Lichtbildausweises, eines Meldezettels für Wien und Einkommensnachweisen aller Haushaltsmitglieder der letzten Monate ausgestellt wird. Diese können Gehaltsnachweise, Pensionsbescheide, Belege über Unterstützungen vom AMS oder der Sozialversicherung oder Schulbescheinigungen sein. Die Karte wird in der Regel für ein Jahr ausgestellt, danach muss der Anspruch erneut nachgewiesen werden, wobei einige Organisationen auch eine kleine Gebühr oder Mitgliedsbeitrag erheben.

Beim Einkauf selbst sollte man bedenken, dass das Warenangebot je nach aktuellen Überschüssen der Lieferanten von Tag zu Tag variiert. Um möglichst vielen Menschen den Zugang zu ermöglichen und Weiterverkäufe zu verhindern, gilt in den Sozialmärkten Wien ein wöchentlicher Einkaufsrahmen von maximal 35 Euro pro Person, und die Ware wird nur in haushaltsüblichen Mengen ausgegeben. Ebenso sollte man beachten, dass die Öffnungszeiten kürzer sind als in normalen Geschäften, beispielsweise sind die Filialen der Sozialmärkte Wien von Montag bis Freitag von 10:00 bis 14:30 Uhr geöffnet.

Weitere Möglichkeiten für günstige Einkäufe

Neben den Sozialmärkten gibt es in Wien weitere Möglichkeiten, bei Lebensmitteln zu sparen und gleichzeitig die Umwelt zu schonen. Beliebt ist zum Beispiel die mobile App Too Good To Go, über die man unverkaufte Speisen oder Lebensmittel aus Restaurants und Supermärkten kurz vor Ladenschluss zu einem günstigen Preis reservieren kann. In den Stadtteilen gibt es auch sogenannte Grätzl-Kühlschränke, wie den Hilfswerk-Fair-Teiler, wo Menschen ungenutzte Lebensmittel frei ablegen und mitnehmen können. Für die Planung regulärer Einkäufe lohnt es sich, Online-Preisvergleiche und Prospekte wie supermarkt.at zu nutzen oder traditionelle Märkte wie den Brunnenmarkt oder den Viktor-Adler-Markt am Nachmittag zu besuchen, wenn die Händler die Preise für frische Waren deutlich senken.

Quellen

https://www.sozialmarkt.com

https://www.hilfswerk.at/wien/soma-sozialmaerkte

https://www.ganz-wien.at/wien/soziales-buerokratie/sozialmarkt.html

Verwendete Quellen:

Symbolfoto:

Autorin: Eva Vengrická

Mail: eva.vengricka@viedencan.at