Michael Ludwig legte erneut den Eid ab, vom Präsidenten zum Wiener Landeshauptmann ernannt

Michael Ludwig legte am Freitagvormittag offiziell den Eid vor dem Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen ab und setzt damit seine Tätigkeit als Bürgermeister und Landeshauptmann von Wien fort. Der feierliche Akt im Hofburg fand im Schatten der tragischen Ereignisse in Graz statt, die auch die Ansprachen beider Politiker prägten.
In Wien fanden im April Landtagswahlen statt, nach denen sich die Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ) und die Liberalen von NEOS auf die Fortsetzung der gemeinsamen Koalition einigten, die seit 2020 besteht. Da Wien den Status einer Stadt und eines Bundeslandes hat, ist der Bürgermeister gleichzeitig auch Landeshauptmann.
Die Ernennung selbst fand aus zeitlichen Gründen nicht wie üblich am Tag der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats statt, sondern erfolgte mit mehrtägiger Verzögerung.
Herausforderungen für die wachsende Stadt
Präsident Alexander Van der Bellen gratulierte Ludwig in seiner Ansprache zu seinem Wahlerfolg und hob die hohe Lebensqualität in der Stadt hervor, die sich seiner Meinung nach ein gewisses „Abonnement auf den ersten Platz“ in internationalen Rankings sichert.
Gleichzeitig wies er jedoch auf die „realen Herausforderungen“ hin, vor denen die Metropole steht. „Wien ist eine wachsende Stadt,“ bemerkte er und betonte, dass auch die Infrastruktur wachsen müsse. Thema der nachwahllichen Verhandlungen müsse auch Bildung und in Anbetracht der jüngsten Ereignisse auch Sicherheitsfragen sein.
„Nach dem schrecklichen Terror in Graz und der Trauer, die unser Land ergriffen hat, ist es notwendig, erneut über Sicherheitsfragen und die umfassendste Prävention zu diskutieren,“ erklärte Van der Bellen. Er fügte jedoch hinzu, dass eine hundertprozentige Sicherheit wahrscheinlich niemals gewährleistet werden kann.
Der Präsident sieht auch neue Chancen für Wien als Universitätsstadt im Zusammenhang mit einem möglichen „Brain Drain“ aus den USA, wies jedoch gleichzeitig auf die schwierige finanzielle Situation der Gemeinden hin, wobei er insbesondere die Zinsen auf die Verschuldung als problematisch erachtet.
Ludwig fordert strengere Waffengesetze
Michael Ludwig reagierte in seiner Erklärung nach der Eidabgabe auf die aktuelle Situation und appellierte an eine Verschärfung der Gesetzgebung zur Waffenbesitz. Seiner Meinung nach ist es besorgniserregend, dass die Anzahl der Waffen in Österreich in den letzten Jahren von einer Million auf fast 1,5 Millionen gestiegen ist.
„Ich sage immer, dass mehr Waffen nicht mehr Sicherheit, sondern weniger Sicherheit bedeuten,“ betonte Ludwig. Er schlägt vor, über eine Einschränkung des Zugangs zu Waffen nachzudenken. Er erinnerte daran, dass er in Wien bereits Zonen mit einem Waffenverbot an bestimmten öffentlichen Orten durchgesetzt hat und jetzt sei die Frage, ob in privaten Haushalten so viele Waffen notwendig sind. Er forderte dazu auf, weitere Schritte und Maßnahmen als Folge der „schrecklichen Ereignisse“ zu überdenken.
Quelle: https://www.vienna.at/ludwig-erneut-als-wiener-landeshauptmann-angelobt/9476351
Quelle: https://www.meineabgeordneten.at/image/dossierjpg/Michael.Ludwig_1655284009.jpeg












