Wien verändert eine wichtige Einkaufsstraße. Auf die Forderungen der Bürger hin weicht Beton Grünflächen und Radfahrern

Die Umgestaltung der Landstraßer Hauptstraße im 3. Bezirk, die 2026 beginnen soll, bringt baulich getrennte Radwege, Dutzende neuer Bäume und Begegnungszonen. Priorität hat die Anpassung an den Klimawandel und die Verbesserung der Lebensqualität im Stadtteil.
Die österreichische Hauptstadt bereitet sich auf ein weiteres umfangreiches Projekt zur Transformation des öffentlichen Raums vor. Nach einer Reihe erfolgreicher Modernisierungen in anderen Stadtteilen steht nun die Schlüsselstraße im dritten Bezirk, die Landstraßer Hauptstraße, auf der Agenda. Es handelt sich jedoch nicht um kosmetische Anpassungen. Ab 2026 beginnt eine umfassende Umgestaltung, die die Straße an die Folgen der Klimakrise anpassen und gleichzeitig auf die langfristigen Forderungen der Bewohner nach sichererem und umweltfreundlicherem Verkehr reagieren soll.
Der Impuls zur Veränderung kam direkt von den Wienern. Wie die Leitung des Stadtteils bestätigte, ging der umfangreichen Planung ein partizipativer Prozess voraus, in dem die Bürger ihre Prioritäten klar definierten.
„Verkehrsberuhigung, sichere Radverbindungen, Grünflächen und Kühlung standen ganz oben auf der Wunschliste der Bürger“, bestätigte der Bezirksvorsteher von Landstraße, Erich Hohenberger. Es geht dabei nicht um eine Einschränkung des Lebens in der Straße, die eine wichtige Einkaufszone ist. „Wichtig ist auch die Modernisierung des öffentlichen Raums – mit mehr Platz zum Flanieren, Sitzmöglichkeiten und einer Priorität für klimafreundliche Mobilität“, ergänzte Hohenberger.
Erste Phase: Sicherheit für Radfahrer und Bäume gegen die Hitze
Die Umgestaltung ist in mehrere Phasen unterteilt. Die erste, die im Frühjahr 2026 beginnen soll, konzentriert sich auf einen etwa 700 Meter langen Abschnitt zwischen Juchgasse und Schlachthausgasse. Hier werden die Veränderungen am sichtbarsten sein.
Ein zentrales Element, auf das die Bürger und Aktivisten jahrelang gewartet haben, ist die Schaffung einer sicheren Radinfrastruktur. Anstelle der gefährlichen gemeinsamen Nutzung der Fahrbahn mit Autos werden auf beiden Seiten der Straße vollwertige, baulich getrennte Einbahnradwege entstehen.
„Jahrelang wurde über die Radinfrastruktur diskutiert, jetzt wird sie endlich umgesetzt“, sagte die Mobilitätssprecherin Angelika Pipal-Leixner. Ihrer Meinung nach handelt es sich nicht nur um eine Freizeitaktivität, sondern um eine wichtige Verbindung für das tägliche Leben. „Mit den neuen Radwegen und Begegnungszonen wird diese wichtige Einkaufsstraße auch für die zahlreichen Kunden, die mit dem Fahrrad kommen, attraktiv“, betonte Pipal-Leixner und wies auch auf die Bedeutung der Anbindung lokaler Schulen und des Wissenschaftszentrums Vienna BioCenter an das sichere Radnetz hin.
Ebenso wichtig ist der Kampf gegen städtische Wärmeinseln. Wien nimmt die Klimakrise ernst, was sich in einer massiven Begrünung niederschlägt. Allein im Rahmen der ersten Phase werden in dem Abschnitt 28 neue Bäume und 6 Hochstämme gepflanzt, die an ein automatisches Bewässerungssystem angeschlossen werden. Insgesamt entstehen so etwa 1200 Quadratmeter neue Grünflächen, die helfen werden, die Umgebung während der Sommerhitze zu kühlen.
„Der erste Höhepunkt sind die baulich getrennten Radwege und natürlich viel zusätzliche Begrünung, einschließlich 28 neuer Bäume!“ zeigt sich die Mobilitätsstadträtin Ulli Sima begeistert.
Plätze zum Verweilen und Begegnungszonen
Die Transformation betrifft nicht nur den Verkehr, sondern auch die Aufenthaltsqualität. Die Straße soll die Menschen anziehen, damit sie dort Zeit verbringen. Daher wird im ersten Abschnitt auch neue städtische Möbel installiert – 19 neue Bänke, 12 weitere Sitzgelegenheiten und 9 Tische. Für Radfahrer werden 100 neue Fahrradständer hinzugefügt.
In den weiteren Phasen der Umgestaltung ist die Schaffung von zwei sogenannten Begegnungszonen geplant. Diese Zonen, die sich in anderen Wiener Projekten bewährt haben, sind Bereiche, in denen sich Fußgänger, Radfahrer und Autos die Fahrbahn teilen, wobei Fußgänger Vorrang haben und die Geschwindigkeit stark begrenzt ist. Geplant sind sie im Bereich des Rochusmarktes (zwischen Weyrgasse und Erdbergstraße) und im Abschnitt Barichgasse – Juchgasse.
Bezirksvorsteher Hohenberger betonte, dass trotz der umfangreichen Veränderungen die Durchlässigkeit für den öffentlichen Verkehr, motorisierte Fahrzeuge und notwendige Lieferungen erhalten bleibt. „Durch die schrittweise Umgestaltung reagieren wir nicht nur auf die aktuellen finanziellen Hürden, sondern stellen auch sicher, dass der Prozess der Umgestaltung der Lebensader unseres Bezirks nicht stoppt“, schloss er.
Der Stadtteil lädt die Öffentlichkeit zu einer detaillierten Vorstellung der ersten Phase des Projekts ein, die am Donnerstag, den 6. November 2025, im Festsaal des Bezirksamts stattfinden wird.
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Quelle: Stadt Wien Foto: CopyrightZOOMVP.AT/Mobilitätsagentur Wien












