Möchten Sie das Wiener Bizarre und Ekelhafte erleben? Die dunkle Seite der Metropole, über die in Broschüren geschwiegen wird

Vergessen Sie die Klischees von Apfelstrudel und Walzern – dies ist eine harte Konfrontation mit der dunklen Seite Wiens, die Sie in touristischen Broschüren nicht sehen werden. Gehen Sie nur ein paar Meter von den Haupttouristenattraktionen weg, und die Realität wird Sie ins Gesicht schlagen. Hinter der Fassade der Paläste verbirgt sich visueller Smog, betonierte Brutalität und Zonen, die eher an einen post-apokalyptischen Film als an ein Kulturzentrum erinnern.
Ein paar U-Bahn-Stationen genügen, und Sie befinden sich in der „zweiten Stadt Wien“ – in einer Welt, in der Sie anstelle von weißen Pferden von blinkenden Neonlichtern dubioser Spielhallen und Gestalten, die im Schatten einer vernachlässigten Hochbahn stehen, empfangen werden.
Architektonischer Verfall und Freiluftmuseen des Geschmacks
Lugner City: Einkaufsnachtmare
Während moderne Einkaufszentren sich um Minimalismus bemühen, bleibt die Lugner City (www.lugner.at) als Denkmal des Geschmacks der 90er Jahre konserviert. Es ist ein chaotischer Flickenteppich aus Gängen und billigen Dekorationen, die wie visueller Smog wirken. Das Innere ist überladen mit Kitsch, und die Atmosphäre ist fast klaustrophobisch. Für den Ästheten ist es ein visueller Fegefeuer, wo die Architektur auf jeglichen Wert verzichtet hat.
“Espressos“ am Gürtli: Glücksspiel getarnt als Café
Der Wiener Gürtli ist an sich schon eine Narbe im Antlitz der Stadt, doch die „Espressos“ z.B. in der Umgebung der Thaliastraße, mit zugezogenen Vorhängen, sind der dunkelste Punkt. Diese Betriebe haben mit Kaffee nichts zu tun. Es sind dubiose Löcher mit Spielautomaten, wo Dämmerlicht und klebrige Tische herrschen. Das Personal beobachtet Sie mit misstrauischem Blick, als ob Sie in ihre Welt der Schatten und des Glücksspiels gekommen wären, um das letzte Euro aus dem Automaten zu stehlen.
Geister geschlossener Geschäfte
In den Stadtteilen Rudolfsheim-Fünfhaus (15. Bezirk) und Ottakring (16. Bezirk) finden Sie Straßen, die wie nach einer Apokalypse wirken. Geschäfte, die vor Jahrzehnten pleite gingen, spuken hier bis heute. Hinter schmutzigen Fenstern stehen verblasste Schaufensterpuppen in Mode aus dem Jahr 1982 und staubige Schilder in altdeutscher Schrift. Diese „toten Schaufenster“ sind ein Beweis für wirtschaftliche Stagnation, wo die Eigentümer sogar aufgegeben haben, die Räume zu räumen.
Städtische Hölle: Schmutz und fragwürdige Sicherheit
Josefstädter Straße: Legendäres Loch an der U6
Die Station Josefstädter Straße ist eine Schande für den Wiener öffentlichen Verkehr. Trotz der historischen Architektur ist sie ein Magnet für seltsame Existenzen und Obdachlose. Der intensive und allgegenwärtige Geruch von Urin ist hier schon Standard. Es ist ein vernachlässigter Knotenpunkt, an dem man sich unsicher fühlt, und für Touristen ist es eine schockierende Begegnung mit der Wiener Armut, die die Stadt nicht lösen kann.
Matzleinsdorfer Platz: Brutalistisches Beton-Höllenloch
Wenn Sie architektonische Depression erleben möchten, gehen Sie zum Matzleinsdorfer Platz. Es ist kein Platz, sondern ein lauter Verkehrsknotenpunkt, umhüllt von grauem Beton. Die örtlichen Unterführungen sind ein Labyrinth aus schmutzigen Fliesen aus den 70er Jahren und blinkenden Neonlichtern. Der Fußgänger fühlt sich hier inmitten des dröhnenden Verkehrs wie in einem Low-Budget-Horrorfilm.
Reumannplatz und Gumpendorfer Straße
Der Reumannplatz ist berüchtigt für hohe Kriminalität, Lärm und Schmutz. Polizeisirenen sind hier häufiger als der Wiener Walzer. Ähnlich abstoßend ist die Umgebung der Gumpendorfer Straße, wo aufgrund der Nähe zu sozialen Einrichtungen eine offene Drogenszene herrscht. Menschen zu sehen, die sich direkt auf der Straße eine Dosis setzen, ist die harte Realität, die das Wiener Marketing lieber verschweigt.
Industrielle Depression und Urbex: Wo das Leben endet
Simmering: Industrieller Ekel
Die Umgebung des Gaskraftwerks Kraftwerk Simmering ist eine Zone reiner industrieller Depression. Riesige Rohre über den Straßen und rauchende Schornsteine schaffen eine unfreundliche Umgebung ohne einen Hauch von Ästhetik. Es wirkt eher wie ein Gefängnisgelände als ein Teil der Metropole.
