Wenn die Muttersprache zum Abenteuer wird: Ein Wiener Projekt stärkt die slowakischen Wurzeln der Kleinsten

Die Erhaltung der Sprache und des kulturellen Erbes im Ausland ist für viele Familien eine entscheidende, aber gleichzeitig herausfordernde Aufgabe. In der multikulturellen Umgebung Wiens, wo Dutzende von Sprachen aufeinandertreffen, kann die slowakische Sprache leicht in den Hintergrund geraten, insbesondere bei der jüngsten Generation. Der Wiener Verein SOVA bringt jedoch eine Initiative hervor, die beweist, dass das Erlernen der Muttersprache keine Pflicht, sondern ein freudiges Spiel sein kann. Ihr Projekt des spielerischen Slowakischunterrichts öffnet den Kindern nicht nur die Türen zur Sprache, sondern auch zur Gemeinschaft und zur eigenen Identität.

In der heutigen globalisierten Welt ist Zweisprachigkeit ein enormer Vorteil. Für die Kinder slowakischer Familien, die in Österreich leben, stellt die slowakische Sprache jedoch weit mehr dar als nur eine weitere Sprachfertigkeit. Sie ist eine Brücke zu den Großeltern, zur Familiengeschichte, zur slowakischen Literatur und zu Traditionen. Gerade im Vorschul- und jüngeren Schulalter, wenn sich die Beziehung des Kindes zur Sprache formt, ist es entscheidend, ihm positive und motivierende Anreize zu bieten. Wenn die Sprache mit Spiel, Freundschaften und Spaß verbunden wird, wird sie zu einem natürlichen und geliebten Teil des Lebens und nicht nur zu einem Satz grammatikalischer Regeln.

Genau auf diesem Prinzip basiert das Programm des Vereins SOVA, der sich seit langem der Unterstützung der slowakischen Gemeinschaft in Wien widmet. Ihr Kurs „Hravá slovenčina“ richtet sich an Kinder im Alter von drei bis sieben Jahren, also an eine Altersgruppe, die am besten durch Erlebnisse und Interaktion lernt. Ziel ist nicht der formale Unterricht wie in der Schule, sondern das Eintauchen in die Sprache in einer Umgebung, die für die Kinder natürlich und sicher ist.

Lernen, das die Kinder nicht einmal bemerken

Das Konzept der Treffen, die von erfahrenen Pädagogen geleitet werden, basiert auf modernen didaktischen Methoden. Die zweistündigen Blöcke, die regelmäßig jeden zweiten Samstag stattfinden, sind voller Reime, Lieder, Bewegungsspiele und kreativer Werkstätten. Die Kinder eignen sich so neue Wörter und Satzkonstruktionen organisch an, während sie Aktivitäten nachgehen, die ihnen Spaß machen. Anstatt in Bänken zu sitzen, zeichnen, singen und kommunizieren sie gemeinsam, wodurch die Angst vor dem Sprechen abgebaut und ihr Selbstbewusstsein im Gebrauch des Slowakischen gefördert wird.

Ein wichtiger Aspekt ist auch die soziale Dimension. Die Kinder treffen hier Gleichaltrige, mit denen sie denselben sprachlichen und kulturellen Hintergrund teilen. Sie schließen Freundschaften und erkennen, dass Slowakisch nicht nur „Haussprache“ ist, sondern ein lebendiges Kommunikationsmittel, das auch andere Kinder verwenden. Für viele Eltern ist gerade dieses Gemeinschaftselement ebenso wichtig wie die Bildung selbst.

Die Organisation des Kurses ist auf die Bedürfnisse der Familien abgestimmt. Die Treffen begannen am Samstag, den 6. September 2025, und finden im zweiwöchentlichen Rhythmus (nächster Termin beispielsweise am 4.10) während des gesamten Schuljahres bis Ende Januar 2026 statt. Die Eltern haben somit einen klaren und vorhersehbaren Zeitplan.

Gemeinschaftszentrum und Unterstützung der Identität

Der Verein SOVA hat seinen Sitz in der Marktgasse 3-7 im 9. Wiener Bezirk, und seine Räumlichkeiten verwandeln sich am Samstagvormittag in ein lebendiges Zentrum voller Kinderlachen. Voraussetzung für die Teilnahme am Kurs ist eine gültige Mitgliedschaft im Verein, die für das Jahr 2025 einen symbolischen Beitrag von 20 Euro beträgt. Dieser Beitrag hilft dem Verein, zu funktionieren und weitere Aktivitäten für die slowakische Gemeinschaft zu organisieren.

Die Kursgebühr für ein Semester ist sehr familienfreundlich gestaltet, insbesondere für Familien mit mehreren Kindern. Für ein Kind zahlen die Eltern 50 €, für zwei Geschwister 90 € und für drei 130 €. In diesem Preis sind nicht nur die Unterrichtsstunden, sondern auch alle Lehr- und Kreativmaterialien, Snacks und sogar kostenlose Schulausflüge enthalten, die den erlebnisorientierten Charakter des Lernens weiter vertiefen.

Es ist wichtig zu erwähnen, dass diese Initiative auch auf offizieller Ebene anerkannt und unterstützt wird. Die Finanzierung aus Mitteln zur Unterstützung von nationalen Minderheiten (Volksgruppenförderung) bestätigt ihre Bedeutung für die Erhaltung der kulturellen und sprachlichen Vielfalt in Österreich. Es ist ein Signal, dass die Arbeit von Vereinen wie SOVA einen gesellschaftlichen Nutzen hat.

Letzten Endes ist das Projekt „Hravá slovenčina“ weit mehr als nur ein Sprachkurs. Es ist eine Investition in die Zukunft – in eine Generation, die selbstbewusst mehrere Sprachen beherrschen wird und sich gleichzeitig ihrer slowakischen Wurzeln bewusst ist. Es ist ein Dienst an der Gemeinschaft, der starke Bindungen schafft und den Kindern hilft, ihren Platz in der Welt zu finden, ohne den Kontakt zu dem Erbe ihrer Vorfahren zu verlieren.

Für Eltern, die daran interessiert sind, ihre Kinder anzumelden oder weitere Informationen zu erhalten, stehen die Ansprechpartnerinnen Cecília Kersch 0699/10 11 35 09 und Renáta Polakovičová 0660/8650 851 zur Verfügung, die gerne alle notwendigen Details bereitstellen.

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