Die junge Generation und das NEET-Problem: Eine Bedrohung für die Zukunft

Das Leben ist im ständigen Wandel, und damit auch die Dynamik in Partnerschaften, besonders wenn beide Partner im Schichtdienst tätig sind. Viele Familien sehen sich nur selten, ihre alltäglichen Interaktionen beschränken sich auf kurze Telefonate und die Planung freier Tage. In diesem Artikel beleuchten wir die Herausforderungen, denen sich die Generation der Schichtarbeiter gegenübersieht, und wie sie versuchen, Nähe und Verständnis in ihrer Beziehung zu bewahren.
Schichtarbeit und ihre Auswirkungen auf Beziehungen
Ich bewundere oft Familien, die jeden Abend gemeinsam am Tisch sitzen, Zeit für ein Abendessen, Diskussionen und vielleicht später einen Film haben. Mein Mann und ich kennen diese Realität seit sechs Jahren nicht mehr. Unsere Dienste im sozialen Bereich überschneiden sich selten, was bedeutet, dass einer zu Hause ist, während der andere arbeitet. Manchmal lachen wir darüber, dass wir uns so selten sehen, dass wir keine Zeit zum Streiten haben und ein Großteil unseres Lebens über Telefon oder E-Mail abläuft. Wir sind uns beide bewusst, dass ohne gegenseitiges Verständnis für unsere Arbeit unsere Wege längst auseinandergegangen wären. Gleichzeitig sehen wir, dass für unsere jüngeren Kollegen mit Partnern, die von Montag bis Freitag arbeiten, früher oder später die Zeit für Entscheidungen und Veränderungen kommt.
Zukunft und Herausforderungen der NEET-Generation
Wie sieht das Leben von Paaren aus, die im Schichtdienst arbeiten und sich nur nach Möglichkeit und an freien Tagen sehen? Die Antwort ist klar: so gut es geht, und manchmal eben nur telefonisch. Oft haben wir nur einen freien Tag pro Woche. Wir versuchen, diesen Tag für ein paar gemeinsame Stunden zu nutzen – das ist unser Sonntag, auch wenn es Mittwoch ist. Woche für Woche, meist beim Frühstück, stellen wir überrascht fest: „Ach, du bist zu Hause, ich habe deine Dienste wieder verwechselt.“ Dann koordinieren wir, wer wann arbeitet, wer Nachtschicht hat und wann der Ruhetag ist. Bei uns gilt die Regel: Wer zu Hause ist, übernimmt das Kochen, Einkaufen und Putzen. Nach Absprache wird gekocht, was wir „demokratisch“ wählen, oft Eintöpfe und Suppen für zwei Tage. Die Kinder werden koordiniert, wer wann „auftaucht“. Im Teenageralter fallen viele Termine weg, die Kinder erledigen sie selbst. Oft ist einer von uns zu Hause, während der andere das ganze Wochenende Dienst hat. Langsam haben wir uns an diese Lebensweise gewöhnt. Wenn wir beide frei haben, was manchmal nur alle 14 Tage vorkommt, versuchen wir, die Zeit gemeinsam zu verbringen, sei es bei kulturellen Veranstaltungen, im Kino oder bei einem Treffen mit Freunden oder einem Abendessen in unseren Lieblingsrestaurants.
In unseren Teams sehen wir deutlich, dass immer weniger junge Menschen bereit sind, nach dem Gesetz der Dienste zu leben. Ganz zu schweigen von der ständigen Vertretung kranker Kollegen, die unvorhergesehen und viel zu häufig vorkommt. Die jüngere Generation gebildeter Menschen ist nicht mehr bereit, ihr Leben der Arbeit unterzuordnen. Das bedeutet, dass sie kündigen, wenn ihnen die Arbeitszeiten nicht passen, und nach einer Stelle suchen, die besser in ihren Lebensrhythmus passt. Zufällig las ich im Internet, was uns erwartet, wenn junge Menschen keine Bedingungen finden, um in den Arbeitsprozess einzusteigen. Viele suchen sie nicht einmal, sind frustriert und versuchen, mit dem Minimum zu leben, während die virtuelle Welt der sozialen Medien zu ihrem „Zuhause“ wird. Mit Hilfe von Eltern, Großeltern und Unterstützung durch weit verzweigte Familien wächst nach dem Schulabschluss eine Generation NEET (Not in Education, Employment, or Training) heran – keine Ausbildung, keine Beschäftigung, keine Kurse. Die Jugend lebt von der finanziellen Unterstützung der Familien und minimaler staatlicher Sozialhilfe. Eine wichtige Rolle spielt auch das kostenlose Hotel Mama, das bei der jungen Generation, oft auch noch nach vierzig, große Beliebtheit genießt.
Das Problem der NEET-Generation ist in ganz Europa und auch in wirtschaftlich fortgeschrittenen Ländern bekannt. Es liegt an uns und der Gesellschaft, in der wir leben, ob wir die Arbeitsbedingungen in vielen Wirtschaftszweigen ändern und verbessern können, damit sich die junge Generation aktiv in den Arbeitsprozess einbringt, oder ob sie perspektivlos auf den Sofas sitzen bleibt. Es muss sofort gehandelt werden, vor allem im sozialen und gesundheitlichen Bereich, damit wir nicht erleben, dass die Zahl der alten und kranken Klienten zunimmt und niemand da ist, der sich um sie kümmert! Wie sehen Sie unsere Zukunft?
Ihre Jana
Quellen:
Symbolfoto: Pexels.com
Autorin: Jana Graff Löwbeer
Mail: jana.graff@viedencan.at












