Wien plant Sensation: Auge in Auge mit Klimt

Das Wiener Burgtheater feiert sein 250-jähriges Bestehen und öffnet zu diesem Anlass der Öffentlichkeit Räume, die für gewöhnliche Sterbliche nicht zugänglich sind. Dank der Renovierung werden die Besucher die Möglichkeit haben, buchstäblich unter der Decke zu gehen und frühe Werke von Gustav Klimt aus nächster Nähe zu betrachten. Voraussetzung sind feste Schuhe und die Abwesenheit von Schwindelgefühlen.

Für Kunstliebhaber und Jugendstil-Fans, die es auch in der Slowakei zahlreich gibt, zeichnet sich ein kulturelles Ereignis der kommenden Saison ab, das sich wahrscheinlich für Jahrzehnte nicht wiederholen wird. Nur einen Steinwurf hinter unseren Grenzen, im Herzen Wiens, wird ein Projekt vorbereitet, das Geschichte, technische Kuriositäten und bildende Kunst auf eine Weise kombiniert, die im mitteleuropäischen Raum eine Rarität darstellt.

In der Saison 2025/2026 erinnern wir uns genau an 250 Jahre seit dem Moment, als das Burgtheater den Status eines Nationaltheaters erhielt. Die Leitung dieser prestigeträchtigen Institution hat sich jedoch entschieden, nicht nur auf den Brettern, die die Welt bedeuten, zu feiern, sondern auch hoch über ihnen. Unter Ausnutzung der notwendigen Renovierungsarbeiten wird das Theater Gerüste unter den Decken seiner festlichen Treppen zugänglich machen, wodurch den Besuchern ein intimer Blick auf Werke geboten wird, die sie normalerweise nur mit dem Kopf in den Nacken aus respektvoller Entfernung von mehreren Metern bewundern.

Einzigartiger Blick auf die „Klimt Company“

Der Hauptanziehungspunkt der speziellen Führungen sind die Deckenmalereien, an denen der berühmteste österreichische Maler Gustav Klimt beteiligt war. Noch bevor er zur Ikone des Wiener Jugendstils und zum Schöpfer von Werken wie „Der Kuss“ wurde, arbeitete Klimt zusammen mit seinem Bruder Ernst und seinem Kollegen Franz Matsch als Teil einer Künstlervereinigung, die als „Künstler-Compagnie“ bekannt ist. Genau ihre frühen Werke schmücken die Gewölbe des Wiener Kulturtempels.

Die Organisatoren haben die Führung als Reise durch das Theater mit drei Schlüsselstationen konzipiert, die dem Besucher ein umfassendes Bild von der Dekoration des Gebäudes vermitteln sollen.

Die erste Station ist die festliche Treppe auf der Seite zum Volksgarten (Feststiege Volksgartenseite). Hier haben die Besucher die Möglichkeit, frisch restaurierte Deckenmalereien zu sehen. In diesem Bereich wird zwar kein Zugang zu den Gerüsten gewährt, aber der Blick von der Treppe auf die erneuerten Farben und Details nach dem Restaurierungsprozess verspricht ein neues visuelles Erlebnis, das von den Ablagerungen der Zeit befreit ist.

Das eigentliche „Abenteuer“ erwartet die Besucher jedoch auf der gegenüberliegenden Seite des Gebäudes, an der Treppe zur Café Landtmann (Feststiege Landtmannseite). Hier ermöglichen die Organisatoren den Besuchern den direkten Zugang zu den Arbeitsgerüsten. Dies ist ein beispielloser Schritt, der die Perspektive auf den historischen Raum verändert. Der Besucher befindet sich auf der gleichen Höhe wie die Figuren auf den Gemälden und kann die Pinselstriche und Techniken erkunden, mit denen junge Künstler Ende des 19. Jahrhunderts monumentale Fresken schufen.

Die drei Erlebnisse werden durch einen Besuch im Foyer von Angelika Prokopp ergänzt. Hier wird das Theater originale sogenannte „Klimt-Kartons“ ausstellen – also Vorzeichnungen und Skizzen, die den finalen Gemälden vorausgingen. Für Kunsthistoriker und die breite Öffentlichkeit ist dies ein wertvoller Einblick in den kreativen Prozess, bei dem zu sehen ist, wie sich die ursprüngliche Idee in das finale Werk verwandelte.

Sicherheit und strenge Regeln: Lassen Sie die Pumps zu Hause

Da ein Teil der Führung im Grunde auf einer Baustelle stattfindet, hat das Burgtheater strenge Sicherheitsregeln festgelegt. Es handelt sich nicht um einen gewöhnlichen Museumsbesuch. Die Organisatoren weisen ausdrücklich darauf hin, dass der Zugang zu den Gerüsten ausschließlich in festem, rutschfestem Schuhwerk erlaubt ist. Besucher in Sandalen, Pumps oder anderem ungeeignetem Schuhwerk können aus diesem Teil der Führung aus Sicherheitsgründen ausgeschlossen werden.

