Wenn Sie anstelle von Entspannung einen Dieb im Bett finden: Ein bizarrer Wiener Fall mit slowakischem Hintergrund

Stellen Sie sich vor, Sie kehren nach einem ganzen Tag in der Stadt in Ihr Hotelzimmer zurück. Sie freuen sich auf eine Dusche, Ruhe und Privatsphäre. Sie öffnen die Tür, schalten das Licht ein und stellen fest, dass bereits jemand in Ihrem Bett schläft. Es ist jedoch nicht das Personal, das die Zimmer verwechselt hat, noch ein verlorener Tourist. In den Decken liegt eine fremde Person, die in ihrem Rucksack Ihre persönlichen Sachen, einschließlich Ausweisen und Kreditkarten, eingepackt hat.
Genau so ein bizarrer, aber gleichzeitig äußerst unangenehmer Vorfall ereignete sich für die Gäste eines Hotels im zehnten Wiener Bezirk Favoriten. Der Vorfall, der sich am Mittwochabend ereignete, beschäftigte nicht nur das schockierte Hotelmanagement, sondern auch die Wiener Polizei. Der Fall, der zunächst wie aus einer absurden Komödie wirkte, nahm schnell ernsthafte kriminelle Züge an. Die Hauptrolle spielte ein 33-jähriger slowakischer Staatsbürger mit einem umfangreichen Vorstrafenregister und einem gültigen Einreiseverbot für das Land.

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Schlaf direkt am Tatort
Nach offiziellen Informationen, die von der Wiener Polizeidirektion bereitgestellt wurden, begann das gesamte Ereignis in dem Moment, als die Gäste in ihr Zimmer zurückkehrten. Anstelle des erwarteten Komforts wurden sie mit einem Schock konfrontiert. Im Bett fanden sie einen unbekannten Mann, der fest schlief. Die Reaktion der Gäste war prompt – sie verließen sofort den Raum und kontaktierten die Rezeption und das Hotelmanagement, das umgehend eine Polizeistreife anforderte.
Die alarmierten Beamten der Stadtpolizei Favoriten trafen innerhalb weniger Minuten ein. Der Mann, der sich offenbar in einem fremden Hotelzimmer zu wohl fühlte, wurde geweckt und einer Kontrolle unterzogen. Bereits die erste Durchsuchung seiner persönlichen Gegenstände zeigte, dass es sich nicht um ein Missverständnis oder eine zufällige Verwechslung der Zimmer handelte. Der Slowake hatte nämlich in seinem Rucksack die komplette Beute, die er im Zimmer gesammelt hatte.
Die Polizisten fanden in seinem Rucksack einen Reisepass, eine Kreditkarte und einen Schlüsselbund, die den betroffenen Gästen gehörten. Darüber hinaus hatte er ein Mobiltelefon bei sich, dessen Herkunft er nicht nachweisen konnte und das laut den Ermittlern aus einer anderen Eigentumsdelikt stammt. Um das Ganze noch zu toppen, fanden die Gesetzeshüter bei einer Durchsuchung auch eine kleine Menge Marihuana bei ihm.
Der Dieb, der auf fremde Kosten einkaufen wollte
Die anschließende Untersuchung am Tatort ergab, dass der festgenommene Mann nicht nur die Sachen gestohlen und anschließend eingeschlafen war. Noch bevor ihn der Mikroschlaf direkt im Bett seiner Opfer übermannt hatte, hatte er versucht, die erlangten finanziellen Mittel zu missbrauchen. Die Analyse digitaler Spuren und seines Smartphones zeigte, dass er wiederholt versuchte, Online-Einkäufe mit den Daten der gestohlenen Kreditkarte zu tätigen.
