Lebensbedrohliches Spiel auf den Gleisen: Jugendlicher in Wien soll Züge wiederholt zum Notbremsen gezwungen haben

Am Dienstagabend ereignete sich am Wiener Bahnhof Atzgersdorf ein Drama, das fatale Folgen haben könnte. Der erst 20-jährige Jugendliche soll laut Polizei absichtlich auf die Gleise eines herannahenden Zuges gegangen sein, um eine Notbremsung zu provozieren. Obwohl den Fahrgästen nichts passiert ist, zog er himself schwere Verletzungen zu. Dieser Vorfall war jedoch laut den Ermittlern bei weitem nicht der erste und offenbart ein besorgniserregendes Muster gefährlichen Verhaltens.

Der Dienstagabend, kurz vor neun Uhr, verwandelte sich für den Lokführer und die Dutzenden Passagiere im Zug Richtung Bahnhof Atzgersdorf im 23. Wiener Gemeindebezirk für einen Moment in einen Albtraum. Aus der Dunkelheit tauchte plötzlich eine Gestalt vor dem Zug auf. Die Geistesgegenwart des Lokführers, der sofort das Notbremsystem aktivierte, verhinderte das Schlimmste. Der Zug hielt mit einem Ruck nur wenige Zentimeter von dem Ort entfernt, an dem der junge Mann stand. Während die Reisenden in den Waggons sich von dem Schock erholten, blieben jedoch unverletzt, hatte der Täter nicht so viel Glück. Der Kontakt mit dem Zug führte zu schweren Verletzungen.

Was jedoch folgte, überraschte selbst die Rettungskräfte. Der schwer verletzte 20-jährige Ukrainer versuchte trotz seines Zustands zu fliehen. Adrenalin und vermutlich auch Angst trieben ihn vom Tatort in einen nahegelegenen Wohnkomplex, wo er versuchte, sich zu verstecken. Die alarmierten Polizeistreifen fanden ihn jedoch nach kurzer Suche.

Vor Ort erhielt er sofortige medizinische Notfallversorgung durch das Team des Wiener Rettungsdienstes und wurde anschließend direkt in den Schockraum eines der Wiener Krankenhäuser gebracht. Nach Stabilisierung seines Zustands und Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft fiel die Entscheidung. Der Jugendliche wurde wegen vorsätzlicher Gefährdung der Allgemeinheit angeklagt und wird auf freiem Fuß verfolgt. Statt in Untersuchungshaft zu kommen, führten seine weiteren Schritte jedoch auf die psychiatrische Abteilung, was darauf hindeutet, dass die Motive seines Handelns tiefer reichen könnten als bloße Risikobereitschaft.

Es ist nicht der erste Fall, die Polizei spricht von einer Serie

Doch damit endet der Fall bei weitem nicht. Für die Ermittler des Landeskriminalamts Wien ist der Vorfall am Dienstag nur die Spitze des Eisbergs. Laut ihren Erkenntnissen ist der Jugendliche mit hoher Wahrscheinlichkeit verdächtig, ähnliche gefährliche Situationen auf der Eisenbahn absichtlich und wiederholt herbeigeführt zu haben. Die Ermittler prüfen nun, wie viele ähnliche Fälle von Notbremsungen in den letzten Monaten auf sein Konto gehen und was sein Motiv war.

Jede solche Tat stellt ein enormes Risiko nicht nur für den Täter selbst, sondern auch für Hunderte von Menschen im Zug dar. Eine Notbremsung bei hoher Geschwindigkeit kann zu Stürzen und Verletzungen der Passagiere führen, ganz zu schweigen von dem enormen psychischen Stress für den Lokführer, für den solche Momente die schlimmsten Albträume sind. Der Bahnverkehr in der Region war für mehrere Stunden lahmgelegt, während die Spuren gesichert und die Ermittlungen durchgeführt wurden.

Dringender Appell der Polizei: Die Gleise sind kein Ort für Glücksspiel

Die Wiener Polizei hat zusammen mit den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) als Reaktion auf diesen Vorfall erneut eine dringende Warnung an die Öffentlichkeit herausgegeben. Sie betonen, dass jede Leichtsinnigkeit in der Nähe von Bahngleisen tragisch enden kann. „Der Bahnhof und dessen Umgebung sind kein Spielplatz oder Ort, um den Mut zu testen“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung. Der Bremsweg eines Zuges kann über einen Kilometer lang sein, und der Lokführer hat absolut keine Chance, einem Hindernis auszuweichen, das plötzlich auf den Gleisen auftaucht.

Die Behörden erinnern daran, dass das Betreten des Gleisbereichs außerhalb der gekennzeichneten Übergänge nicht nur eine Ordnungswidrigkeit, sondern vor allem ein tödliches Glücksspiel ist. Ob es sich um den Versuch handelt, den Weg zu verkürzen, oder um ein unverständliches „Mutprobe“, die Folgen können fatal sein. Dieser Fall ist ein trauriges Beispiel dafür, wie weit unverantwortliches Verhalten eines Einzelnen gehen kann, dessen Taten nun von der Polizei untersucht werden und dessen psychischer Zustand von Fachleuten beurteilt wird. Während er mit seinen Verletzungen und Dämonen kämpft, bleibt für die Öffentlichkeit eine starke Warnung: Respekt vor der Kraft und Geschwindigkeit eines Zuges ist eine grundlegende Voraussetzung für Sicherheit.

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Quelle: LDP Wien Foto: https://images.pexels.com/photos/30412584/pexels-photo-30412584.jpeg