In Wien entsteht eine neue Generation von Gemeindewohnungen: In Liesing wird ein ökologisches Projekt mit 203 Mietwohnungen gebaut

Wien festigt seinen Ruf als Stadt mit der höchsten Lebensqualität und bezahlbarem Wohnraum. Der neueste Beweis ist der Baubeginn im Entwicklungsgebiet Meischlgasse im 23. Bezirk Liesing.

Anstelle kalter Betonsiedlungen entsteht hier ein durchdachtes Ökosystem des Wohnens, das gleichermaßen Wert auf ökologische Nachhaltigkeit, soziale Kohäsion und Preiswürdigkeit legt. Das Projekt eines Gemeindebaus mit 203 Wohnungen ist das Flaggschiff einer umfassenderen Transformation, die in diesem Stadtteil insgesamt 1.870 Wohneinheiten und ein neues Zuhause für etwa 4.000 Bewohner bringen wird. Das Herzstück des Viertels wird ein Park mit einer Fläche von über 6.000 Quadratmetern sein.

Energie aus eigenen Quellen und Architektur im Dienste des Klimas

Das Projekt in der Meischlgasse ist ein Manifest des Wiener Weges zur Kohlenstoffneutralität und gleichzeitig ein Beispiel dafür, dass ökologisches Wohnen kein Luxus für die Auserwählten sein muss. Grundlage ist eine massive Bauweise der Gebäude im Niedrigenergie-Standard, die selbst Wärmeverluste minimiert. Die wahre Innovation ist jedoch das Energiekonzept. Der Komplex wird dank einer intelligenten Kombination aus Wärmepumpen, geothermischen Sonden, die tief unter die Oberfläche reichen, und auf den Dächern installierten Photovoltaik-Panels nahezu autark sein. Diese Technologien sorgen nicht nur für Heizung im Winter, sondern auch für angenehme Kühlung während der Sommerhitze, und das alles mit minimaler Belastung für die Umwelt.

Ein einzigartiges Element ist die Implementierung eines sogenannten „anergischen Netzes“. Dieses System verbindet die einzelnen Wohnhäuser zu einem intelligenten Ganzen, das effizient die aus lokalen erneuerbaren Quellen gewonnene Energie teilt und optimiert. In der Praxis bedeutet das, dass überschüssige Energie von einem Ort dort genutzt werden kann, wo sie gerade benötigt wird, was die Betriebskosten drastisch senkt und die Abhängigkeit von externen Anbietern reduziert.

Die Wiener Vizebürgermeisterin und Stadträtin für Wohnen, Kathrin Gaál, sieht dieses Projekt als einen entscheidenden Meilenstein. „Die neue Generation von Gemeindewohnungen in Wien ist etwas, auf das wir zu Recht stolz sein können. Ihre hohe soziale und ökologische Qualität in Verbindung mit bezahlbarem und unbefristetem Mietwohnraum ist weltweit nur schwer zu finden“, sagte sie. Laut ihr schafft das Projekt gezielt die Bedingungen für ein qualitativ hochwertiges Leben aller Generationen, wo private Außenräume die reichhaltigen Möglichkeiten für gemeinschaftliche Aktivitäten ergänzen, wodurch nachbarschaftliche Beziehungen natürlich aufgebaut und gestärkt werden.

Das Wohnhaus als lebender Organismus der Gemeinschaft

Architekten und Planer haben sich darauf konzentriert, dass das Wohnen nicht hinter der Wohnungstür endet. Das Projekt ist so gestaltet, dass es das Gemeinschaftsleben und die Interaktion zwischen Nachbarn aktiv unterstützt. Den Bewohnern steht eine breite Palette gemeinschaftlicher Räume zur Verfügung, die über den üblichen Standard hinausgehen. Teil des Komplexes wird eine Gemeinschaftswerkstatt für Heimwerker, Nutzgärten mit Gewächshäusern für Gartenliebhaber und ein Spielzimmer für Kinder sein. Die Außenbereiche bieten zwei modern ausgestattete Spielplätze sowie ruhige Zonen zum Entspannen und Erholen.

Das gesellschaftliche Leben wird sich auch im Erdgeschoss konzentrieren, wo ein Café entstehen wird, das zu einem informellen Zentrum der gesamten Gemeinschaft werden kann. Ergänzt wird es durch flexible Mieträume, die sich für kleine Büros oder lokale Geschäfte eignen, sowie einen Fitnessraum. Diese Mischung aus Funktionen wird sicherstellen, dass das Viertel den ganzen Tag über lebendig ist.

Ein grundlegendes Element ist auch die intensive Begrünung, die nicht nur eine ästhetische, sondern vor allem eine klimatische Funktion erfüllt. Die Fassaden der Gebäude werden mit Kletterpflanzen bewachsen, die im Sommer einen natürlichen Kühlmantel bilden. Grüne Atrien, Wintergärten und üppig begrünte Treppenhäuser tragen zur Verbesserung des Mikroklimas, zur Regenwasserrückhaltung und zur allgemeinen Abkühlung der Umgebung bei.

Fakten, Zahlen und die Zukunft des Wiener Wohnens

Das neue Gemeindewohnhaus wird 203 Wohneinheiten mit durchdachten Grundrissen von 1-Zimmer-Wohnungen (36 m²) bis hin zu großzügigen 5-Zimmer-Wohnungen (105 m²) anbieten, wodurch es sowohl Einzelpersonen, Paaren als auch großen Familien gerecht wird. Jede Wohnung wird über einen eigenen privaten Außenbereich in Form einer Terrasse, eines Balkons oder einer Loggia verfügen. Die Dachterrassen werden allen Bewohnern zugänglich sein. Das Projekt denkt auch an nachhaltige Mobilität – es werden bis zu 435 Fahrradstellplätze und 135 Parkplätze für Autos zur Verfügung stehen. Der Wohnkomfort wird durch Waschküchen und Räume für Kinderwagen auf jeder Etage erhöht. Der Abschluss der Bauarbeiten ist für den Herbst 2027 geplant.

Der Bürgermeister des Stadtteils Liesing, Gerald Bischof, zeigt sich begeistert: „Die zukünftigen Bewohner können sich auf attraktive Wohnungen und ein Wohnumfeld freuen, das mit großzügigen Grünflächen, lokalen Geschäften und einer U-Bahn-Station praktisch vor der Tür alle Anforderungen an modernes und qualitativ hochwertiges Wohnen erfüllt.“

Dieses Projekt ist kein einmaliger Ausreißer. Wien realisiert derzeit den Bau von 11 neuen Gemeindewohnhäusern in neun Bezirken mit mehr als 1.170 Wohnungen. Weitere 13 Projekte mit fast 1.600 Wohnungen wurden bereits übergeben. Die Stadt wird damit nicht aufhören und plant den Bau von weiteren 1.500 Wohnungen, was ihr langfristiges Engagement bekräftigt, sicherzustellen, dass qualitativ hochwertiges, ökologisches und würdevolles Wohnen ein Recht für alle ihre Bewohner bleibt und kein Privileg.

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Quelle: https://www.gbstern.at/themen-projekte/stadtteilmanagement-in-neubaugebieten/stadtteilmanagement-atzgersdorf-in-der-wiesen/meischlgasse/ Foto: https://images.pexels.com/photos/7203879/pexels-photo-7203879.jpeg