Wien erwartet Temperaturen von bis zu 12 Grad

Der Winter macht in der österreichischen Hauptstadt eine Pause. Statt frostiger Adventszeit und Schneefall erwartet Wien und seine Umgebung eine Woche, die eher an einen trüben Oktober oder einen frühen Frühling erinnert. Für Slowaken, die zu den Weihnachtsmärkten oder zur Arbeit reisen, bedeutet das, die dicken Mützen zu Hause zu lassen, aber nicht zu vergessen, Regenschirme und Geduld beim Fahren im Nebel mitzunehmen.

Wenn Sie auf eine idyllische, verschneite Atmosphäre vor dem Wiener Rathaus gehofft haben, haben die meteorologischen Modelle eine klare Antwort für Sie: Nicht in den nächsten Tagen. Die aktuelle Wetterentwicklung in unserer Region bestätigt den Trend der letzten Jahre, bei dem der richtige Winter in den Niederungen eher zur Seltenheit als zur Regel wird. Die Wettervorhersage für Wien und Umgebung in dieser Woche ist ein Lehrbuchbeispiel für den Zustrom warmer Luft nach Mitteleuropa, die zwar das Thermometer weit über den langfristigen Durchschnitt hebt, aber gleichzeitig unangenehme Feuchtigkeit mit sich bringt.

Montagsrealität: Warm, aber farblos

Bereits der Wochenbeginn deutet an, in welchem Geist die kommenden Tage verlaufen werden. Das heutige Wetter in Wien und Umgebung lässt sich mit einem Wort charakterisieren: mild. Dieses Wort verbirgt jedoch im meteorologischen Kontext des Dezembers wichtige Nuancen. Die Temperaturen werden tagsüber auf ungewöhnliche 7 bis 11 Grad Celsius steigen. Zum Vergleich: Die durchschnittlichen Tagestemperaturen liegen in dieser Zeit normalerweise nur leicht über dem Gefrierpunkt.

Der Preis für diese Wärme ist jedoch das Fehlen von Sonnenstrahlen. Der Himmel bleibt den ganzen Tag über mit einer durchgehenden Wolkendecke bedeckt. Die Sonne lässt uns, metaphorisch gesprochen, im Stich. Stadtbesucher sollten auch mit Feuchtigkeit rechnen – bis zum frühen Nachmittag kann es zu Regenschauern kommen. Es handelt sich zwar nicht um intensive Regengüsse, aber um unangenehmen, kalten Regen, der einen Stadtbummel schnell unangenehm machen kann.

Eine spezielle Situation berichten die Gebiete des Wienerwaldes. Diese „grüne Lunge“ Wiens wird einem lebhafteren Westwind ausgesetzt sein. Für Touristen oder Menschen, die in den westlichen Bezirken der Metropole leben, bedeutet das, dass die gefühlte Temperatur trotz der hohen gemessenen Werte etwas niedriger sein kann. Der Wind in Kombination mit der Feuchtigkeit kann selbst durch hochwertige Kleidung dringen, weshalb eine winddichte Jacke die bessere Wahl ist als ein dicker Wollpullover.

Dienstag: Versteckspiel und abendliches Nieseln

Der zweite Tag der Woche bringt keinen grundlegenden Wandel im Charakter der Luftmasse, aber die Dynamik des Wetters ändert sich leicht. Der milde Charakter des Wetters bleibt erhalten, während die Temperaturen im Bereich von 7 bis 10 Grad bleiben. Der Dienstag bietet jedoch eine etwas vielfältigere Palette an Phänomenen.

Der Himmel wird nicht so hoffnungslos grau sein wie am Montag. Meteorologen sagen die Entstehung sogenannter „Sonnenfenster“ voraus – kurze Intervalle, in denen die Sonne es schafft, durch die Wolkendecke zu dringen. Diese Momente werden jedoch von Übergängen zu hohen Wolkenfeldern und unangenehmem Hochnebel abwechseln, der für das Donautal in dieser Jahreszeit typisch ist. Der inversive Charakter des Wetters wird mit dem Luftstrom kämpfen.

