Die Modernisierung der Straßenbahn brachte nicht nur neue Gleise, sondern auch Bäume und einen kilometerlangen Radweg

Die österreichische Hauptstadt eröffnet kurz vor Weihnachten eine revitalisierte Schlüsselverkehrsader im dritten Bezirk. Das Projekt der Linie 18 ist ein Lehrbuchbeispiel dafür, wie notwendige technische Wartung mit der Anpassung der Stadt an den Klimawandel und der Förderung von Mikromobilität verbunden werden kann. Während die Fahrgäste auf die alte Strecke zurückkehren, arbeitet die Stadt bereits intensiv an der Anbindung an den Prater, die als Absicherung bei größeren Bahnausfällen dienen soll.
In einer Zeit, in der viele europäische Städte mit endlosen Baustellen und langwierigen öffentlichen Ausschreibungen kämpfen, bestätigt Wien erneut seinen Ruf als Vorreiter im Bereich öffentlicher Verkehr und Urbanismus. Die Wiener Linien haben angekündigt, dass die Straßenbahnlinie 18 ab dem 19. Dezember, also symbolisch vor den Weihnachtsfeiertagen, auf ihre ursprüngliche Strecke zwischen Burggasse-Stadthalle und der U-Bahn-Station Schlachthausgasse zurückkehrt.
Der Abschluss der Arbeiten im dicht besiedelten dritten Wiener Bezirk (Landstraße) ist jedoch nicht nur ein Austausch von abgenutztem Eisen gegen neues. Die Stadt nutzte die Bauarbeiten für eine umfassende Transformation des Straßenprofils und wandte ihre Strategie „Raus aus dem Asphalt“ an. Das Ergebnis ist eine modernere Strecke, sicherere Straßen für Radfahrer und mehr Grün in der Betonwüste.
Mehr als nur Gleiserneuerung
Der technische Umfang der Arbeiten, die die Wiener Ingenieure realisieren konnten, ist beeindruckend. Im Rahmen der Modernisierung wurden in den Jahren 2024 und 2025 etwa 3.700 Meter Gleise ausgetauscht und siebzehn neue Weichen installiert. Dieser Schritt war notwendig, um die Flüssigkeit und Sicherheit des Betriebs auf einer der am stärksten frequentierten Tangentiallinien der Stadt zu gewährleisten.
Die Direktorin der Wiener Linien, Alexandra Reinagl, betonte bei der Eröffnung, dass die Modernisierung auch barrierefreie Anpassungen der Haltestellen umfasste, was im Kontext einer alternden Bevölkerung und Inklusion ein entscheidender Faktor ist. „Modernisierungen sind notwendig für einen zuverlässigen öffentlichen Verkehr. Jetzt setzen wir jedoch mit voller Kraft die Verlängerung der Linie bis zum Stadion fort,“ sagte Reinagl und deutete damit an, dass die aktuelle Eröffnung nur die erste Phase eines ehrgeizigeren Plans ist.
Grüne Offensive im dritten Bezirk
Was den Wiener Ansatz von der üblichen Infrastrukturpflege unterscheidet, ist der Mehrwert für den öffentlichen Raum. In den Bereichen Landstraßer Hauptstraße, Viehmarktgasse und Rennweg gab es eine deutliche „Entsiegelung“ der Flächen. Anstelle von glühendem Asphalt wurden etwa 1.000 Quadratmeter neue Grünflächen geschaffen, die helfen sollen, die städtischen Wärmeinseln abzukühlen.
Ein Teil des Projekts ist auch die Pflanzung von Bäumen. Aktuell wurden 33 neue Exemplare gepflanzt, was jedoch nur der Anfang ist. Insgesamt sollen, einschließlich der geplanten Verlängerung der Strecke, bis zu 200 Bäume in dieser Gegend gepflanzt werden. Für die Bewohner des dritten Bezirks bedeutet dies nicht nur eine ästhetische Verbesserung, sondern auch einen realen Beitrag zur besseren Luftqualität und Mikroklima. Die Mobilitätsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) hob diesen Aspekt als „Plus für die Lebensqualität“ hervor und betonte, dass das Projekt den Verkehr nicht nur effizienter macht, sondern auch beruhigt.
Radrevolution in der Landstraße
Ein wesentlicher Bestandteil der Rekonstruktion ist die massive Unterstützung des Radverkehrs. Wien arbeitet seit langem daran, sein Radnetz zu konsolidieren, und die Modernisierung der Linie 18 brachte etwa einen Kilometer neuer Radwege.
Ein zentrales Element ist der neue beidseitige Radweg auf der Landstraßer Hauptstraße (zwischen Leberstraße und Viehmarktgasse). Dieser Abschnitt verbindet strategisch wichtige Punkte wie Gürtel, den Rochusmarkt und das Gebiet St. Marx. Für Radfahrer bedeutet dies das Ende des Slalomfahrens zwischen Autos und eine sichere, segregierte Strecke.
