Nach monatelanger Suche fassten die Behörden einen Slowaken, der für Dutzende von Diebstählen verantwortlich ist

Monatelang verschwanden in Hotels in ganz Österreich Geld und Wertsachen von Gästen. Ermittler des Landeskriminalamts Steiermark berichten nun von einem Durchbruch in einem Fall, der Dutzende von Einbrüchen betraf. Am Montagabend gelang es ihnen, einen 45-jährigen Slowaken festzunehmen, der als Hauptakteur einer Serie von Diebstählen gilt. Sein Komplize sitzt bereits in der Slowakei in Haft.

Es war eine präzise und langwierige Arbeit der Kriminalbeamten. Seit Januar dieses Jahres häuften sich die Fälle von Einbrüchen in Hotelzimmer und Büros in verschiedenen Teilen Österreichs. Das Szenario war oft ähnlich: Unbekannte Täter nutzten einen Moment der Unaufmerksamkeit des Personals oder der Gäste, drangen in die Zimmer ein und verschwanden mit Bargeld und Schmuck. Die Schäden summierten sich allmählich auf mehrere Zehntausend Euro, und der Ruf der Sicherheit in den Hotels bekam Risse.

Nach monatelanger Beweissammlung und Spurensuche gelang es den Ermittlern, den Hauptverdächtigen zu identifizieren. Auf Grundlage eines Haftbefehls, der von der Staatsanwaltschaft Graz ausgestellt wurde, organisierten Spezialisten der Einheit zur Bekämpfung der Straßenkriminalität (EGS) in der Steiermark einen Einsatz. Am Montag, den 13. Oktober, gegen 21 Uhr, schnappte die Falle zu. In der malerischen Gegend von Stubenberg am See in der Steiermark wurde der 45-jährige Mann mit slowakischer Staatsbürgerschaft festgenommen.

Das Arsenal des Einbrechers und das Geständnis

Die Festnahme war nur der Anfang. Die Kriminalbeamten führten anschließend Durchsuchungen durch, die ihre Verdachtsmomente bestätigten. Sie fanden nicht nur Gegenstände, die wahrscheinlich aus den Diebstählen stammten, sondern auch ein ganzes Arsenal, das für die Begehung von Straftaten notwendig war. Sie sicherten professionelles Einbruchswerkzeug, aber auch verbotene Waffen, eine Airsoft-Pistole und eine unbestimmte Menge an Betäubungsmitteln.

Der festgenommene Mann wurde mit den Beweisen konfrontiert und gab während der Vernehmung zu. Laut dem offiziellen Bericht brach er während des Verhörs zusammen und gestand die Taten. In seiner Aussage gab er an, dass er von Januar bis Oktober 2025 mindestens dreißig Einbrüche in Hotelanlagen im ganzen Land begangen hatte. Sein Ziel waren vor allem Hotelzimmer und Verwaltungsräume, in denen er primär nach leicht verwertbaren Gegenständen – Bargeld und Schmuck – suchte. Die Ermittler arbeiten nun daran, sein Geständnis mit konkreten ungeklärten Fällen zu verknüpfen und den Gesamtschaden zu beziffern.

Zusammenarbeit mit dem slowakischen Komplizen

Die Ermittlungen haben ergeben, dass der 45-jährige Slowake wahrscheinlich nicht immer allein arbeitete. In einigen Fällen soll ihm ein zehn Jahre jüngerer, 35-jähriger Komplize, ebenfalls Staatsbürger der Slowakischen Republik, geholfen haben. Dieser Mann bereitet den österreichischen Behörden jedoch keine Sorgen mehr. Zu dem Zeitpunkt, als sein Partner in den Händen der steirischen Polizei landete, befand er sich bereits in Haft in der Slowakei, wo er wegen anderer, näher nicht spezifizierter Eigentumsdelikte angeklagt ist.

Diese Tatsache wirft die Frage nach internationaler Polizeizusammenarbeit auf. Die österreichischen Ermittler werden nun wahrscheinlich mit ihren slowakischen Kollegen kommunizieren, um herauszufinden, ob die Aktivitäten des Duos auch auf dem Gebiet der Slowakei überschneideten, und um Informationen auszutauschen, die für beide Strafverfahren wichtig sind. Es ist möglich, dass die österreichischen Behörden um die Auslieferung des jüngeren der beiden für eine Strafverfolgung auch in Österreich bitten, was im Rahmen eines europäischen Haftbefehls geschehen würde.

Der Hauptverdächtige, ein 45-jähriger Mann, wurde auf Anordnung des Staatsanwalts in Graz sofort in die Justizanstalt Graz-Jakomini überstellt, wo er in Untersuchungshaft bleibt. Grund dafür ist die Sorge um eine mögliche Flucht oder Fortsetzung der Straftaten. Er sieht sich Anklagen wegen mehrfachen Einbruchs gegenüber, was in Österreich als Straftat mit gewerblichem Charakter eingestuft werden kann, für die strengere Strafen drohen. Der Fund von Waffen und Drogen könnte seine Situation zusätzlich verschärfen. Der Fall steuert somit nach monatelanger Suche auf einen Gerichtsprozess zu, der das volle Ausmaß der Aktivitäten dieses slowakischen Duos im österreichischen Hotelgewerbe aufdecken wird.

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Quelle: LPD Steiermark Foto: Wikimedia Commons