Achtung am Kahlenberg: Die Wiener Polizei untersucht Fälle von Belästigung von Frauen durch einen Exhibitionisten, der Ort ist auch bei Slowaken beliebt

​Beliebte Ausflugsziele im 19. Wiener Gemeindebezirk, die nicht nur von den einheimischen Wienern, sondern auch von Tausenden von Slowaken, die in der österreichischen Metropole leben, sowie von grenzüberschreitenden Touristen an Wochenenden und in der Freizeit besucht werden, beschäftigen derzeit die österreichische Polizei. In der bewaldeten und weinbauenden Umgebung der Hügel Kahlenberg und Cobenzl bewegt sich ein unbekannter Mann, der vorbeigehende Frauen belästigt. Die Vorfälle haben eine Welle der Besorgnis ausgelöst, aber auch eine starke Welle der Solidarität und gegenseitigen Warnungen in den sozialen Netzwerken.

​Über die Fälle von öffentlicher Unanständigkeit und Belästigung berichteten die österreichischen Zeitungen Kronen Zeitung und Heute. Laut verfügbaren Informationen hat die Wiener Polizei in diesem Zusammenhang bereits die ersten Strafanzeigen von betroffenen Frauen entgegengenommen und eine intensive operative Untersuchung eingeleitet.

​Taktik des Täters: Zuerst banale Frage, dann Schock

​Das Szenario, das die betroffenen Frauen beschrieben haben, stimmt in den einzelnen Fällen nahezu überein, was darauf hindeutet, dass es sich um denselben, seriell handelnden Täter handelt. Der Mann bewegt sich offenbar gezielt in der Nähe von Wanderwegen, Aussichtspunkten und Bushaltestellen, wo zu bestimmten Zeiten eine geringere Menschenkonzentration herrscht, konkret handelt es sich um die Orte in der Nähe der Bushaltestellen Krapfenwaldgasse und Kahlenberggasse.

​Der Täter wählt laut Zeugenaussagen absichtlich allein umhergehende oder wartende Frauen aus. Er nähert sich ihnen mit einer äußerlich völlig harmlosen und banalen Frage, wodurch er ihre Wachsamkeit dämpft.

​In dem Moment, in dem die Frauen höflich auf die Frage reagieren und versuchen, dem Unbekannten zu helfen, ändert sich die Situation radikal. Der Mann wechselt ohne jede Vorwarnung in die Offensive – er zieht seine Hose herunter und beginnt, sich vor der schockierten Opfer sexuell zu befriedigen. Nach der Tat flieht er schnell vom Tatort und nutzt dabei das dichte Waldgebiet oder das unübersichtliche Terrain der Weinberge.

​Polizei bestätigt Ermittlungen und verstärkt Streifen

​Die offizielle Stellungnahme der Wiener Polizei bestätigte, dass sie Meldungen über Vorfälle in diesem beliebten Erholungsgebiet registriert hat. Die Ordnungshüter reagierten sofort mit einer Erhöhung der Streifen in dem betroffenen Gebiet. Neben uniformierten Polizisten sind auch Zivilbeamte der Kriminalpolizei in der Umgebung des Kahlenbergs unterwegs, deren Aufgabe es ist, den Täter direkt auf frischer Tat zu ertappen.

​Laut übereinstimmenden Beschreibungen mehrerer Zeuginnen, die der Polizei vorliegen, handelt es sich um einen schlanken Mann, der etwa 180 Zentimeter groß ist. Ein genauerer Phantombild wurde der Öffentlichkeit bisher nicht zur Verfügung gestellt, da sich die Ermittlungen in der Anfangsphase befinden und die Polizei versucht, das Risiko zu minimieren, dass der Täter sich vor den Streifen in einem anderen Teil der Stadt versteckt.

​Warum sind Kahlenberg und Cobenzl ein ideales Ziel für den Täter?

​Die Hügel Kahlenberg und Cobenzl gehören zu den meistbesuchten grünen Lungen Wiens. An den Wochenenden strömen hier Menschenmengen, um den Blick auf die Donau und die Stadt zu genießen, doch während der Arbeitstage oder in den frühen und späten Nachmittagsstunden sind die Waldwege hier halb leer. Hier spazieren vor allem Mütter mit Kinderwagen, Joggerinnen oder Frauen, die Hunde ausführen.