Ähnliche Anpassungen fanden auch an der Rennweg und Viehmarktgasse statt. Für die wissenschaftliche und studentische Gemeinschaft ist die Anbindung an das Vienna BioCenter und das Mediaquarter besonders wichtig. Erich Hohenberger, der Bürgermeister des dritten Bezirks, erinnerte daran, dass von diesen Änderungen nicht nur die Mitarbeiter der Wissenschaftszentren profitieren werden, sondern auch die Schüler der umliegenden Schulen, einschließlich der HTL in der Leberstraße. Wien zeigt somit in der Praxis, wie eine Stadt der kurzen Wege gebaut wird.
Strategische Absicherung für 2026
Während die Bewohner der Landstraße sich vom Baulärm erholen können, ziehen die schweren Maschinen weiter in Richtung Donau. Die größte Herausforderung liegt für die Bauarbeiter in der Verlängerung der Linie 18 bis zur U-Bahn-Station U2 Stadion.
Dieser 3,1 Kilometer lange Abschnitt, der im Herbst 2026 fertiggestellt werden soll, hat eine grundlegende strategische Bedeutung für den gesamten Wiener Verkehr. Die neue Strecke wird über den Ludwig-Koeßler-Platz, die Stadionbrücke und direkt durch das grüne Herz Wiens – den Prater – bis zum Ernst-Happel-Stadion führen.
Warum ist diese Verbindung so wichtig? Neben der Tatsache, dass die Straßenbahn die Buslinie 77A ersetzen und eine direkte Verbindung für Besucher zum Stadionbad oder zu Sportveranstaltungen bieten wird, spielt sie eine Schlüsselrolle bei der geplanten Rekonstruktion der Wiener S-Bahn.
Ab September 2026 erwartet Wien eine umfangreiche Sperrung auf der Stammstrecke der S-Bahn. Gerade die verlängerte Linie 18 soll als lebenswichtige Alternative dienen, die die S-Bahn-Station Wien St. Marx mit dem Osten der Stadt verbindet und die überlasteten U-Bahn- und Buslinien entlastet. Es ist ein Musterbeispiel für langfristige Planung, bei der die Stadt Kapazitäten aufbaut, bevor eine Krisensituation eintritt.
🚀 Všetky rozhovory na jednom mieste!
Máte tip pre Viedenčana? Pošlite nám ho!
Naším cieľom je prinášať vám relevantné a užitočné informácie zo života v Rakúsku. Zameriavame sa predovšetkým na Slovákov vo Viedni a celkovo na Slovákov v Rakúsku, ktorí si zvolili túto krajinu za svoj domov. Ak máte námet na článok, dôležitú informáciu, príbeh z praxe, alebo sa chcete podeliť o svoje skúsenosti s prácou či životom v Rakúsku, neváhajte sa s nami spojiť! Vaše tipy sú pre nás cenné a pomáhajú nám tvoriť obsah, ktorý skutočne zaujíma a pomáha našim čitateľom.
Napíšte nám na redakcia@viedencan.at alebo použite WhatsApp na čísle +43 660 6098140. Tešíme sa na vaše správy!
Páčil sa Vám článok?
Tvorba a aktualizácia obsahu na Viedenčanovi si vyžaduje veľa hodín rešeršovania a písania. Podporte našu prácu pri tvorbe obsahu pre Slovákov v Rakúsku kúpou predplatného. Každá podpora nás motivuje pokračovať ďalej. Ďakujeme! ❤️ S pozdravom Boris, Eva a Janka – Viedencan.at
Tri flexibilné cesty k podpore
Pre našich verných čitateľov sme pripravili Viedenčan+ – prémiovú službu pre čítanie bez kompromisov.
Rok bez reklám (9,99 €):
Nerušené čítanie: Obsah bez komerčných plôch a sponzorovaných odkazov. Sústreďte sa len na to podstatné.
Mesačné predplatné (3,99 €):
Štandardná mesačná platba ponúka plný prístup ku všetkým výhodám. Tento balík neobsahuje žiadnu viazanosť a predplatiteľ ho môže kedykoľvek jednoducho zrušiť v nastaveniach svojho účtu.
Ročné predplatné (29,90 €):
Kupón OKTOBER: Zľava až 50 % na ročné predplatné!
✅ Čítanie bez reklám: Už žiadne bannery ani vyskakovacie okná. Sústreďte sa len na obsah.
🔒 Neobmedzený prístup: Odomknite všetky uzamknuté prémiové a archívne články.
📰 Exkluzívny obsah: Čítajte vybraný nový obsah skôr, ako bude prístupný pre verejnosť.
❤️ Priama podpora: Pomôžte nám budovať silnú a nezávislú redakciu.
Viac o predplatnom nájdete tu: https://viedencan.at/plus/, alebo tu: Viedenčan+: Nová možnosť, ako nás podporiť
Quelle: Wiener Linien Foto: Copyright: ZOOMVP.AT












