Endloses Gebell, Schmutz und eine Strafe von zweitausend Euro: Wo liegen die Grenzen der Nachbartoleranz in Wien?

Die unglückliche Leserin Nada hat uns kontaktiert, ob wir ihr helfen können. Seit über einem Jahr ist sie dem Lärm und dem Gebell eines kleinen Hundes, einer unbekannten Mischrasse, ausgesetzt. Der kleine vierbeinige Nachbarfreund ist im Haus, in dem Nada lebt, zu einem echten Problem für mehrere Nachbarn geworden, insbesondere bei der Ordnung und Hygiene an heißen Sommertagen. Nada hat bereits Angst, ihre Wohnung zu verlassen, da sie Opfer eines unangenehmen Streits mit der Nachbarin werden könnte, die sie im Grunde genommen nicht einmal versteht. Die Nachbarin, deren Gesundheitszustand sich in letzter Zeit verschlechtert hat, kann nicht mehr gut gehen und den Hund ausführen. Sie lässt ihn auf den gemeinsamen Hof, wo nur Mülltonnen stehen. Die Tür zum Hof ist nicht immer offen, und der Hund hat keinen Platz, um sein Geschäft zu verrichten. Überall im Haus hinterlässt er seine Spuren. Nada wandte sich an den Hausverwalter, und der Hundebesitzerin wurde eine Strafe auferlegt, die fast zweitausend Euro betrug. Was sind Ihre Erfahrungen mit den vierbeinigen Freunden Ihrer Nachbarn in Wien?
Auf den ersten Blick könnte man denken, dass unsere Leserin Nada unnötige Probleme macht. Bilden Sie sich Ihre eigene Meinung über ihr Problem. Nada wohnt in einem älteren Gebäude, das über hundertfünfzig Jahre alt ist. Die Lage ist sehr gut, im erweiterten Stadtzentrum von Wien, gleich in der Nähe einer Bushaltestelle. Nachbarn aus aller Welt, das Haus ist ruhig und gepflegt. Die Nachbarn kennen sich hauptsächlich wegen der Pakete, die die Kuriere in einige Wohnungen bringen. Sie wissen genau, wo die Leute zu Hause sind. Nada hat eine kleine und gemütliche Wohnung gemietet, die ihr genügend Platz für sich bietet. Ihr Mann arbeitet als Lkw-Fahrer und kommt unregelmäßig in die Wohnung.
Grenzen der Nachbartoleranz und der Kampf um die häusliche Ruhe
Die Nachbarn haben sich einen kleinen weißen Hundewelpen gekauft, so einen zum „in die Hand nehmen“. Regelmäßig war sein Gebell hinter der Wand zu hören. Nada sagt, das ging noch. Sie und ihr Mann haben die Zimmer getauscht und schliefen in einem Raum, der weiter von der gemeinsamen Wand mit den Nachbarn entfernt war. Die direkte Nachbarin, die sehr schlecht Deutsch spricht, hat mit dem Kauf des Hundes den Eindruck gewonnen, dass das ganze Haus ihr und ihrem Hund gehört. Im Haus wohnt eine weitere Nachbarin mit einem Hund, den sie immer an der Leine führt, und der fast nie bellt. Der kleine Nachbar bellt umso mehr, und die Nachbarin kann nicht mehr, und ihre Familienmitglieder wollen und gehen nicht rechtzeitig mit ihm spazieren. Sie öffnen die Tür, und der Hund soll selbst auf den Hof gelangen, selbst wenn die Tür geschlossen ist. Der Hund versteht natürlich die „Wünsche“ seiner Besitzer nicht und hinterlässt überall im Haus seine Spuren. Bei der Hitze sind alle Fenster geöffnet, und das Hundebellen ist tagsüber und nachts zu hören. Nada war bisher tolerant gegenüber dem Hund. Erst jetzt haben sie und ihr Mann festgestellt, dass der Hund ständig bellt und Schmutz macht, den die Besitzer nicht aufräumen. Eine Kommunikation mit ihnen ist nicht möglich, und so wandte sich die unglückliche Nada an den Hausverwalter. Dieser nahm sich des Problems gerne an, die „Hundefamilie“ erhielt eine Geldstrafe, und es ist klar, dass der Hund in der Nachbarschaft nicht dauerhaft bleiben kann. Die Hundebesitzerin reagierte auf die Kritik mit Schimpfwörtern in ihrer Muttersprache, die Nada nicht versteht, und droht ihr manchmal mit erhobener Hand, wenn sie sich auf der Treppe begegnen.
