Slowake tankte mit gestohlenen Kennzeichen: Serie von Benzindiebstählen wurde von der österreichischen Polizei beendet

Kriminelle Fälle, in denen Ausländer auf dem Gebiet Österreichs involviert sind, sind nichts Außergewöhnliches, doch der Fall eines 60-jährigen Slowaken, der sich entschloss, die hohen Kraftstoffpreise auf seine Weise zu bekämpfen, erregte die Aufmerksamkeit der Ermittler durch seine Dreistigkeit und wiederholte Vorgehensweise. Der Mann, dessen Identität die österreichischen Behörden gemäß den Datenschutzgesetzen nur teilweise veröffentlichten, sieht sich schweren Vorwürfen wegen mehrfachen Diebstahls und Missbrauchs fremder Kfz-Kennzeichen gegenüber. Sein „Einsatzgebiet“ war dabei nicht nur auf die Grenzregion beschränkt, sondern erstreckte sich tief ins Inland, konkret in das Bundesland Steiermark.
Die Grundlage des Handelns des Mannes war der Versuch, anonym zu bleiben. Laut Polizeiberichten aus der Steiermark handelte der Mann nach einem vorab ausgearbeiteten Szenario. Bevor er sich zur Tankstelle begab, beschaffte er sich Kfz-Kennzeichen, die weder ihm noch seinem Fahrzeug gehörten. Diese Kennzeichen stammten aus Diebstählen, die entweder auf dem Gebiet der Slowakei oder direkt in Österreich stattfanden.
Nachdem er die gestohlenen Kennzeichen an seinem Fahrzeug angebracht hatte, fuhr er zur Tankstelle, tankte den Tank voll – in einigen Fällen auch in vorbereitete Kanister im Kofferraum – und verließ den Tatort schnell, ohne zu bezahlen. Er vertraute darauf, dass die Kamerasysteme nur die gestohlenen Nummernschilder erfassen würden, was die Ermittler auf eine falsche Spur zu unschuldigen Eigentümern der Kennzeichen führen sollte.
Serie von Diebstählen in der Steiermark
Obwohl die ersten Berichte über seine Aktivitäten in Verbindung mit anderen Bundesländern auftraten, verlagerte sich der Schwerpunkt seiner letzten Aktivitäten gerade in die Steiermark. Dieses bergige Bundesland mit einem dichten Netz von Autobahnen und Schnellstraßen bietet den Tätern ausreichend Fluchtmöglichkeiten.
Das regionale Polizeidirektion in der Steiermark bestätigte, dass der 60-jährige Slowake für mindestens fünf dokumentierte Fälle von „Tanken ohne zu bezahlen“ verantwortlich ist. Der Gesamtschaden beläuft sich auf Tausende Euro, was angesichts der aktuellen Preise für Diesel und Benzin nicht überraschend ist, insbesondere wenn es sich um große Tankmengen handelte.
Scheitern des Plans und Festnahme
Trotz der Tatsache, dass der Täter die Kennzeichen und die Orte seiner Taten wechselte, stieß er auf die gründliche Arbeit der österreichischen Kriminalbeamten. Moderne Systeme zur automatischen Kennzeichenerkennung (ALPR), die in Österreich an wichtigen Verkehrsknotenpunkten installiert sind, begannen Übereinstimmungen zu generieren. Die Polizei bemerkte, dass an verschiedenen Orten derselbe Fahrzeugtyp auftauchte, obwohl mit unterschiedlichen Kennzeichen, die als gestohlen gemeldet wurden.
Seine Festnahme erfolgte, nachdem er im Rahmen einer erweiterten Fahndung als verdächtig eingestuft wurde. Die österreichische Polizei arbeitete eng mit ihren slowakischen Kollegen im Rahmen des Schengen-Informationsaustauschs zusammen, was schließlich zur Identifizierung des 60-jährigen Mannes führte. Bei der Kontrolle des Fahrzeugs wurden Beweise gefunden, die ihn direkt der Manipulation von Kennzeichen überführten.
Rechtliche Folgen und Motivation
Dem Täter droht in Österreich nicht nur eine Strafe wegen Diebstahls von Kraftstoffen, sondern auch wegen Fälschung von Beweismitteln und unbefugter Nutzung fremder Dokumente (Kennzeichen). Angesichts seines Alters und der Tatsache, dass es sich um eine Wiederholungstat handelt, betrachtet die Staatsanwaltschaft in Graz diesen Fall streng.
Die Motivation des 60-jährigen Mannes ist Gegenstand von Spekulationen, doch oft begegnen wir in ähnlichen Fällen einer Kombination aus wirtschaftlicher Not und dem Gefühl der Straflosigkeit beim Überschreiten von Grenzen. Österreichische Ermittler weisen jedoch darauf hin, dass die Sicherheit an Tankstellen in den letzten Jahren radikal gestiegen ist und die Aufklärungsquote solcher Delikte zunimmt.
Breiterer Kontext: Problem der Tanktourismus und Kriminalität
Dieser Fall ist nicht einzigartig. Grenzregionen Österreichs kämpfen seit langem gegen die sogenannte „Benzin-Kriminalität“. Während anständige Bürger die Preisunterschiede legal nutzen, missbrauchen kriminelle Elemente die Offenheit der Grenzen.
„Es ist wichtig zu betonen, dass die Zusammenarbeit zwischen den EU-Ländern im Bereich der Polizei heute auf einem Niveau ist, dass die Flucht über die Grenze nicht mehr automatisch bedeutet, der Strafe zu entkommen,“ sagte ein Sprecher der österreichischen Polizei in Bezug auf ähnliche Fälle.
Für die Tankstellenbesitzer in der Steiermark sind solche Vorfälle ein harter Schlag, da die Margen bei Kraftstoffen niedrig sind und jeder „gestohlene Tank“ bedeutet, dass Tausende weitere Liter verkauft werden müssen, um den Verlust auszugleichen. Viele Tankstellen führen daher ein Vorauszahlungssystem (Prepay) ein, insbesondere in den Nachtstunden, um solchen Situationen vorzubeugen.
Quelle: https://www.kleinezeitung.at/steiermark/20661707/slowake-tankte-mit-gestohlenen-kennzeichen-und-zahlte-nicht Foto: Foto von Engin Akyurt: https://www.pexels.com/de-de/foto/zapfpistole-im-kraftstofftank-eines-weissen-autos-tanken-12377482/