Ein interessanter logistischer Aspekt, an den insbesondere Touristen denken sollten, ist die Frage der Aufbewahrung persönlicher Gegenstände. Vor dem Zugang zu den Gerüsten wird ein Bereich zur Ablage von Taschen und Oberbekleidung eingerichtet, da die Bewegung in beengten Verhältnissen mit einem Rucksack riskant wäre. Das Theater weist jedoch auf einen wichtigen Punkt hin: Es handelt sich nicht um eine klassische bewachte Garderobe. Diese ist nur während der Theateraufführungen mit Personal in Betrieb. Während der Tagesführungen lagern die Besucher ihre Sachen also im Grunde auf eigene Verantwortung, respektive ohne direkte Aufsicht durch die Garderobenmitarbeiter.

Wann und zu welchem Preis: Ticketkampf wird erwartet

Die Exklusivität dieses Erlebnisses ist zeitlich begrenzt. Sonderführungen werden nur während dieser Theatersaison – bis Juni 2026 – stattfinden. Angesichts der Popularität von Gustav Klimt und der Nähe zu Wien wird ein hohes Interesse nicht nur von Einheimischen, sondern auch von Touristen aus der Slowakei erwartet.

Die Preisgestaltung ist relativ freundlich, unter Berücksichtigung der Einzigartigkeit der Attraktion. Ein Basisticket für Erwachsene kostet 25 Euro. Das Theater denkt jedoch auch an verletzliche Gruppen und Jugendliche. Senioren über 65 Jahre zahlen einen ermäßigten Preis von 18 Euro. Den gleichen Betrag, also 18 Euro, zahlen auch Studenten, Lehrlinge und junge Menschen bis 27 Jahre.

Das Ticketverkaufsystem ist so eingerichtet, dass eine sofortige Ausverkaufsgefahr für die gesamte Saison vermieden wird. Termine werden schrittweise veröffentlicht und freigegeben, immer auf monatlicher Basis. Interessierte müssen sich den 10. Tag des Monats im Kalender notieren – genau dann beginnt der Vorverkauf für den folgenden Monat. Tickets können bequem über den Online-Shop des Theaters oder persönlich an den Kassen der Bundestheater erworben werden.

Für diejenigen, die sich für einen spontanen Wochenendausflug entscheiden, ist es gut zu wissen, dass die Tageskasse direkt im Burgtheater an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen nur bis 13:00 Uhr geöffnet ist.

Sprachbarriere und Service für Ausländer

Wien ist sich seiner Position als globale Kulturmetropole bewusst, was sich auch in der sprachlichen Ausstattung der Führer widerspiegelt. Die Führungen werden standardmäßig auf Deutsch und Englisch durchgeführt. Für Besucher aus anderen Ländern hat das Theater schriftliche Zusammenfassungen (Handouts) in fünf Weltsprachen vorbereitet: Englisch, Italienisch, Französisch, Spanisch und Japanisch. Slowakisch fehlt zwar in der Liste, aber für unsere Landsleute ist in der Regel die englische oder deutsche Version ausreichend.

Für organisierte Gruppen, sei es bei Schulreisen oder Firmen-Teambuildings, hat das Theater ein spezielles Reservierungssystem über die E-Mail-Adresse info@burgtheater.at eingeführt, was die Logistik für eine größere Anzahl von Personen vereinfacht.

Praktische Zusammenfassung für slowakische Besucher

Wenn Sie diese Gelegenheit nutzen möchten, ist der Treffpunkt die sogenannte Kassenhalle. Der Eingang befindet sich direkt gegenüber dem Rathausplatz, der für seine Weihnachtsmärkte und das Sommerfilmfestival bekannt ist. Die Organisatoren appellieren an die Pünktlichkeit und empfehlen, mindestens 5 Minuten vor Beginn der Führung zu erscheinen. In unmittelbarer Nähe des Treffpunkts stehen Toiletten zur Verfügung, was ein praktisches Detail insbesondere nach einer langen Reise ist.

Diese Initiative des Burgtheaters ist ein Musterbeispiel dafür, wie aus einer Notlage (Renovierung) eine Tugend und ein Marketing-Hit gemacht werden kann. Anstatt Teile des Theaters vor der Öffentlichkeit zu schließen, laden sie sie direkt in die „Küche“ der Restauratoren ein. Für die Slowaken ist dies eine einzigartige Chance, Klimt anders zu sehen, als sie ihn aus der Belvedere-Galerie kennen – roher, monumentaler und buchstäblich zum Greifen nah.

Die Kombination aus Jubiläum, technischer Interessantheit und dem Namen Klimt deutet jedoch darauf hin, dass die Tickets bereits in den ersten Tagen des Vorverkaufs hart umkämpft sein werden. Die Saison 2025/2026 wird in Wien somit nicht nur der Musik und dem Drama, sondern auch der bildenden Kunst in unkonventionellen Höhen gehören.

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Quelle: https://www.burgtheater.at/sonderfuehrung-klimt-deckengemaelde Foto: © Tommy Hetzel / Burgtheather.at