Wien verwandelte das vernachlässigte Ufer des Donaukanals in eine moderne Oase

Neue Promenade, sichere Radwege und Dutzende von Ruheplätzen. Wien präsentierte das Ergebnis einer umfassenden Revitalisierung eines weiteren Abschnitts des Donaukanals, der sich völlig verändert hat. Aus einem eintönigen Betonraum wurde ein lebendiger Ort, der zeigt, wie eine moderne Metropole Erholung, Ökologie und Sicherheit im Herzen der Stadt vereinen kann.

Wien setzt seine ambitionierte Umgestaltung öffentlicher Räume fort. Nach erfolgreichen Projekten wie den Schwimmenden Gärten oder dem Naschpark war nun ein 300 Meter langer Abschnitt am rechten Ufer des Donaukanals zwischen den Brücken Marienbrücke und Salztorbrücke an der Reihe. Bis vor kurzem handelte es sich um eine eintönige Transitzone, in der Fußgänger und Radfahrer auf engem Raum gedrängt waren. Heute ist alles anders. Die Stadt hat hier einen beispielhaften Lebensraum geschaffen, in dem 1.200 Quadratmeter ursprünglichen Asphalts durch Grünflächen, Staudenbeete und Bäume ersetzt wurden.

Priorität hatte Sicherheit und Erholung ohne Kommerzialisierung

Der zentrale Gedanke des Projekts, das laut der Umweltstadträtin Ulli Sima ihr „Herzensanliegen“ war, bestand darin, den langjährigen Konflikt zwischen Fußgängern und Radfahrern zu lösen. Das Ergebnis ist eine konsequente Trennung beider Wege. Während Fußgänger und Läufer eine breite Promenade direkt am Wasserspiegel zur Verfügung haben, erhielten Radfahrer einen eigenen, vier Meter breiten und beidseitig befahrbaren Weg entlang der Stützmauer des Kanals. Zwischen beiden entstand ein Grüngürtel, der nicht nur beide Verkehrsströme physisch trennt, sondern auch als neue Erholungszone dient.

„Dieser Abschnitt des Donaukanals hat sich völlig verändert. Es ist uns gelungen, eine echte Oase mitten in der Großstadt zu schaffen,“ zeigt sich Ulli Sima begeistert. „Besonders wichtig war mir die Trennung des Fußgänger- und Radverkehrs. Das neue Grün und die zahlreichen Sitzmöglichkeiten laden zum Verweilen und Entspannen ein. Schon jetzt sehen wir, dass die Menschen diese neue Möglichkeit mit Freude annehmen.“

Gerade die Betonung auf nicht-kommerziellen Räumen schätzt auch Patricia Davis, die Stellvertreterin des Bezirksbürgermeisters. „Wir freuen uns über die vielen kostenlosen Sitzmöglichkeiten. Schon nach kurzer Zeit hat sich das Areal als sehr gut genutzte Fläche etabliert. Der getrennte Radweg erhöht die Sicherheit für alle, die sich hier bewegen,“ sagte sie.

Ein Ort, der an das Klima und die Insekten denkt

Die Revitalisierung ist nicht nur ästhetisch, sondern auch funktional und ökologisch. Zu den bestehenden fünfzehn Bäumen werden bis Ende des Jahres neun weitere hinzukommen, darunter drei mit überdurchschnittlicher Größe, um viel Schatten zu spenden. Die neuen Staudenbeete sind mit einer Mischung aus Pflanzen wie Schafgarbe, Windröschen und Bergminze bepflanzt, die nicht nur visuell ansprechend sind, sondern auch Nahrung für Bienen und Schmetterlinge bieten.

An heißen Sommertagen werden die Bewohner die vier Nebelduschen zu schätzen wissen, die einen feinen Wassernebel versprühen, sowie zwei neue Trinkbrunnen. Die grüne Umgestaltung wird auch durch eine 300 Meter lange Mauer unterstrichen, die vollständig mit Gräsern und Kletterpflanzen bepflanzt wurde.

Insgesamt wurden im Rahmen des Projekts mehr als 30 verschiedene Sitzmöglichkeiten geschaffen – von bequemen Doppel-Liegen über klassische Bänke bis hin zu Kombinationen aus Tischen und Bänken, ideal für ein Picknick mit Freunden.

Teil einer größeren Vision für den Donaukanal

Dieses Projekt ist ein Puzzlestück in einem größeren Gesamtplan, dessen Ziel es ist, die Lebensqualität entlang des gesamten Kanals systematisch zu erhöhen. Das Stadtamt Wiener Gewässer hat im vergangenen Jahr den zentralen Teil des Kanals übernommen und realisiert seitdem ein Projekt nach dem anderen. Die Offensive endet damit nicht. Im Jahr 2026 werden die Arbeiten auf das linke Ufer gegenüber dem bekannten Gebäude Urania verlagert, wo die Schaffung von kaskadenartigen Holzflächen zum Liegen und Sitzen geplant ist.

Die Revitalisierung des Donaukanals ist ein Beispiel dafür, wie eine Stadt Leben an ihre Ufer zurückbringen kann. Sie schafft nicht nur attraktive Orte für die Freizeit, sondern auch ein widerstandsfähigeres und ökologischeres Umfeld, das allen Bewohnern zugutekommt. Es ist eine Investition, die der Stadt in Form zufriedener Bürger und einer höheren Lebensqualität im Herzen der Stadt zurückgezahlt wird.

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Quelle: Stadt Wien Foto: Copyright Stadt Wien/Christian Fürthner