Warnung vor Cyanobakterien in Wien: Teil des Hirschstettner Sees wegen gefährlicher Bakterien gesperrt

​Die österreichische Hauptstadt wird von einer unangenehmen Nachricht erschüttert, die keinen Liebhaber der sommerlichen Erfrischung erfreuen wird. Am beliebten Naturbadesee Badeteich Hirschstetten, der im 22. Wiener Gemeindebezirk liegt, haben die Behörden offiziell Alarm vor den sogenannten Blaualgen ausgelöst. Das Auftreten gefährlicher Cyanobakterien erforderte sofortige Maßnahmen seitens der Stadt, einschließlich der teilweisen Schließung des Geländes und eines Betretungsverbots für das Wasser in den am stärksten betroffenen Zonen. Für Tausende von Wienern, die diesen Ort zur Entspannung und Flucht vor der Sommerhitze nutzen, bedeutet dies eine erhebliche Einschränkung ihrer Sommerpläne.

​Das Problem mit Cyanobakterien ist in den Sommermonaten nicht ganz ungewöhnlich, doch die Intensität in dieser Region hat selbst Experten überrascht. Diese Mikroorganismen vermehren sich massiv, insbesondere aufgrund des anhaltend warmen Wetters, hoher Wassertemperaturen und übermäßiger Nährstoffmengen im See. Das Wasser in den betroffenen Teilen des Badeteichs Hirschstetten hat sichtbar seine Farbe verändert, es hat einen typischen grünlichen bis trüben Schimmer angenommen und an der Oberfläche hat sich ein dichter öliger Film gebildet. Die Stadt Wien hat die Situation über ihre Labore bereits seit mehreren Tagen überwacht, bis die gemessenen Werte die sichere Grenze überschritten, was ein Eingreifen der Hygiene erforderte.

​Gesundheitsrisiken für Menschen und kleine Kinder

​Für einen Erwachsenen und insbesondere für kleine Kinder stellen diese übermäßig vermehrten Bakterien ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko dar. Die Toxine, die Cyanobakterien produzieren, können bei Hautkontakt unangenehme allergische Reaktionen, juckende Ausschläge oder Bindehautentzündungen hervorrufen. Eine noch gefährlichere Situation entsteht, wenn eine Person versehentlich kontaminiertes Wasser schluckt. In diesem Fall drohen akute Verdauungsbeschwerden, starke Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und in seltenen Fällen, bei massivem Verzehr, sogar Leberschäden oder Schädigungen des Nervensystems. Die am stärksten gefährdete Gruppe sind in dieser Hinsicht gerade Kinder, die im Wasser am Ufer spielen, wo die Konzentration der Algen am höchsten ist.

​Tödliche Gefahr für Haustiere

​Die absolut größte Gefahr droht jedoch unseren vierbeinigen Lieblingen, für die bereits das bloße Schnüffeln oder Trinken aus dem See fatal sein kann. Hunde neigen dazu, Wasser aus Seen in großen Mengen zu trinken und lecken sich nach dem Baden das Fell, wodurch sie konzentrierte Mengen giftiger Substanzen in ihren Körper aufnehmen. Die Toxine wirken auf den Hundekörper äußerst schnell und aggressiv. Erste Anzeichen einer Vergiftung, zu denen übermäßiger Speichelfluss, Muskelzittern, Apathie, Atemprobleme oder Krämpfe gehören, können bereits innerhalb weniger Minuten auftreten. Tierärzte warnen, dass ohne sofortige Intervention und medizinische Hilfe bei einem Hund ein Organversagen und der Tod eintreten können.

​Reaktion des Magistrats und eingeführte Maßnahmen

​Die Stadt Wien hat auf diese kritische Situation prompt reagiert und sofort eine Welle von Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet. Mitarbeiter des Magistrats haben rund um die betroffenen Strände und Zugangswege deutlich sichtbare Warnschilder in mehreren Sprachen aufgestellt, die über das vorübergehende Badeverbot und die Gefahr informieren. Gleichzeitig wurden die Teile des Ufers, wo sich die toxische Algenblüte am meisten ansammelt, physisch gesperrt. Stadtpatrouillen kontrollieren in Zusammenarbeit mit der Wasserschutzpolizei regelmäßig das Gelände und warnen uninformierte Besucher, nicht ins Wasser zu gehen und ihre Hunde strikt an der Leine zu halten, fernab vom Wasserspiegel.

​Prognose der Entwicklung und weitere Wasseruntersuchungen

​Experten des Wiener Amts für Wasserwirtschaft (MA 45) betonen, dass sich die Situation von Tag zu Tag ändern kann, abhängig von den Wetterbedingungen. Starker Wind oder ein plötzlicher Temperaturabfall könnten helfen, die Algenblüte zu zerstreuen, jedoch versprechen die Vorhersagen für die nächste Zeit bisher keine signifikante Abkühlung. Laborproben des Wassers werden in verkürzten Intervallen entnommen, damit die Stadt einen ständigen Überblick über die Toxizität hat. Eine vollständige Wiedereröffnung des Bades für die Öffentlichkeit und Hunde wird erst möglich sein, wenn Tests wiederholt bestätigen, dass die Konzentration der Cyanobakterien auf ein Minimum gesenkt wurde.

​Sichere Alternativen zum Baden in Wien

​Während ein Teil des Badeteichs Hirschstetten geschlossen bleibt, empfiehlt der Wiener Magistrat den Bewohnern und Touristen, andere verfügbare Orte zur sommerlichen Erfrischung zu nutzen. Wien ist bekannt für seine hervorragende Qualität an Naturbadeplätzen, wobei Alternativen beispielsweise die Alte Donau, die Donauinsel oder geschützte Bereiche im Nationalpark Donau-Auen bieten, wo die Bedingungen zum Baden derzeit sicher sind. Die Bewohner werden aufgefordert, Vorsicht walten zu lassen und die Anweisungen der Stadt zu respektieren und nicht zu versuchen, die Sperren zu umgehen, da sie nicht nur ihre Gesundheit, sondern auch das Leben ihrer Hunde gefährden.

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Verwendete Quellen:

 www.wien.gv.at/umwelt/wasserbau/badegewaesser

Foto: Redaktion