Wien: In der Stadt mit den hochwertigsten Quellen zahlen Sie fast für jedes Glas

Wien ist bekannt für sein außergewöhnliches Trinkwasser. Dieses stammt direkt aus unberührten Alpenregionen, wodurch es seine erstklassige Reinheit und köstlichen Geschmack ohne künstliche Aufbereitung bewahrt. Die Einwohner und Besucher der Stadt betrachten dieses erfrischende und allgegenwärtige Wasser als Selbstverständlichkeit. Umso überraschender sind die Erkenntnisse der Arbeiterkammer, die untersucht hat, wie mit Wasser in den lokalen Restaurants und Cafés umgegangen wird. Die Ergebnisse dieser Untersuchung zeigen, dass es in der österreichischen Metropole eine Seltenheit ist, kostenloses Leitungswasser zu den Mahlzeiten zu erhalten.

Die Inspektionsteams der Kammer konzentrierten sich auf dreißig sorgfältig ausgewählte Betriebe in verschiedenen Teilen der Stadt, um herauszufinden, wie sie auf die üblichen Wünsche der Gäste reagieren. Die Methodik spiegelte genau das reale Verhalten von Kunden wider, die zu ihrem Mittagessen oder Kaffee gerne ein Glas Wasser zur Stillung ihres Durstes bestellen.

Die Ergebnisse waren überraschend. Nur drei von 30 kontrollierten Betrieben waren bereit, Wasser völlig kostenlos und ohne Bedingungen anzubieten. 23 Restaurants und Cafés berechneten für diesen Service eine Gebühr, selbst wenn der Gast andere, deutlich teurere Getränke oder Speisen bestellte. Die verbleibenden Betriebe wählten unklare Bedingungen oder lehnten die Ausgabe von Wasser direkt ab.

Was sagt das österreichische Gesetz und warum verlangen Betriebe Geld?

Viele Menschen sind der Überzeugung, dass Leitungswasser in Restaurants automatisch kostenlos sein sollte, da es sich um eine öffentliche Quelle handelt. Rechtlich ist dies jedoch in Österreich anders. Die dortige Gesetzgebung verbietet es Restaurants nicht, für Leitungswasser Geld zu verlangen, solange dieser Posten klar und transparent auf der Speisen- oder Getränkekarte angegeben ist.

Wenn der Betreiber seiner Informationspflicht nachkommt und der Preis im Voraus veröffentlicht wird, hat er volles Recht darauf. Der Gastronomiebereich argumentiert vor allem mit Betriebskosten, Abnutzung und dem Spülen von Gläsern sowie mit der Arbeit des Servicepersonals. Verbraucherorganisationen hingegen wenden ein, dass es sich um eine übertriebene Kommerzialisierung eines Grundbedarfs handelt, insbesondere in den Sommermonaten, wenn die Flüssigkeitszufuhr entscheidend ist.

Wie viel kostet eine gewöhnliche Erfrischung und welche Belastung stellt sie für die Geldbeutel dar?

Die Preisspanne, die Wiener Betriebe für Wasser verlangen, variiert erheblich. Während einige einen symbolischen Centbetrag zur Deckung der Kosten für die Buchung des Postens an der Kasse verlangen, scheuen andere nicht, Beträge zu verlangen, die mit abgefülltem Mineralwasser vergleichbar sind.

Für Familien mit Kindern, ältere Menschen oder Besucher, die auf ihre Flüssigkeitszufuhr achten, stellt dies einen spürbaren zusätzlichen Posten dar. Wenn man zu einem Mittagessen ein Hauptgericht, einen Kaffee und mehrmals um Nachfüllung von Wasser bittet, kann die Rechnung unnötig in die Höhe schnellen.

Die Haltung der Arbeiterkammer und der Ruf nach Veränderung der gängigen Praktiken

Angesichts der festgestellten Tatsachen hat die Arbeiterkammer eine klare Haltung eingenommen. Die Vertreter der Organisation kritisieren offen den aktuellen Zustand und weisen darauf hin, dass der Zugang zu Trinkwasser nicht zur zusätzlichen Bereicherung des Gastronomiesektors dienen sollte, insbesondere wenn es sich um eine Ergänzung zu bereits bezahlten Hauptleistungen handelt.

Die Kammer fordert daher die Wiener Restaurants und Cafés auf, ihre Preispolitik zu überdenken. Kostenloser Zugang zu Wasser sollte ein Zeichen guter Gastfreundschaft und verantwortungsvoller Haltung gegenüber den Kunden sein, die in die Betriebe kommen, um die Gastronomie zu genießen.

Österreichisches Paradox vor dem Hintergrund der Spitzenqualität alpiner Quellen

Während in Ländern wie Frankreich, Italien oder Spanien ein Krug Wasser auf dem Tisch ein gängiges und kostenloses Gesten ist, hat die österreichische Gastronomie den entgegengesetzten Weg eingeschlagen. Die Betriebe rechtfertigen ihre Margen mit hohen Fixkosten, Löhnen der Mitarbeiter und Mieten.

Experten weisen jedoch auf das enorme Paradox hin. Das Wiener Wasser gehört aufgrund seiner Herkunft zu den hochwertigsten der Welt, und es wirkt daher befremdlich, dass es gerade in dieser Stadt so schwierig ist, es kostenlos zu erhalten.

Empfehlungen für Verbraucher

Bis sich die Gesetzgebung oder der Zugang der Betreiber ändert, empfiehlt die Arbeiterkammer erhöhte Aufmerksamkeit. Vor der Bestellung lohnt es sich, die Speisekarte zu überprüfen oder den Kellner im Voraus zu fragen, ob und zu welchem Preis das Unternehmen Wasser berechnet. Öffentlicher Druck und die Aktivität von Verbraucherorganisationen bleiben die Hauptinstrumente, die schrittweise mehr Fairness in die Wiener Restaurants bringen können.

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Verwendete Quellen:

Arbeiterkammer.at

Illustrationsfoto: https://www.pexels.com/de-de/foto/schwarz-und-weiss-schwarzweiss-frau-hand-12775864/

Autor: Eva Vengrická

Mail: eva.vengricka@viedencan.at