Verlassene Hallen bei Praterstern
Die Umgebung der Güterbahnhöfe an der Donau und der Raum des ehemaligen Nordbahnhofs sind eine Ausstellung des Verfalls. Halbrissige Lagerhäuser, rostige Waggons und zerbrochene Fenster, die mit Graffiti bedeckt sind, wirken wie in Tschernobyl. Es ist ein vernachlässigter Raum voller Müll, der nur als Müllhalde und Zufluchtsort für Obdachlose dient.
Friedhof der Namenlosen
Am Stadtrand, umgeben von industriellen Kräften und rostigen Kränen, liegt der Friedhof der Namenlosen (www.friedhof-der-namenlosen.at). Es ist ein Ort für die Opfer der Donau, die niemand gekannt hat. Die Lage dieses Friedhofs im Herzen einer lauten Industriezone ist paradox traurig – die Toten finden hier keinen Frieden, sondern sind von kaltem Beton umgeben.
Extra Tipps für Liebhaber des Bizarre
- Narrenturm: Ehemaliges Irrenhaus mit morbider Ausstellung pathologischer Präparate.
- Schlingerhof: Kalte und monumentale sozialistische Architektur in Floridsdorf, die einen frösteln lässt.
- Unterführungen unter dem Karlsplatz: Geruch von Kanalisation und visueller Ekel statt filmischer Romantik.
- Zentralfriedhof bei Nacht: Nachts treffen Sie hier eher auf Schatten als auf Rehe, die dort nichts zu suchen haben.
- Floridsdorfer Markt: Ein Markt, wo die Hygiene am Samstagnachmittag endgültig kapituliert.
- Areál Krieau: Bizarre Kombination aus ultramodernem Glas und zerfallenen Trümmern alter Pferdeställe.
- Falsche Hundertwasserbauten: Abgerockte und billige Nachahmungen des berühmten Stils, die im 4. Bezirk verstreut sind.
- Bestattungsmuseum: Ein Ort, wo der Tod zu Marketing und dem Verkauf von LEGO-Krematorien wird.
- Donaukanal im Nebel: Betonkanal voller Müll und verblasster Graffiti.
- Wotrubakirche: Ein Haufen zufällig gestapelter Betonblöcke, die eher an einen Bunker als an einen Sakralbau erinnern.
Info: Die in diesem Artikel geäußerten Meinungen sind die des Autors und spiegeln nicht unbedingt die Ansichten des Herausgebers wider. Der Autor ist für den Inhalt dieses Artikels verantwortlich.
🚀 Všetky rozhovory na jednom mieste!
Máte tip pre Viedenčana? Pošlite nám ho!
Naším cieľom je prinášať vám relevantné a užitočné informácie zo života v Rakúsku. Zameriavame sa predovšetkým na Slovákov vo Viedni a celkovo na Slovákov v Rakúsku, ktorí si zvolili túto krajinu za svoj domov. Ak máte námet na článok, dôležitú informáciu, príbeh z praxe, alebo sa chcete podeliť o svoje skúsenosti s prácou či životom v Rakúsku, neváhajte sa s nami spojiť! Vaše tipy sú pre nás cenné a pomáhajú nám tvoriť obsah, ktorý skutočne zaujíma a pomáha našim čitateľom.
Napíšte nám na redakcia@viedencan.at alebo použite WhatsApp na čísle +43 660 6098140. Tešíme sa na vaše správy!
Páčil sa Vám článok?
Tvorba a aktualizácia obsahu na Viedenčanovi si vyžaduje veľa hodín rešeršovania a písania. Podporte našu prácu pri tvorbe obsahu pre Slovákov v Rakúsku kúpou predplatného. Každá podpora nás motivuje pokračovať ďalej. Ďakujeme! ❤️ S pozdravom Boris, Eva a Janka – Viedencan.at
Tri flexibilné cesty k podpore
Pre našich verných čitateľov sme pripravili Viedenčan+ – prémiovú službu pre čítanie bez kompromisov.
Rok bez reklám (9,99 €):
Nerušené čítanie: Obsah bez komerčných plôch a sponzorovaných odkazov. Sústreďte sa len na to podstatné.
Mesačné predplatné (3,99 €):
Štandardná mesačná platba ponúka plný prístup ku všetkým výhodám. Tento balík neobsahuje žiadnu viazanosť a predplatiteľ ho môže kedykoľvek jednoducho zrušiť v nastaveniach svojho účtu.
Ročné predplatné (29,90 €):
Kupón OKTOBER: Zľava až 50 % na ročné predplatné!
✅ Čítanie bez reklám: Už žiadne bannery ani vyskakovacie okná. Sústreďte sa len na obsah.
🔒 Neobmedzený prístup: Odomknite všetky uzamknuté prémiové a archívne články.
📰 Exkluzívny obsah: Čítajte vybraný nový obsah skôr, ako bude prístupný pre verejnosť.
❤️ Priama podpora: Pomôžte nám budovať silnú a nezávislú redakciu.
Viac o predplatnom nájdete tu: https://viedencan.at/plus/, alebo tu: Viedenčan+: Nová možnosť, ako nás podporiť
Verwendete Quellen:
Foto: By Peter Gugerell – Own work, CC0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=16943245












