Möglichkeiten für Studierende in Wien: Wie man eine Gemeindewohnung erhält und teure Mietpreise vergisst

Für slowakische Studierende in Wien ist die Suche nach einer würdigen und bezahlbaren Unterkunft jedes Jahr eine nervenaufreibende und finanzielle Herausforderung. Die österreichische Hauptstadt, bekannt für ihr ausgeklügeltes System des sozialen Wohnungsbaus, startet nun eine außergewöhnliche Initiative, die auch ihnen Türen zur Stabilität öffnet. Es stehen Hunderte von Gemeindewohnungen auf unbestimmte Zeit zur Verfügung. Auch Slowaken haben eine Chance, doch entscheidend sind Zeit und die Erfüllung einer Schlüsselbedingung.
Wien hält seit langem den Ruf eines der besten Lebensorte der Welt. Für Studierende, die einen pulsierenden Teil ihrer DNA ausmachen, endet diese Idylle jedoch oft beim Blick auf Immobilienportale. Eine Einzelzimmer in einer Wohngemeinschaft (WG) für weniger als 450 oder 500 Euro zu finden, ist nahezu unmöglich. Kurzzeitverträge, hohe Kautionen und ständige Unsicherheit sind die Realität, die viele dazu zwingt, täglich aus dem Umland zu pendeln oder in den Randgebieten der Stadt zu leben.
Auf diese Wohnkrise unter jungen Menschen reagierte nun das Wiener Rathaus. Seit Mai läuft ein spezielles Programm, im Rahmen dessen insgesamt tausend Gemeindewohnungen ausschließlich für Studierende bereitgestellt werden. Für die slowakische Gemeinschaft, die zu den größten ausländischen Studierendengruppen in der Stadt gehört, ist dies eine Nachricht von grundlegender Bedeutung. Das System der Wiener Gemeindewohnungen (Gemeindebauten), das für viele Ausländer lange als unerreichbar galt, wird durch diese Aktion zu einer realen Alternative zum überteuerten privaten Sektor.
Sicherheit und eigener Raum zum Preis eines Zimmers
Die Parameter des Angebots sind für das Studierendenbudget mehr als verlockend. Es handelt sich um Einzimmer- und Zweizimmerwohnungen mit praktischen Flächen von 35 bis 45 Quadratmetern. Entscheidend ist jedoch die Berechnung der Miete. Die Stadt hat diese nicht nach Marktpreisen festgelegt, sondern auf Basis des sogenannten Richtwerts, der 6,67 Euro pro Quadratmeter beträgt.
Durch einfache Berechnung gelangen wir zu einem Betrag, der auf dem Wiener Immobilienmarkt nahezu beispiellos ist. Die komplette Miete für eine eigene Wohnung kann bei etwa 300 Euro pro Monat (ohne Betriebskosten) liegen. Das ist der Betrag, den Studierende heute häufig für ein einziges, oft kleines Zimmer in einer Wohngemeinschaft mit anderen Mietern zahlen.
Ein noch entscheidenderer Vorteil ist jedoch die Stabilität. Im Gegensatz zu privaten Vermietern, die oft nur Jahresverträge mit unsicherer Verlängerung anbieten, stellt die Stadt Wien unbefristete Mietverträge zur Verfügung. Für einen jungen Menschen, der plant, sein ganzes Studium in der Stadt zu verbringen und möglicherweise auch seine berufliche Laufbahn zu beginnen, bedeutet dies die Beseitigung einer der größten Stressquellen.
„Wir wollen, dass sich junge Menschen auf ihre Ausbildung und Zukunft konzentrieren können, nicht auf existenzielle Sorgen um das Wohnen“, äußerte sich die Wohnbaustadträtin Kathrin Gaál zu der Initiative. Ihrer Meinung nach ist diese Investition in die Stabilität der Studierenden gleichzeitig eine Investition in die Zukunft Wiens als moderne und gebildete Metropole.
Wer hat Anspruch und welche Regeln gelten?
Das Interesse an dem Programm hat die Erwartungen übertroffen. Seit dem Start im Mai haben bereits etwa 700 Studierende ihr neues Zuhause gefunden oder sind dabei, es auszuwählen. Die gute Nachricht ist, dass noch mehrere Hundert Wohnungen frei bleiben. Die Frist für die Antragstellung ist jedoch bis Ende September 2025 begrenzt.
Wer kann sich also um diese einzigartige Gelegenheit bewerben? Die Bedingungen sind transparent und gelten gleichermaßen für Österreicher und Bürger der Europäischen Union.
Schlüssel Kriterien für Antragsteller:
- Alter und Status: Sie müssen mindestens 18 Jahre alt sein und ordentlicher Studierender an einer der Wiener Universitäten oder Fachhochschulen sein.
- Aufenthalt: Dies ist die wichtigste und für viele auch einschränkende Bedingung. Der Antragsteller muss seinen ununterbrochenen Hauptwohnsitz (Hauptwohnsitz) in Wien seit mindestens zwei Jahren gemeldet haben. Das Programm richtet sich also an Studierende, die bereits in der Stadt leben und hier ein Zuhause aufgebaut haben, nicht an diejenigen, die erst nach Wien ziehen möchten.
- Einkommensgrenze: Ihr jährliches Nettoeinkommen darf die festgelegte Grenze nicht überschreiten. Für eine Person liegt diese derzeit bei 57.600 Euro jährlich, was die überwiegende Mehrheit der Studierenden problemlos erfüllt.
- Staatsbürgerschaft: Neben österreichischen Staatsbürgern haben auch Bürger der EU, des Europäischen Wirtschaftsraums, der Schweiz und andere gleichgestellte Personen Anspruch. Slowaken gehören also zur berechtigten Gruppe.
Eine große Erleichterung für Antragsteller ist, dass sie im Rahmen dieser speziellen Aktion keinen „dringenden Wohnbedarf“ nachweisen müssen, was sonst eine der schwierigsten Bedingungen bei der Antragstellung für eine Gemeindewohnung ist.
Antrag einfach online stellen
Der Antragsprozess ist an die digitale Zeit angepasst und maximal vereinfacht. Interessierte müssen nicht in Warteschlangen bei Ämtern stehen. Der erste Schritt ist der Besuch der offiziellen Webseite der städtischen Wohnberatung – www.wohnberatung-wien.at.
Auf der Seite muss ein Online-Kontaktformular ausgefüllt werden. Dabei ist es entscheidend, im entsprechenden Feld das Passwort „Sonderaktion 2025“ auszuwählen oder anzugeben. Auf Grundlage dieses Formulars werden die Mitarbeiter des Amtes den Antragsteller kontaktieren und ihm alle weiteren Informationen und Anweisungen zu den benötigten Dokumenten geben.
Für die slowakische Studierendengemeinschaft in Wien stellt diese Initiative mehr als nur eine finanzielle Entlastung dar. Es ist eine Gelegenheit, sich aus der Unsicherheit des privaten Marktes zu befreien und eine stabile und würdige Basis zu erhalten, die für ein erfolgreiches Studium unerlässlich ist. Wenn Sie die Bedingungen erfüllen, zögern Sie nicht. Die Zeit drängt, und dieses Angebot ist ein klares Signal, dass Wien seine Studierenden schätzt und bereit ist, reale Bedingungen für ein besseres Leben zu schaffen.
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Quelle: Stadt Wien / Wiener Wohnen Foto: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/7f/Arkadenhof_der_Universit%C3%A4t_Wien-1201-Bearbeitet.jpg – Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0












