Wie viel verdient man in Österreich? Neue Studie zeigt Gehälter nach Alter und Geschlecht

Die neueste Gehaltsanalyse des österreichischen Arbeitsmarktes offenbart nicht nur, in welchen Branchen und Bundesländern die Gehälter am großzügigsten sind, sondern auch die anhaltende und mit dem Alter wachsende Lohnlücke zwischen Männern und Frauen. Während ein Hochschulabschluss und eine Anstellung in Wien nahezu eine Garantie für überdurchschnittliches Einkommen sind, zeigt die Realität für viele Arbeitnehmer ein anderes Bild.
Eine neue Studie, die die Einkommensverhältnisse in Österreich untersucht, bietet einen detaillierten Einblick in das, was es tatsächlich bedeutet, bei unseren westlichen Nachbarn zu arbeiten. Basierend auf der Analyse von mehr als zwanzigtausend Gehaltsdaten, die das Jobportal StepStone durchgeführt hat, wurde das mediane Jahresgehalt auf 50.633 € brutto festgelegt. Diese Zahl ist entscheidend für das Verständnis der Realität eines durchschnittlichen Arbeitnehmers. Das bedeutet, dass genau die Hälfte der Menschen in Österreich weniger und die andere Hälfte mehr verdient.
Diese Zahl ist ein wesentlich präziserer Indikator als das durchschnittliche Gehalt, das bis zu 57.731 € pro Jahr beträgt. Der Unterschied zwischen Median und Durchschnitt deutet darauf hin, dass eine Handvoll extrem hoher Gehälter, beispielsweise in Führungspositionen, den Durchschnitt stark nach oben zieht und somit den Blick darauf verzerrt, wie viel ein typischer Österreicher oder eine typische Österreicherin nach Hause bringt. Für die überwältigende Mehrheit der Arbeitnehmer ist daher der Medianwert relevanter.
Lohnungleichheit, die mit dem Alter wächst
Eines der besorgniserregendsten Ergebnisse der Analyse ist der anhaltende und signifikante Unterschied in der Vergütung von Männern und Frauen. Während das mediane Gehalt eines Mannes 55.333 € pro Jahr beträgt, verdient eine Frau in derselben statistischen Position nur 45.067 €. Der jährliche Unterschied beträgt somit alarmierende 10.266 €, was in Prozent bedeutet, dass Frauen im Durchschnitt 18,6 % weniger verdienen.
Dieses Phänomen, bekannt als „Gender Pay Gap“, ist nicht nur eine statische Zahl. Die Datenanalyse zeigt, dass sich die Schere zwischen den Gehältern von Männern und Frauen mit zunehmendem Alter und Berufserfahrung dramatisch öffnet. Während zu Beginn der Karriere, in der Altersgruppe von 20 bis 29 Jahren, der Unterschied relativ geringer ist (11,6 %), erreicht die Lohnungleichheit in der Kategorie von 50 bis 59 Jahren alarmierende 27,4 %.
Ein Mann über fünfzig hat ein medianes Gehalt von 62.000 €, während seine Altersgenossin nur 48.667 € verdient. Die Ursachen für diesen Zustand sind komplex. Zu den häufigsten genannten Faktoren gehören Karrierepausen von Frauen aufgrund von Mutterschafts- und Elternzeit, ihre häufigere Tätigkeit in Sektoren mit niedrigerer finanzieller Vergütung und ein geringerer Anteil an Führungs- und Managementpositionen.
Der Schlüssel zu einem höheren Gehalt sind Bildung und die richtige Region
Die Analyse bestätigt eindeutig, dass sich eine Investition in Bildung in Österreich auszahlt. Ein Mitarbeiter mit Hochschulabschluss kann mit einem medianen Gehalt von 61.267 € pro Jahr rechnen. Im Gegensatz dazu haben Personen mit einer abgeschlossenen Lehre ein medianes Einkommen von 45.000 €, was nur geringfügig weniger ist als bei Mitarbeitern mit Matura (48.000 €). Ein Hochschulabschluss stellt somit einen finanziellen Sprung von über 13.000 € pro Jahr im Vergleich zur Matura dar.
Ein ebenso wichtiger Faktor ist der geografische Standort des Arbeitsplatzes. Das Finanzzentrum und der Ort mit den höchsten Gehältern bleibt die Hauptstadt Wien, wo das mediane Gehalt 55.333 € beträgt. Eng gefolgt von der wirtschaftlich starken Region Vorarlberg (53.667 €) und Salzburg (52.500 €). Am anderen Ende der Skala befindet sich Kärnten, wo das mediane Gehalt das niedrigste im Land ist – 46.667 €.
Bei der Jobsuche lohnt es sich auch, auf die richtige Branche zu achten. Wie zu erwarten, bieten die lukrativsten Gehälter Sektoren mit hoher Wertschöpfung. Dominierend sind die Informationstechnologie (IT), der Finanzsektor, die Pharmaindustrie, strategische Beratung und Medizintechnik. Im Gegensatz dazu sind die niedrigsten Gehälter seit langem im Bereich der Hotellerie und Gastronomie zu finden, Sektoren, die oft von saisonalen Arbeiten und geringerer Qualifikation abhängig sind.
Die Ergebnisse der Studie dienen somit nicht nur als wertvolle Informationsquelle für Arbeitssuchende, sondern auch als wichtiger Ausgangspunkt für gesellschaftliche und politische Diskussionen. Sie zeigen, dass Österreich, obwohl es ein Land mit hohem Lebensstandard ist, weiterhin strukturellen Herausforderungen gegenübersteht, insbesondere im Bereich der Entgeltgleichheit, die systemische Lösungen und einen Wandel der Einstellungen auf allen Ebenen der Gesellschaft erfordert.
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Quelle: https://www.finanz.at/news/gehalt-berechnung-alter-2024-11095/ Foto: https://images.pexels.com/photos/4386152/pexels-photo-4386152.jpeg












