U-Bahn: U6 hat eine wichtige Transformation durchlaufen, die das Leben der gesamten Nachbarschaft verändert

Der öffentliche Nahverkehr in der Wiener Metropole gilt seit langem als europäische Spitze, doch die österreichische Hauptstadt hält das Tempo der Modernisierung hoch. Die Wiener Linien schließen in diesen Tagen die grundlegende Rekonstruktion der Station Tscherttegasse an der U6 endgültig ab. Die Station, die seit etwa drei Jahrzehnten den Fahrgästen dient, hat eine umfassende Transformation durchlaufen. Sie wird nicht nur mehr Komfort beim Warten auf den Zug bieten, sondern vor allem eine barrierefreie Verbindung für die Bewohner des benachbarten Wohngebiets Kabelwerk und des angrenzenden Parks schaffen.
Das Projekt, dessen Bauphase im Frühjahr dieses Jahres voll angelaufen ist, wurde von Anfang an mit dem Ziel konzipiert, architektonische Barrieren abzubauen und die Zugangswege zu verkürzen. Obwohl die Fahrgäste die beiden Bahnsteige seit Mai ohne größere Einschränkungen nutzen konnten, wurden die Schlüsselkomponenten der Infrastruktur Anfang August in Betrieb genommen. Bis zur Monatsmitte werden die Bauarbeiter noch die abschließenden Oberflächenarbeiten durchführen, wodurch das Werk komplett wird.
Verkürzung der Wege für Tausende Menschen aus dem Wohngebiet Kabelwerk
Eine Schlüsseländerung für die täglichen Fahrgäste ist der Bau einer völlig neuen Brücke, die die beiden gegenüberliegenden Bahnsteige verbindet. Die Station erhielt auch einen neuen Aufzug am Bahnsteig in Richtung Floridsdorf, während die ursprüngliche Aufzugsanlage einer umfassenden Erneuerung unterzogen wurde.
Für den Stadtteil ist es ebenso wichtig, einen neuen direkten Zugang vom Miep-Gies-Park zum Bahnsteig in Richtung Siebenhirten zu schaffen. Bisher mussten die Bewohner der umliegenden Häuser unnötige Umwege in Kauf nehmen. Auch der Zugang von der Kirschenallee wurde überarbeitet, der nun die strengsten Normen für die Mobilität von Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit, Senioren oder Eltern mit Kinderwagen erfüllt.
„Die neue Infrastruktur bringt genau das, wonach die Bewohner des Wohnkomplexes Kabelwerk seit Jahren verlangen“, reagierte der Bürgermeister des Stadtteils Wilfried Zankl auf den Abschluss des Projekts. Seiner Meinung nach werden die Anpassungen der Station einen Anstoß für die weitere Entwicklung des Gebiets geben. Die Gemeinde plant, an die Erneuerung der Station mit der Revitalisierung des Parks Miep-Gies-Park anzuknüpfen, wobei die endgültige Gestaltung des öffentlichen Raums auf den Anregungen der Bewohner im Rahmen eines partizipativen Prozesses basieren wird.
Neben den neuen Zugängen wurden auch die Wartebereiche selbst investiert. Der Bahnsteig in Richtung Floridsdorf wurde erheblich erweitert, was das Risiko von Gedränge in den Morgen- und Abendspitzen verringert. Auch das Dach wurde verlängert, das nun die Bahnsteige über ihre gesamte Länge abdeckt und die Fahrgäste vor widrigen Wetterbedingungen schützt.
Lange aufgeschobener Plan aus den neunziger Jahren
Interessanterweise ist die Idee, die Station Tscherttegasse durch eine Brücke zu verbinden und zusätzliche Zugänge zu schaffen, nicht neu. Sie ist bereits in den städtebaulichen Plänen von 1995 zu erkennen, als die U6 in Richtung des südlichen Stadtteils Siebenhirten verlängert wurde und auch die Entstehung des neuen Wohngebiets Kabelwerk im Raum stand.
Die Umsetzung kam jedoch erst jetzt zustande. Eine Voraussetzung für den Beginn der Arbeiten an der Tscherttegasse war nämlich der erfolgreiche Abschluss umfangreicher Sanierungen der tragenden Konstruktionen der Gleise und Brückenobjekte im Abschnitt zwischen den Stationen Schöpfwerk und Alterlaa. Erst nach der Stabilisierung der Hauptstrecke konnte das Verkehrsunternehmen mit punktuellen Modernisierungen der einzelnen Haltestellen beginnen.
„Ständige Investitionen in den öffentlichen Verkehr sind nicht nur für den Betrieb wichtig, sondern vor allem für die Steigerung der Lebensqualität in der Stadt. Barrierefreie Lösungen und komfortablere Einrichtungen motivieren immer mehr Menschen, beim Reisen durch die Stadt das Auto zu Hause zu lassen“, erklärte die Wiener Stadträtin für Verkehr Ulli Sima.
Linie U6: Lebensader der Stadt mit hoher Frequenz
Wie die anderen Linien der Wiener U-Bahn gehört auch die sogenannte „braune Linie“ U6 zu den stark frequentierten Rückgratsystemen der städtischen Mobilität. Mit einer Gesamtlänge von 17,4 Kilometern und 24 Stationen ist sie die zweitlängste Strecke im Netz. In der Hauptverkehrszeit verkehren die einzelnen Züge in engen Intervallen von zwei bis vier Minuten, und die gesamte Flotte auf dieser Linie ist klimatisiert.
Das Wiener Verkehrsunternehmen setzt seit langem auf die hundertprozentige Zugänglichkeit des gesamten Systems. Vertreter der Wiener Linien erinnern daran, dass im Rahmen des Netzes von 110 U-Bahn-Stationen bis zu 294 Aufzüge in Betrieb sind. Diese Einrichtungen führen jährlich so viele Bewegungen durch, dass ihre insgesamt zurückgelegte Strecke über zweitausend Kilometer beträgt – was der Entfernung von Wien nach Kairo in Ägypten entspricht.
Die Modernisierungen der Aufzugsschächte bringen zudem auch smarte Elemente für Menschen mit Behinderungen. Neue Kabinen verfügen über akustische Ansagen für sehbehinderte Menschen und visuelle Informationsdisplays für gehörlose Personen. Dass es sich um systematische Arbeit handelt, bestätigt auch die Auszeichnung Access City Award, die die Europäische Union Wien im Jahr 2024 für das außergewöhnliche Niveau der Barrierefreiheit im öffentlichen Verkehr und in der städtischen Infrastruktur verliehen hat.
Die schrittlichen Anpassungen an der U6 sind somit kein einmaliger Ausreißer, sondern Teil einer langfristigen Strategie der Stadt, die bis 2030 den Anteil des öffentlichen Nahverkehrs an der gesamten Mobilität auf Rekordwerte halten möchte.
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Verwendete Quellen:
Stadt Wien
Illustrationsfoto: By Falk2 – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=143166141
Autor: Boris Zima
Mail: boris.zima@viedencan.at












