Die neue Grippesaison steht vor der Tür

Mit dem Einzug des Herbstes kehrt neben fallendem Laub und kühleren Tagen auch das Thema Atemwegserkrankungen untrennbar in den öffentlichen Raum zurück. Während viele bei jedem Niesen mit der Hand abwinken und denken, es sei nur eine „gewöhnliche Erkältung“, heben Experten den warnenden Finger. Die echte Grippe, fachlich als Influenza bezeichnet, ist nämlich ein ernstzunehmender Gegner für den menschlichen Organismus. Ihr Auftreten ist blitzschnell, der Verlauf erschöpfend und die Folgen können fatal sein, insbesondere für verletzliche Bevölkerungsgruppen. Die geplante Impfkampagne für die Saison 2025/2026 erinnert erneut daran, dass die wirksamste Waffe die Prävention bleibt.

Vergessen Sie den langsamen und schleichenden Beginn einer Erkältung, den wir von einer gewöhnlichen Erkältung kennen. Die Grippe schlägt plötzlich und ohne Vorwarnung zu. Aus voller Gesundheit fällt man innerhalb weniger Stunden in einen Zustand mit hohem Fieber über 38 °C, begleitet von Schüttelfrost und Frösteln. Dazu kommen intensive Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen im ganzen Körper. Patienten beschreiben oft das Gefühl, als hätte sie ein „Dampfrad überrollt“. Ein trockener, reizender Husten und extreme Müdigkeit, die einen ans Bett fesselt, sind weitere typische Symptome.

Gerade diese Heftigkeit und Komplexität der Symptome sind der entscheidende Unterschied zur grippeähnlichen Infektion, also einer gewöhnlichen Erkältung. Bei letzterer ist das Fieber in der Regel nur leicht erhöht, Symptome wie Schnupfen und Halsschmerzen dominieren und der allgemeine Zustand des Körpers ist nicht so stark beeinträchtigt. Es lohnt sich jedoch nicht, diesen Unterschied zu unterschätzen. Während eine Erkältung meist nur eine Unannehmlichkeit für ein paar Tage darstellt, ist die Grippe eine ernsthafte Gesundheitsgefahr, die Ruhe im Bett erfordert und im Falle von Komplikationen auch sofortige medizinische Hilfe.

Das Grippevirus verbreitet sich extrem leicht. Es genügt, dass eine infizierte Person niest oder hustet, und es werden Tausende mikroskopisch kleiner Tröpfchen mit dem Virus in die Umgebung freigesetzt, die dann von einer anderen Person eingeatmet werden. Auch die Übertragung durch kontaminierte Hände oder Oberflächen ist ebenso wirksam, da das Virus mehrere Stunden überleben kann. Die Inkubationszeit ist dabei sehr kurz – von einem bis vier Tagen, was zur schnellen, fast explosiven Verbreitung in Gemeinschaften beiträgt.

Unsichtbare Gefahr: Wer ist am meisten gefährdet und welche Risiken bestehen?

Obwohl die Grippe auch junge und gesunde Menschen plagen kann, stellt sie für bestimmte Gruppen eine tödliche Gefahr dar. Dazu gehören insbesondere Senioren über 65 Jahre, deren Immunsystem bereits natürlich schwächer wird, kleine Kinder, schwangere Frauen und Menschen mit chronischen Erkrankungen.

Gerade bei Patienten, die an Asthma, chronisch obstruktiver Lungenerkrankung, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden, kann die Grippe wie ein Zünder wirken. Die Virusinfektion belastet den Körper extrem und kann zu einer drastischen Verschlechterung ihrer Grunddiagnose führen.

Die größte Bedrohung sind jedoch begleitende Komplikationen. Die häufigste davon ist die sekundäre bakterielle Pneumonie, also eine Lungenentzündung. Der geschwächte Körper kann sich nicht gegen Bakterien wehren, die das durch das Virus geschädigte Lungengewebe angreifen. Zu weiteren schweren, wenn auch selteneren Komplikationen gehören Myokarditis (Entzündung des Herzmuskels) oder Enzephalitis (Entzündung des Gehirns). Diese Zustände erfordern eine sofortige Hospitalisierung und können trotz moderner Behandlung bleibende Folgen hinterlassen oder tödlich enden. Aus diesem Grund ist es wichtig, den Verlauf nicht zu unterschätzen und bei Verdacht auf Komplikationen, wie Atemprobleme oder Brustschmerzen, sofort medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Der effektivste Weg zum Schutz

Im Kampf gegen die Grippe stehen uns auch moderne Medizin zur Verfügung. Wenn die Behandlung mit antiviralen Medikamenten rechtzeitig, idealerweise innerhalb von 48 Stunden nach den ersten Symptomen, begonnen wird, kann sie den Verlauf der Erkrankung mildern und ihre Dauer verkürzen. Diese Medikamente wirken jedoch nicht wie Antibiotika gegen Bakterien – sie verhindern lediglich die weitere Vermehrung des Virus im Körper. Sie sind rezeptpflichtig und ihre Anwendung muss vom Arzt abgewogen werden.

Die eindeutig effektivste und sicherste Form des Schutzes vor der Grippe und ihren Folgen bleibt jedoch die jährliche Impfung. Das Grippevirus mutiert ständig, weshalb die Zusammensetzung des Impfstoffs jedes Jahr entsprechend den Stämmen aktualisiert werden muss, deren Zirkulation von weltweiten Epidemiologen vorhergesagt wird.

In Österreich wurden bereits die Pläne für die Impfkampagne 2025/2026 veröffentlicht. Die Terminreservierungen beginnen Mitte Oktober und die eigentliche Impfung startet Anfang November. Der Impfstoff wird für die Bevölkerung an mehreren Orten kostenlos verfügbar sein, von spezialisierten Zentren bis hin zu den Praxen von Allgemeinmedizinern. Ähnliche Programme gibt es auch in der Slowakei, wo die Impfung für Risikogruppen vollständig oder teilweise von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen wird. Am besten informiert man sich über die genauen Bedingungen bei seinem Hausarzt oder seiner Krankenkasse.

Die Impfung schützt nicht nur die geimpfte Person vor einem schweren Verlauf, sondern schafft auch eine Herdenimmunität, die auch die verletzlichsten Menschen in unserer Umgebung schützt, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können. Es ist ein Akt der persönlichen Verantwortung, der gesellschaftliche Bedeutung hat.

Die Grippesaison rückt näher und Information ist der erste Schritt zum Gesundheitsschutz. Die Symptome zu erkennen, die Risiken nicht zu unterschätzen und die verfügbaren Präventionsmöglichkeiten, insbesondere die Impfung, in Betracht zu ziehen, ist ein Zeichen von Verantwortung gegenüber sich selbst und seiner Umgebung.

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Quelle: https://impfservice.wien/grippe/ Foto: https://images.pexels.com/photos/8376208/pexels-photo-8376208.jpeg