​Die Abgeschiedenheit einiger Abschnitte in Kombination mit der Nähe zu den öffentlichen Verkehrsmitteln – die Buslinie 38A verbindet diese Hügel direkt mit der U-Bahn-Station U4 Heiligenstadt – schafft für Täter dieser Art ein ideales Umfeld. Sie können schnell zuschlagen und innerhalb weniger Minuten in den Bus einsteigen oder im dichten Wald verschwinden.

​Kriminalisten und Psychologen weisen darauf hin, dass das Motiv von Exhibitionisten in der Regel nicht ein physischer Angriff ist, sondern der Wunsch, beim Opfer Schock, Angst oder Abscheu hervorzurufen. Gerade die Reaktion der überraschten Frau ist es, die den Täter befriedigt. Dennoch stellt ein solches Verhalten einen ernsthaften Eingriff in das Sicherheitsgefühl der Öffentlichkeit dar und wird als Straftat eingestuft.

​Wie reagiert man bei einer Begegnung mit einem Exhibitionisten?

​Experten für Selbstverteidigung und Polizeiprävention empfehlen, bei einer unerwarteten Begegnung mit einer sich entblößenden Person einige grundlegende Regeln zu beachten:

  • ​Reagieren Sie nicht hysterisch: Schreien Sie nicht aus Angst und zeigen Sie keine Abscheu. Für den Täter ist das eine „Belohnung“.
  • ​Halten Sie Abstand und ignorieren Sie ihn: Drehen Sie sich um und zeigen Sie mit einem kühlen, desinteressierten Ton, dass es Sie nicht interessiert. Verlassen Sie so schnell wie möglich den Ort, an dem sich andere Menschen befinden.
  • ​Fotografieren Sie den Täter nicht um jeden Preis: Obwohl ein Foto der Polizei helfen würde, hat die Sicherheit Vorrang. Der Versuch, das Handy herauszuholen und zu fotografieren, könnte den Täter zu Aggressivität provozieren. Versuchen Sie stattdessen, sich Details zu merken – Tätowierungen, Narben, Kleidung, Schuhe oder Fluchtrichtung.
  • ​Rufen Sie sofort die Polizei an: Melden Sie den Vorfall, sobald Sie in Sicherheit sind. Warten Sie nicht, bis Sie zu Hause sind. Je schneller Sie die Polizei alarmieren, desto größer ist die Chance, dass die Streife den Mann in der Nähe festnimmt.

​Aufruf an Zeugen und die Gemeinschaft

​Da die Berichte über den sich entblößenden Mann unter den Frauen in Döbling große Besorgnis ausgelöst haben, verbreiten sich in den sozialen Netzwerken massenhaft Warnungen. Die Anwohnerinnen appellieren an alle Frauen, die zum Kahlenberg joggen oder spazieren gehen, wachsam zu sein, nach Möglichkeit nicht allein in abgelegene Gassen zu gehen und keine Kopfhörer mit lauter Musik zu tragen, die das Bewusstsein für die Umgebung verringern.

​Die österreichischen Sicherheitsbehörden betonen erneut, dass die Zusammenarbeit der Öffentlichkeit entscheidend für die erfolgreiche Festnahme des Täters ist. Wenn Sie in der betreffenden Gegend auf ein ähnliches Verhalten gestoßen sind, auch nur in Andeutungen, oder wenn Sie einen verdächtig handelnden Mann, der der Beschreibung entspricht, bemerken, kontaktieren Sie bitte umgehend die nächste Polizeidienststelle in Wien oder rufen Sie die österreichische Notrufnummer 133 an. Jedes einzelne Zeugnis kann das fehlende Puzzlestück sein, das der Polizei hilft, den Fall abzuschließen.

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Verwendete Quellen:

https://www.heute.at/s/achtung-warnung-vor-exhibitionist-am-kahlenberg-120203648

Foto: Von János Korom Dr. aus Wien, Österreich – Kahlenberg 06Hochgeladen von Tokfo, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=31440101