Auf den Spuren der Kaiserin Sisi: Familienausflug in die Wiener Hofburg

In jedem Urlaub versuche ich, regelmäßig Zeit mit meinen Enkelinnen zu verbringen, was bei Schichtarbeit nicht ganz einfach ist. Auf ihren Wunsch haben wir uns diesmal ins Sisi-Museum in der Hofburg begeben. In der Familienrunde haben wir beschlossen, nach langer Zeit diesen ikonischen Ort zu besuchen. Im Voraus haben wir Tickets bestellt, die nicht die günstigsten sind: Erwachsene 20 € und Kinder 12 €, was bei fünf Personen nicht wenig war. Sponsoring bin ich, die Großmutter – ein aktives Geschenk zu Ostern. Am Eingang drängte sich eine Schlange von Menschen, sodass die Online-Tickets ein Gewinn waren.

Die Kaiserin Sisi ist eine der bekanntesten Vertreterinnen der Habsburger (lebte von 1837 bis 1898). Das Leben der Kaiserin ist ein Mythos, verbunden mit der grausamen Realität einer Frau, die nicht nur vor dem kaiserlichen Hof und dem strengen Protokoll flüchtete, sondern vor allem vor ihrer unruhigen Seele. Gleich zu Beginn waren wir überrascht, dass es nirgendwo möglich ist, Mäntel oder Rucksäcke abzulegen, was in anderen Museen sogar Pflicht ist. Später verstanden wir, warum. Der Rundgang durch das Museum führt durch einen großen Teil der Hofburg und der Ausgang befindet sich beim Amtssitz des österreichischen Präsidenten. Logistisch müssten die Besucher zurück zum Eingang gehen, was bei den Menschenmassen unüberschaubar wäre. Es ist wahrscheinlich besser, das Museum im Sommer zu besuchen, wenn man sich nicht warm anziehen muss.

In der Ausstellung sind Zitate aus ihrem Leben und viele persönliche Dinge zu sehen. Uns interessierte eine Zahnschachtel, über die sich auch ein Zahnarzt freuen würde. Über Sisi war bekannt, dass sie seit ihrer Kindheit Zahnprobleme hatte, weshalb sie auf Fotos nie lächelte. Aus Recherchen habe ich erfahren, dass sie an Anorexie litt und sich nach dem Essen zum Erbrechen zwang. Dazu hatte sie Agoraphobie – sie hasste Menschenmengen und hatte Angst, im Falle einer Panik den Weg aus der Menge nicht zu finden. Jedes ihrer öffentlichen Auftritte war für sie ein Leiden. Nachweislich litt sie auch an Hyperaktivität und war ständig in Bewegung. Im Museum können die Besucher ihr Trainingszimmer sehen. Aus den Informationen ihrer Hofdamen geht hervor, dass Sisi fast täglich mehrere Kilometer zu Fuß zurücklegte und das Personal um sie herum oft wechselte, weil sie mit ihrem hohen Tempo nicht zurechtkamen. Nur zur Information: Im Jahr 1998 wurde in der Medizin eine Diagnose nach ihr benannt: das Sisi-Syndrom. Betroffene Menschen sind hyperaktiv und leiden gleichzeitig an Depressionen.

Familienbande und Schicksale, verborgen in den Gemächern

Sisi kam 1854 im Alter von 17 Jahren zur Hochzeit nach Wien und war eine direkte Cousine ihres Mannes Franz Joseph. Die Mütter des Ehepaars waren Schwestern. Sisi wuchs in einem Anwesen in Possenhofen und in München auf, liebte Tiere, die Natur und die Freiheit, was sie in ihren Gedichten beschrieb. Ein großer literarischer Vorbild für sie war der Dichter Heinrich Heine. Obwohl Filme ihre Beziehung zur Schwiegermutter Sophie dramatisch darstellen, sind Informationen darüber, dass sie sie nicht mochte, nicht bestätigt.

Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor: Sophie Frederika, die im Kindesalter starb, Gisela, die ihr Leben in München verbrachte, Rudolf, bekannt durch seinen tragischen Tod in Mayerling, und die jüngste Maria Valerie, genannt „die ungarische Tochter“. Sisi versuchte ihr ganzes Leben lang, außergewöhnlich dünn zu sein. In der Ausstellung sind Kleider zu sehen, bei denen ihre Taille hervorgehoben wird: sie betrug nur 48 Zentimeter! Bei einer Größe von 172 cm wog sie etwa 50 Kilogramm. Ihre psychischen Probleme behandelte sie mit Hilfe von Kokain, das ihr die Ärzte in verschiedenen Formen anboten, und bei Schmerzen verwendete sie Morphium.

Ein Spaziergang durch die Hofburg war für uns eine nostalgische Rückkehr in die Vergangenheit, die der Wind der Zeit verweht hat. Der störende Faktor sind nur die Massen von Touristen, die sich in den engen Gängen zu Beginn der Besichtigung regelrecht drängen. Später in den repräsentativen Räumen ist die Bewegung bereits freier. Das Urteil für unsere Familie: Das Museum ist einen Besuch wert, man muss jedoch mit einem Ansturm von Menschen rechnen.

Schöne Osterferien und Feiertage. Ihre Jana

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Illustrationsfoto: By בר – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=124507382