Wiener Linien: Wien reformiert überlastete Buslinie

Die Wiener Stadtverkehrsbetriebe gehören seit langem zur europäischen Spitze, doch auch ein bewährtes System bleibt nicht ohne Veränderungen. Die lokale Stadtverwaltung reagiert in Zusammenarbeit mit dem Verkehrsunternehmen Wiener Linien auf die steigende Nachfrage der Fahrgäste im westlichen Teil der österreichischen Hauptstadt. Das Ergebnis ist eine grundlegende Reform einer der Schlüsselbuslinien, die das Leben nicht nur für Pendler, sondern vor allem für Patienten und das Personal einer wichtigen Gesundheitseinrichtung erheblich erleichtert.
Zu Beginn des Urlaubsmonats wird ein Schritt unternommen, der darauf abzielt, die überlastete Infrastruktur zu entlasten und flexiblere Reisemöglichkeiten anzubieten. Der Verkehrsknotenpunkt, der die Bezirke Hietzing und Penzing verbindet, wird einer Transformation unterzogen, die die moderne städtische Mobilität erfordert – durch Anpassung der Kapazität an die tatsächliche Bewegung der Menschen im Raum und in der Zeit.
Ende des langen Wartens auf dem Weg ins Krankenhaus
Der Hauptauslöser für die Veränderungen ist die Situation rund um das Hanusch-Krankenhaus. Diese Einrichtung generiert täglich eine enorme Anzahl an Fahrten, wobei der bisherige Service der Linie 51A bereits an seine Grenzen stieß. Die Wiener Verkehrsplaner haben sich daher für eine pragmatische, aber hochgradig effektive Lösung entschieden: Die bestehende Linie wird in zwei separate Äste aufgeteilt, wodurch im kritischsten Abschnitt der sogenannte Umsteige-Takt erreicht wird.
Die bisherige Route der Linie 51A wird verkürzt und angepasst. Neu wird sie eine Verbindung vom strategischen Umsteigepunkt der U-Bahn-Linie U4 Hietzing bis zum Areal Ottakringer Bad gewährleisten. Der freigewordene, aber äußerst frequentierte Teil der Strecke wird von einem völlig neuen Akteur im Wiener Netz bedient – der Linie mit der Bezeichnung 51B. Ihre Hauptaufgabe wird der Pendelverkehr zwischen der U-Bahn-Station Hietzing und dem direkten Zugang zum Krankenhauskomplex Hanusch sein.
In der Praxis bedeutet dies, dass auf dem geografisch am stärksten frequentierten Abschnitt zwischen der Station Hietzing und der Haltestelle Torricelligasse, die sich am Nordtor des Krankenhauses befindet, beide Busse parallel fahren werden. Für die Fahrgäste bringt dies einen entscheidenden Vorteil: Es spielt keine Rolle, in welches Fahrzeug sie einsteigen, beide bringen sie in deutlich kürzerer Zeit als bisher zum gleichen Ziel.
Taktfrequenz, wie wir sie eher von der U-Bahn kennen
Ein entscheidendes Maß für den Erfolg jeder Reform im öffentlichen Verkehr ist der Intervall. Wenn die Menschen nicht auf den Fahrplan schauen müssen, weil sie wissen, dass bald etwas kommt, funktioniert der Verkehr optimal. Der neue Fahrplan, der in Kraft tritt, kommt diesem Ideal erheblich näher.
In den regulären Stunden während der Werktage verkürzt sich die Wartezeit auf dem gemeinsamen Abschnitt auf sechs Minuten. Das tatsächliche Verkehrsmanagement zeigt Wien jedoch in dem Moment, wenn die Stadt in die morgendliche Rushhour erwacht. Während der Schulzeit werden die Busse im Intervall von drei Minuten und fünfundvierzig Sekunden an den Haltestellen eintreffen. Dies ist eine Frequenz, die sich mit den U-Bahn-Linien in vielen europäischen Metropolen vergleichen lässt.
Die Rückkehr am Nachmittag von der Arbeit und von den Schulen wird durch einen fünfminütigen Takt abgedeckt. Die Änderungen betreffen jedoch nicht nur die Werktage. Auch am Wochenende werden die Wiener eine Verbesserung spüren, wenn der Verkehr zu den Krankenhäusern traditionell dünner war. Am Samstag und Sonntag wird sich der Intervall auf sieben Minuten und dreißig Sekunden stabilisieren, was eine vollwertige Mobilität über die gesamte Woche garantiert, unabhängig davon, ob es sich um Besuchszeiten oder Notfälle handelt.
Lokale Politik und Management sind sich einig: Der öffentliche Verkehr muss dorthin gehen, wo die Menschen sind
Die Reform des Busverkehrs im Westen der Stadt ist kein isoliertes Projekt, sondern Teil einer umfassenderen Strategie der Wiener Stadtverwaltung. Diese versucht seit langem, die Bewohner dazu zu motivieren, von privaten Autos auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen, was nur durch die Erhöhung des Komforts und der Zuverlässigkeit erreicht werden kann.
Vertreter der Stadt und der Gemeindeverwaltung begrüßen diesen Schritt. Laut Äußerungen aus dem Umfeld des Wiener Rathauses ist das Ziel der Expansion, das Netz genau an den Punkten zu stärken, an denen die Infrastruktur dem größten Druck ausgesetzt ist. Flexibilität und die Vernetzung benachbarter Stadtbezirke werden als Schlüssel angesehen, damit der öffentliche Verkehr eine attraktive Wahl für das tägliche Leben ist und nicht nur eine Notlösung.
Die Leitung des Verkehrsunternehmens Wiener Linien erinnert daran, dass die Kapazitäten nicht flächendeckend und ineffizient erhöht werden dürfen, sondern gezielt. Die Konzentration der Mittel auf den Abschnitt Hietzing – Torricelligasse ist eine rationale Entscheidung, die auf harten Daten über die Bewegungen der Fahrgäste basiert.
Die Änderungen haben neben einem ökologischen und pragmatischen Aspekt auch einen starken sozialen Akzent. Die Bürgermeister der betroffenen Stadtteile, insbesondere des Bezirks Penzing, weisen darauf hin, dass die Strecke nicht nur einer Zielgruppe dient. Neben Patienten, die medizinische Versorgung suchen, und deren Angehörigen konzentriert sich in dieser Gegend eine große Anzahl an Bildungseinrichtungen. Tausende von Studenten und Schülern, die täglich zu den hiesigen Schulen pendeln, werden so eine sicherere und vorhersehbarere Verbindung erhalten, wodurch auch der morgendliche Autoverkehr in der Umgebung der Schulgelände entlastet wird. Wien bestätigt erneut, dass eine funktionierende Stadt nicht an der Anzahl der gebauten Straßen für Autos erkannt wird, sondern an der Dichte und Qualität des Netzes für Fußgänger und Fahrgäste im öffentlichen Verkehr.
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Verwendete Quellen:
Stadt Wien / Wiener Linien
Illustrationsfoto: Copyright Stadt Wien / Christian Fürthner