Diese Versuche, sozusagen betrügerisch Daten zu missbrauchen, schlugen jedoch fehl. Die Bankensysteme oder fehlende zusätzliche Verifizierung (zum Beispiel durch einen SMS-Code oder eine Banking-App) blockierten seine Transaktionen. Als der Slowake feststellte, dass er über das Internet nicht schnell an Geld kommen konnte, entschied er sich wahrscheinlich, vor dem Verlassen des Hotels noch kurz zu entspannen. Diese Ruhe wurde ihm jedoch zum Verhängnis.
Ein alter Bekannter mit gültigem Aufenthaltsverbot
Als die Polizisten begannen, die Identität des festgenommenen Mannes in den Polizeidatenbanken zu überprüfen, stellte sich heraus, dass es sich um eine „bekannte Größe“ handelte. Gegen den 33-jährigen Slowaken lag in Österreich ein gültiger Haftbefehl vor. Der Grund war ein Verstoß gegen das Ausländerrecht – der Mann hatte nämlich ein rechtskräftiges Aufenthaltsverbot in der Republik Österreich, das er ignorierte.
Seine Liste der Anklagen erweiterte sich nach dieser Nacht dramatisch. Die Wiener Polizei verfolgt ihn derzeit wegen mehrerer Delikte gleichzeitig. Er sieht sich dem Verdacht des Verbrechens des Einbruchdiebstahls, des versuchten betrügerischen Datenmissbrauchs sowie Anklagen wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz und das Ausländerrecht gegenüber. Der Mann wurde am Tatort festgenommen und befindet sich derzeit in einer Polizeizelle, wo er auf weitere Verfahrensschritte wartet.
Angesichts der Schwere des Falls und des Verdachts, dass der festgenommene slowakische Staatsbürger möglicherweise für mehrere ähnliche Taten in der österreichischen Hauptstadt verantwortlich sein könnte, übernahm das Landeskriminalamt Wien, konkret dessen südliche Abteilung, die weitere Untersuchung. Die Ermittler prüfen derzeit, wie der Mann in das verschlossene Hotelzimmer gelangte – ob es sich um ein Versagen des Sicherheitssystems des Hotels, Unachtsamkeit des Personals oder ob er über einen manipulierten Schlüssel verfügte. Es wird auch untersucht, ob das sichergestellte Mobiltelefon nicht aus einem anderen Hotelzimmer in derselben Gegend stammt.
Fragen zur Sicherheit in Hotels
Dieser Vorfall eröffnet erneut eine breitere Diskussion über die Sicherheit von Unterkünften in Großstädten. Der Stadtbezirk Favoriten gehört seit langem zu den Gebieten mit einer höheren Kriminalitätskonzentration, und die Wiener Polizei führt hier regelmäßig verstärkte Einsätze durch. Die Tatsache, dass der Täter unbemerkt in das Zimmer gelangen konnte und sogar genug Zeit hatte, um einzuschlafen, wirft Fragen zur Qualität der Sicherheitsvorkehrungen in Wiener Hotels auf.
Für Touristen und Geschäftsreisende ist dies eine klare Warnung, dass selbst ein Hotelzimmer keine hundertprozentige Festung sein muss. Sicherheitsexperten empfehlen in solchen Fällen, Hoteltresore für die wertvollsten Gegenstände und Dokumente zu nutzen, auch wenn man sich im Zimmer befindet oder nur kurz weggeht. In diesem Fall hatten die betroffenen Gäste großes Glück im Unglück – dank des Schlafes des Täters haben sie ihre Sachen nicht dauerhaft verloren, und die Polizei konnte direkt am Tatort eingreifen. Wie das Gerichtsverfahren gegen den slowakischen Staatsbürger ausgehen wird, wird sich in den kommenden Wochen zeigen, aber angesichts der Missachtung des Aufenthaltsverbots und der Ansammlung von Straftaten droht ihm eine reale unbedingte Freiheitsstrafe in einem österreichischen Gefängnis.
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Verwendete Quellen:
Wiener Wohnen
Illustrationsfoto: https://www.pexels.com/de-de/foto/freundlicher-schwarz-weisser-hund-im-innenbereich-lachelnd-33229624/












