Wien verwandelt belebte Verkehrsader in einen Klimapark

Einst war die Wagramer Straße im Stadtteil Donaustadt ein Symbol für Transit – breit, laut und primär auf Autos ausgerichtet. Heute verwandelt sich diese Schlüsselader unrecognizable. Im Rahmen des Flagship-Projekts zur Klimaanpassung finalisiert die Stadt hier nicht nur einen zentralen Teil des neuen „Megafahrradwegs“ ins Zentrum, sondern auch einen einzigartigen 250 Meter langen „Straßenpark“, der direkt an der Stelle des ehemaligen Asphalts und der Gleise entstanden ist. Dies ist ein Musterbeispiel für die neue Philosophie Wiens im Kampf gegen die Hitze.
Städte in ganz Europa suchen nach Antworten auf die immer intensiveren Sommerhitze und den Klimawandel. Wien, das regelmäßig an der Spitze der Lebensqualitätsrankings steht, setzt auf eine massive Offensive „Raus aus dem Asphalt“. Ziel ist die systematische Beseitigung von Beton- und Asphaltflächen und deren Ersetzung durch Grünflächen, Wasserelemente und hellere Oberflächen, die weniger Wärme absorbieren.
Der Umbau der Wagramer Straße ist eines der ehrgeizigsten Projekte dieser Initiative. Anstatt nur als Korridor für Autos und den öffentlichen Nahverkehr wahrgenommen zu werden, verwandelt sie sich in einen multifunktionalen öffentlichen Raum – „neuer Lebensraum“, wie die Stadtvertreter sagen.
Der erste „Straßenpark“ in Wien
Das zentrale Element der Transformation ist ein Projekt, das in Wien bisher seinesgleichen sucht. Zwischen den Straßen Steigenteschgasse und Wintzingerodestraße entstand ein 250 Meter langer und weitläufiger „Straßenpark“, also ein Park, der direkt in die Struktur der Straße integriert ist.
Dieser neue grüne Streifen entstand auf einer Fläche, die zuvor größtenteils versiegelt war. Die Stadt hat hier das seit langem ungenutzte Gleiskörper der Straßenbahn und den umliegenden Asphalt entfernt, wodurch eine Fläche von bis zu 6.500 Quadratmetern gewonnen wurde. Dieses Land wurde der Natur und den Bewohnern „zurückgegeben“.
In diesen Wochen, während der idealen Herbstsaison für das Anwachsen, wird hier die Pflanzung von etwa 60 neuen Bäumen abgeschlossen. Diese werden zu den bereits bestehenden Dutzenden von Sträuchern und bunten Blumenbeeten hinzugefügt. Wie die Stadtplanerin und Mobilitätsstadträtin Ulli Sima bestätigte, ist das Ziel, eine zusammenhängende grüne Oase zu schaffen. Bereits im nächsten Sommer sollen die Baumkronen ein durchgehendes „Blätterdach“ bilden, das den gewünschten Schatten bietet.
Der Park ist jedoch nicht nur auf Bäume beschränkt. Er ist als aktiver Raum für die Gemeinschaft konzipiert. Entlang der gesamten Länge sind 12 sogenannte „Mikro-Räume“ verteilt – kleine Zonen mit Bänken, Tischen und schattenspendenden Elementen. Dazu gehören auch zahlreiche Wasserelemente, die entscheidend für die Kühlung des Mikroklimas sind: Trinkbrunnen, Wasserspiele und vor allem 35 Nebelmauern, die an heißen Tagen feinen Wassernebel versprühen. Für Kinder gibt es auch ein kleines Karussell und einen Design-Quellstein.
Wichtig ist auch die Botschaft der Stadt an die Bewohner: Die Grünflächen sind ausdrücklich für die aktive Nutzung vorgesehen. Ob für ein Picknick auf dem Gras, Sport im Freien oder einfach zum Entspannen und Spielen, der Park soll den Menschen dienen und nicht nur eine passive Zierde sein.
Strategische Ader für Radfahrer
Die Begrünung und Abkühlung der Straße ist nur eine Seite der Medaille. Die andere ist eine radikale Veränderung der Mobilität. Die Wagramer Straße ist ein zentraler Bestandteil der Strecke, die Wien als seinen ersten „Mega-Radweg“ bezeichnet.
Es handelt sich um eine sieben Kilometer lange, sichere und komfortable Radfahrstraße, die die Innenstadt (von der Urania über den Praterstern und die Lassallestraße) mit dem weitläufigen und schnell wachsenden Stadtteil Donaustadt am anderen Ufer der Donau verbindet. Die Strecke führt bis zum Kagraner Platz und weiter zum Gebiet Am langen Felde.
Dieser „Radweg Nord“ verbindet drei Stadtteile und löst das langfristige Problem der fehlenden sicheren und schnellen Verbindung für Radfahrer von den Randgebieten ins Zentrum. Es geht nicht mehr nur um einen gemalten Streifen auf der Straße, sondern um eine physisch getrennte, breite Infrastruktur, die die Menschen motivieren soll, vom Auto auf das Fahrrad umzusteigen.
Gerade die Verbindung dieser beiden Elemente – Klimapark und moderner Radweg – wird von vielen als die Zukunft der Stadtplanung angesehen. „Dort, wo zuvor der Verkehr dominierte, entsteht jetzt eine grüne Oase unter 60 neuen Bäumen“, kommentierte das Projekt die Sprecherin der Wiener NEOS für Mobilität, Angelika Pipal-Leixner. Ihrer Meinung nach ist die Schaffung solcher kühlen und grünen Erholungszonen in unmittelbarer Nähe der Wohngebiete eine Notwendigkeit für die Gesundheit der Bewohner in Zeiten des Klimawandels. Gleichzeitig betonte sie, dass die Radroute es den Bewohnern von Donaustadt ermöglicht, „direkt, sicher und schnell ins Stadtzentrum zu gelangen“.
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Quelle: Stadt Wien Foto: (c) Stadt Wien / Bubu Dujmic












