Neue Straßenbahnlinie 27 verbindet dynamische Stadtteile und bringt einen grünen Boulevard

Ab Anfang Oktober wird die Karte des Wiener öffentlichen Verkehrs um eine neue, strategisch bedeutende Achse erweitert. Die Straßenbahnlinie 27 verbindet die beiden bevölkerungsreichsten und am schnellsten wachsenden Stadtbezirke, Floridsdorf und Donaustadt. Das Projekt im Wert von mehreren Millionen Euro verkürzt nicht nur die Reisezeit für Zehntausende von Menschen, sondern ist auch ein Beispiel für moderne Stadtplanung, die ökologische Lösungen dem Asphalt vorzieht.

Wien bestätigt erneut seinen Ruf als Stadt mit einem der besten öffentlichen Verkehrsnetze der Welt. Bereits am 6. Oktober werden die Züge der neuen Straßenbahnlinie 27 zu ihrer ersten Fahrt mit Fahrgästen aufbrechen. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, eine effiziente Queranbindung zwischen dem 21. und 22. Bezirk zu schaffen, die bisher fehlte und die Bewohner oft zu komplizierten Umstiegen zwang. Die neue Linie mit einer Gesamtlänge von 13,5 Kilometern bietet eine direkte Anbindung an wichtige Verkehrsknotenpunkte, einschließlich drei U-Bahn-Linien – U6 in Floridsdorf, U1 am Kagraner Platz und U2 im modernen Stadtteil Aspern Nord.

Die Fahrt von einem Ende zum anderen wird somit nicht nur bequemer, sondern auch deutlich schneller. Beispielsweise bewältigt die neue Straßenbahn die Strecke zwischen den U-Bahn-Stationen U1 Kagraner Platz und U2 Aspern Nord in etwa 17 Minuten, was eine erhebliche Zeitersparnis darstellt. Für Tausende von Bewohnern, die täglich zwischen diesen beiden dynamischen Stadtteilen zur Arbeit oder zur Schule pendeln, ist dies eine grundlegende Verbesserung der Lebensqualität.

Grüne Achse statt Betondschungel

Das Projekt der Linie 27 ist mehr als nur das Verlegen von Gleisen. Es ist das Flaggschiff der städtischen Philosophie „Raus aus dem Asphalt“. Herzstück der neuen Strecke ist ein 2,4 Kilometer langer neugebauter Abschnitt entlang der zukünftigen Hirschstettner Hauptallee, der als moderner grüner Boulevard konzipiert wurde. Der Autoverkehr wird hier vollständig ausgeschlossen, der Raum steht ausschließlich Fußgängern, Radfahrern und dem öffentlichen Verkehr zur Verfügung.

Auf 800 Metern dieses Abschnitts wurde die Strecke als sogenannter „grüner Streifen“ angelegt, bei dem die Gleise in einem Rasenbelag liegen. Diese Lösung sieht nicht nur ästhetischer aus, sondern hilft auch, Regenwasser zu speichern, reduziert Lärm und kühlt in den Sommermonaten die Umgebung. Der klimatische und ökologische Aspekt des Projekts wird auch durch die Pflanzung von 300 neuen Bäumen unterstrichen, die in Zukunft eine angenehme Allee bilden werden. Laut Berechnungen der Stadt hat der Betrieb der neuen Linie das Potenzial, jährlich bis zu 1.600 Tonnen CO2-Emissionen im Vergleich zum individuellen Autoverkehr einzusparen.

„Mit der Linie 27 starten wir bereits die zweite neue Straßenbahnlinie in diesem Jahr. Sie verbindet zwei stark wachsende Bezirke und schafft Anbindungen an gleich drei U-Bahn- und S-Bahn-Linien,“ sagte während der feierlichen ersten Fahrt die Stadträtin für Planung und Mobilität, Ulli Sima. „Ich bin besonders stolz auf die klimafreundliche Gestaltung, bei der wir 300 Bäume gepflanzt und 800 Meter begrünten Gleis gebaut haben.“

Für die Zukunft und Zehntausende von Menschen geplant

Die neue Linie wurde von Anfang an mit Blick auf die zukünftige Entwicklung der Stadt geplant. Sie verbindet direkt zwei große neue Stadtteile – Berresgasse und Heidjöchl –, in denen in den kommenden Jahren Tausende neuer Wohnungen entstehen werden. Nach der vollständigen Fertigstellung dieser Gebiete werden bis zu 34.000 Menschen in fußläufiger Nähe zu den Haltestellen der Linie 27 leben. Die Wiener Linien schätzen, dass die Linie in Zukunft täglich etwa 20.000 Fahrgäste befördern könnte.

Dem entspricht auch die festgelegte Taktfrequenz. Während der morgendlichen Hauptverkehrszeiten an Schultagen werden die Züge im 6,5-Minuten-Takt fahren, nachmittags alle 7,5 Minuten. Auf dem gemeinsamen Abschnitt mit der Linie 26, die von Strebersdorf führt, wird der Takt zu den Stoßzeiten auf beeindruckende 3,5 Minuten verkürzt.

Die Zuverlässigkeit des Betriebs wird durch die Tatsache gewährleistet, dass die neue Strecke fast über ihre gesamte Länge physisch vom Autoverkehr getrennt ist, wodurch das Risiko von Verspätungen durch Verkehrsstaus minimiert wird. „Wir erweitern das Wiener Straßenbahnnetz um eine leistungsstarke Verbindung. Es ist uns wichtig, nicht nur neue Strecken zu bauen, sondern auch die Qualität und Zuverlässigkeit des gesamten Netzes kontinuierlich zu erhöhen,“ ergänzte Alexandra Reinagl, die Geschäftsführerin der Wiener Linien.

Eine technische Besonderheit des Projekts ist die 120 Meter lange und 15 Meter breite Brückenkonstruktion am Verkehrsknotenpunkt Aspern Nord. Über diese neue Brücke fährt die Straßenbahn über die Strecke der U-Bahn-Linie U2 und der S-Bahn, was einen bequemen und barrierefreien Umstieg zwischen den verschiedenen Verkehrsmitteln ermöglicht.

Laut dem Bürgermeister des Stadtteils Donaustadt, Ernst Nevrivy, wird die neue Linie erheblich zur hohen Lebensqualität in der Region beitragen. Sein Kollege aus Floridsdorf, Georg Papai, betonte hingegen, dass die Stärkung des Verkehrs die Voraussetzungen für die zukünftige Entwicklung weiterer städtischer Gebiete, wie Donaufeld, schafft, ohne die bestehende Infrastruktur zu überlasten. Die Inbetriebnahme der Linie 27 ist somit nicht nur eine gewöhnliche Änderung der Fahrpläne, sondern ein durchdachter Schritt in der langfristigen Strategie Wiens, eine noch zugänglichere, grünere und lebenswertere Stadt zu werden.

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Quelle: Wiener Linien / Stadt Wien Foto: CopyrightWiener Linien / Simon Wöhrer