In Donaustadt entsteht ein Viertel für sechstausend Menschen

Bezahlbarer Wohnraum, strenge Regulierung der Entwickler und eine Stadtplanung, die sich an den sich ändernden klimatischen Bedingungen orientiert, gehören zu den langfristigen Säulen der österreichischen Metropole. Wien enthüllt in diesen Tagen die detaillierten Konturen eines ihrer größten Wohnprojekte der Gegenwart. Im Stadtteil Donaustadt wird auf einem weitläufigen neunzehn Hektar großen Areal das neue Stadtviertel Eibengasse entstehen. Das Projekt wird 2.600 überwiegend geförderte Wohnungen bringen, die rund 6.000 Bewohnern ein Zuhause bieten.
Die österreichische Hauptstadt bestätigt erneut, dass der Bau neuer Wohnanlagen im Zeichen des öffentlichen Interesses und nicht unter dem Diktat des freien Marktes erfolgt. Die Öffentlichkeit kann sich vom 21. bis 23. August 2026 auf einer Ausstellung mit konkreten architektonischen und städtebaulichen Entwürfen vertraut machen, die vom städtischen Fonds zur Förderung des Wohnens und der Sanierung wohnfonds_wien organisiert wird.

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Stadtplanung unter Berücksichtigung des öffentlichen Verkehrs
Die Lage des neuen Stadtblocks befindet sich im Raum zwischen den Straßen Erzherzog-Karl-Straße und Langobardenstraße und erstreckt sich auf beiden Seiten der U-Bahn-Linie U2 zwischen den Stationen Donauspital und Aspernstraße.
Die strategische Lage direkt an der U-Bahn-Infrastruktur minimiert die Notwendigkeit individueller Autofahrten, was eine Schlüsselanforderung der Stadtverwaltung darstellt. Das Projekt sieht ein Konzept kurzer Wege vor – alle grundlegenden Bedürfnisse von Einkäufen über Bildung bis hin zu Freizeitaktivitäten sollen in wenigen Minuten zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar sein.
Ein Teil der umfassenderen Entwicklung des Gebiets ist auch die Bürgerinfrastruktur, die nicht erst nach dem Einzug der Bewohner entsteht, sondern parallel zum Bau. Im Viertel sind zwei neue Kindergärten und Geschäfte im Erdgeschoss der Gebäude geplant. Der Bildungscampus in der Langobardenstraße, der über 17 Klassen für die Grundschule und 16 Klassen für die Sekundarstufe verfügt, wurde bereits 2023 in Betrieb genommen und dient als stabiler Grundstein für neue Familien.
Klimaanpassung als grundlegende Bauanforderung
Ein markantes Merkmal des Viertels Eibengasse ist der Fokus auf den Schutz vor sommerlicher Hitze und die Aufrechterhaltung eines stabilen Mikroklimas. Die durchschnittlichen Temperaturen in den Sommermonaten steigen, und städtische Wärmeinseln stellen ein ernsthaftes Gesundheits- und Umweltproblem dar. Wien verlangt daher von allen beteiligten Projektteams die Einhaltung strenger Klimastandards.
Das Herz der neuen Zone wird ein weitläufiger zentraler öffentlicher Park mit einer Fläche von etwa 2,5 Hektar sein. Der Park wird durch verbundene grüne Korridore entlang des U-Bahn-Körpers, Gemeinschaftshöfe und sichere Spielplätze direkt auf den Baugrundstücken ergänzt. Der städtebauliche Plan minimiert absichtlich die versiegelten Flächen, um die Fähigkeit des Bodens zur Aufnahme von Regenwasser zu erhalten. Die Projektvorgaben verlangen zudem eine intensive Begrünung von Dächern und Fassaden, eine massive Pflanzung von großen Bäumen und eine räumliche Anordnung der Gebäude, die einen natürlichen Luftstrom durch das gesamte Viertel gewährleistet.
Strenger Qualitätsfilter lässt keine Kompromisse zu
Für die Koordination des gesamten Prozesses ist die 1984 gegründete Organisation wohnfonds_wien verantwortlich, die die Transparenz und das Niveau des Wiener Wohnmodells überwacht. Im Jahr 2021 hat die Stadt den Kontrollprozess durch die Schaffung eines spezialisierten Qualitätsbeirats (Qualitätsbeirat) verstärkt. Dieses unabhängige Expertengremium bewertet nicht nur einzelne Gebäude isoliert, sondern untersucht deren Einfluss auf das gesamte Stadtviertel, unabhängig davon, ob es sich um geförderte oder kommerzielle Bauten handelt.
Die Entwicklung im Gebiet Eibengasse folgt einem speziellen „Qualitätsmanual“, das Anforderungen an Architektur, Mobilität, Nachhaltigkeit und die Gestaltung öffentlicher Räume definiert. Die aktuelle Ausstellung der Projekte knüpft an das sogenannte Zwischenkolloquium an, bei dem die einzelnen Teams ihre Entwürfe vor einer Fachjury verteidigen und mit den umliegenden Gebäuden koordinieren mussten.
Der Bewertungsprozess wird auch im Herbst fortgesetzt. Im September 2026 finden thematische Workshops statt, die sich auf die Verkehrsanbindung, das Erdgeschoss der Gebäude und soziale Gemeinschaftsbindungen konzentrieren. Bis Dezember 2026 werden technische Fragen zum Energiekonzept und zur Logistik des Bauvorhabens geklärt. Die endgültige Genehmigung der Projekte ist für Februar 2027 geplant, wonach die eigentliche Umsetzung beginnt. Die Aufsicht des Qualitätsbeirats endet formal erst mit der endgültigen Abnahme des fertigen Viertels vor Ort.
Teilen der Pläne mit der Öffentlichkeit
Die Präsentation der Zwischenergebnisse in den Räumlichkeiten des ehemaligen Nordwestbahnhofs (Nordwestbahnstraße 16, 20. Wiener Bezirk) bietet den Besuchern von Freitag, dem 21. August, bis Sonntag, dem 23. August 2026, die Möglichkeit, ein physisches Modell des Gebiets, Visualisierungen und den ersten offiziellen Entwurf des Erdgeschossplans und der Grünflächen zu sehen. Die Ausstellung ist täglich von 12:00 bis 17:00 Uhr kostenlos zugänglich.
Für Interessierte, die nicht persönlich kommen können, hat der städtische Fonds eine vollständige digitale Ausstellung mit detaillierten Studien zu den einzelnen Baublöcken auf seiner Website bereitgestellt. Mit diesem Schritt setzt die Stadt die Praxis der offenen Kommunikation und der Einbeziehung der Öffentlichkeit in die Planung fort, bevor die ersten Maschinen auf die Baugrundstücke gelangen.
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Verwendete Quellen:
Stadt Wien
Illustrationsfoto: Copyright Stadt Wien / Martin Votava
Autor: Boris Zima
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