Am Abend sollten insbesondere Autofahrer und Fußgänger aufpassen. Die steigende Feuchtigkeit kann zu Nieselregen führen. Es handelt sich nicht um Regen im eigentlichen Sinne, sondern um feine Tropfen, die die Sicht verringern und auf den Straßen einen rutschigen Film bilden. Der Wind wird sich auf mäßige Werte stabilisieren und aus Südosten bis Südwesten wehen, was nur den Zustrom wärmerer Luft aus den südlichen Regionen des Kontinents unterstützt.

Mitte der Woche unter dem Einfluss von Nebel

Der Mittwoch scheint der am wenigsten fotogene Tag der Woche zu sein. Die Vorhersage deutet auf typisches „Allerseelenwetter“ hin, obwohl wir bereits tief im Advent sind. Wien und seine Umgebung werden wahrscheinlich von einer Decke aus hohem Nebel bedeckt. Es handelt sich um eine klassische Situation, in der sich die feuchte Luft am Boden hält und sich nicht verteilen kann, da der Wind nur sehr schwach sein wird.

Die Chance auf Sonnenstrahlen ist am Mittwoch minimal, sie können sich nur vereinzelt zeigen, wenn es dem Nebel gelingt, lokal aufzureißen. Die Temperaturen werden um 7 Grad liegen, was immer noch über dem Durchschnitt ist, aber ohne die Unterstützung der Sonne wird das Kälteempfinden intensiver sein. Wenn sich irgendwo die Sonne zeigt, kann die Temperatur dort kurzfristig ansteigen, aber für die meisten Gebiete gilt die Vorhersage eines grauen, statischen Tages.

Für Menschen, die unter Meteosensitivität leiden, kann gerade der Mittwoch herausfordernd sein. Die Kombination aus niedrigem Druck, Lichtmangel und hoher Feuchtigkeit führt oft zu Müdigkeit und verminderter Konzentration.

Donnerstag: Temperaturextrem und Rückkehr des Lichts

Der interessanteste Tag der Woche wird aus meteorologischer Sicht der Donnerstag sein. Eine Änderung der Strömung wird erwartet, bei der der westliche bis nordwestliche Wind zum Zuge kommt. Obwohl nordwestliche Strömungen normalerweise im Winter eine Abkühlung bringen, wird sie in diesem Fall eine andere, positive Rolle spielen – sie „lüftet“ das Tal.

Der Wind wird die stabile Schicht aus Nebel und niedrigen Wolken aufbrechen und damit die Chancen auf sonniges Wetter erheblich erhöhen. Und genau hier kommt das erwähnte Temperaturextrem ins Spiel. Dank des Sonnenlichts und der Durchmischung der Luft können die Temperaturen auf bis zu 12 Grad Celsius ansteigen.

Zwölf Grad im Dezember sind für Wien nicht völlig beispiellos, aber es ist ein Wert, der eher an den März erinnert. Für die Besucher der Weihnachtsmärkte wird dies eine paradoxe Situation bedeuten – Punsch oder Glühwein werden sie bei Wetter genießen, bei dem ein leichtes Sakko ausreichen würde. Klimatologen warnen seit langem, dass gerade solche Ausschläge und warme Episoden im Winter eines der Zeichen des sich verändernden Klimas in Mitteleuropa sind. Die Skigebiete in niedrigeren Lagen rund um Wien (zum Beispiel im Semmering-Gebiet) werden sich daher ausschließlich auf technischen Schnee verlassen müssen, wenn die Temperaturen es überhaupt zulassen.

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Quelle: https://wetter.orf.at/wien/prognose Foto: https://images.pexels.com/photos/33621355/pexels-photo-33621355.jpeg