Ein Fehler kann Sie das Leben kosten

Die sommerliche Idylle am Wasser kann sich in einem Bruchteil einer Sekunde in einen Kampf ums Überleben verwandeln. Nachdem am Mittwoch in Neudona ein 65-jähriger Mann ertrunken ist, heben Experten erneut den warnenden Finger. Viele Schwimmer sind sich nicht bewusst, dass die größte Gefahr oft unsichtbar ist und unterschätzen die Tücken der freien Natur.

Sommer, Sonne und erfrischendes Wasser. Ein Szenario, das Hunderttausende anzieht. Allein auf der Wiener Donauinsel zählen Sie an einem schönen Sommertag bis zu 220.000 Menschen. Doch diese Idylle hat auch ihr dunkles Gesicht, das unerbittliche Statistiken offenbaren. „In der Saison haben wir etwa 150 Einsätze, die den Einsatz von Tauchern erfordern“, sagt Christian Feiler, Sprecher der Wiener Feuerwehr.

Jedes Jahr ertrinken in Österreich etwa 40 Menschen. Für die kleinsten Kinder unter fünf Jahren ist es sogar die häufigste Todesursache.

Glauben Sie, das könnte Ihnen nicht passieren? Falsch gedacht.

„Es kann jeden treffen“, warnt der Umweltmediziner Hans Peter Hutter. Vergessen Sie den Mythos, dass nur schwache Schwimmer ertrinken. Laut ihm reicht eine Kleinigkeit: ein unerwarteter Krampf im Bein, vorübergehende Erschöpfung oder das Unterschätzen des kühleren Wassers. „Plötzlich befinden Sie sich mitten im Fluss und haben Probleme, sicher ans Ufer zu gelangen“, fügt er hinzu.

Die größten Feinde sind seiner Meinung nach Alkohol vor dem Schwimmen, der die Sinne trübt, und das Überschätzen der eigenen Fähigkeiten. Regel Nummer eins lautet daher: Kenne deine Grenzen und respektiere die Kraft der Natur.

Ein einfacher Trick, der Leben retten kann.

Wenn Sie Zeuge werden, dass jemand untergeht, ist Panik der schlechteste Ratgeber. Ihre Geistesgegenwart ist entscheidend. Die Rettungskräfte müssen den möglichst genauen Ort wissen, an dem sie mit der Suche beginnen sollen.

Feiler, der Feuerwehrsprecher, empfiehlt einen Trick, den jeder kennen sollte:

  1. BEWEGEN SIE SICH NICHT VON DER STELLE. Markieren Sie sofort Ihre Position – mit einer Tasche, einem Stein, was auch immer.
  2. BESTIMMEN SIE ZWEI PUNKTE. Der eine ist der Ort, an dem die Person untergegangen ist. Der andere ist ein markanter Punkt am gegenüberliegenden Ufer (Schornstein, Baum, Antenne).

Diese beiden Punkte bilden für die Rettungskräfte eine genaue Linie, die die Chance, die Person rechtzeitig zu finden, dramatisch erhöht.

Der orangefarbene Schutzengel.

Es gibt dabei ein einfaches und kostengünstiges Hilfsmittel, das Experten jedem empfehlen – von Kindern bis zu Profisportlern. Es ist eine Schwimmboje.

Dieses kleine, meist auffällig gefärbte Hilfsmittel macht Sie nicht nur für Boote und andere sichtbar, sondern wird im Notfall zu Ihrer Rettung. Wenn Ihnen die Kräfte ausgehen oder Sie einen Krampf bekommen, halten Sie sich einfach daran fest. Es kann genau das Detail sein, das über Leben und Tod entscheidet.

Quelle: https://wien.orf.at/stories/3310358/

Quelle: kontrast.at