Der Wiener Gemeindebau und die Hausordnung der Verwaltung „Wiener Wohnen“ regeln genau die Regeln des Zusammenlebens, einschließlich der Hundehaltung. Hier ist eine Übersicht darüber, was erlaubt ist und wo die rechtlichen Grenzen liegen:
Was grundsätzlich erlaubt ist:
Die Haltung von gewöhnlichen Haustieren, zu denen auch Hunde gehören, ist in Gemeindewohnungen erlaubt. Ein generelles Verbot im Mietvertrag ist rechtlich nicht zulässig. Auch kurzes Bellen, zum Beispiel wenn jemand an der Tür vorbeigeht oder wenn der Besitzer nach Hause kommt, wird als normaler Lärm betrachtet, der mit dem Wohnen verbunden ist, und die Nachbarn müssen ihn tolerieren.
Was nicht erlaubt ist:
Hunde müssen so gehalten werden, dass andere Bewohner nicht unangemessen durch Lärm, Bellen oder Heulen belästigt werden. Unzulässig ist insbesondere anhaltendes, stundenlanges Bellen (zum Beispiel wenn das Tier allein in der Wohnung bleibt) sowie jeglicher Lärm während der gesetzlich festgelegten Nachtruhe, die täglich von 22:00 bis 06:00 Uhr gilt. Darüber hinaus müssen Hunde in den Gemeinschaftsräumen des Wohnhauses immer an der Leine geführt werden, und für sogenannte „Listenhunde“ (Kampfhunde) gilt zusätzlich eine strenge Maulkorbpflicht.
Mögliche Folgen bei dauerhaftem Lärm:
Wenn sich Nachbarn zu Recht über ständigen Hundelärm beschweren, wird die Verwaltung Wiener Wohnen den Besitzer auffordern, Abhilfe zu schaffen. Wenn dies nicht geschieht, kann die Immobilienverwaltung in dem konkreten Fall die Tierhaltung untersagen. In extremen Fällen, wenn ständiges Bellen das Zusammenleben langfristig stört, wird dies nach österreichischem Mietrecht als unzumutbares Verhalten angesehen. Dies kann im schlimmsten Fall für den Mieter zur Kündigung der Wohnung führen.
Wie man bei Problemen vorgeht:
Der erste Schritt sollte immer ein direktes, freundliches Gespräch mit den Hundebesitzern sein, da viele oft nicht einmal wissen, dass ihr Tier während ihrer Abwesenheit bellt. Wenn das nicht hilft, kann die Vermittlungsstelle „wohnpartner“ kontaktiert werden, die bei Nachbarschaftsstreitigkeiten hilft. Für rechtliche Schritte oder eine offizielle Beschwerde bei Wiener Wohnen wird empfohlen, ein detailliertes Protokoll über den Lärm zu führen, in dem Datum, Uhrzeit und Dauer des Bellens festgehalten werden. Bei akutem, extremem Lärm während der Nachtruhe kann auch die Polizei gerufen werden.
Wo liegen Ihrer Meinung nach die Grenzen der Zumutbarkeit im nachbarschaftlichen Leben mit Hunden? Müssen wir alles tolerieren, auch auf Kosten der Ruhe in Ihrer Wohnung? Ist es zumutbar, wenn ein Hund von morgens um vier bis Mitternacht bellt? Wie sollten die Grenzen gesetzt werden, damit sich niemand unwohl oder gar bedroht fühlt? Sicherlich wünscht sich jeder von uns gute nachbarschaftliche Beziehungen und häusliche Ruhe. Wie kann man diese im Falle eines „Störers“ wiedererlangen?
Teilen Sie uns Ihre Erfahrungen mit. Ihre Jana
🚀 Všetky rozhovory na jednom mieste!
Máte tip pre Viedenčana? Pošlite nám ho!
Naším cieľom je prinášať vám relevantné a užitočné informácie zo života v Rakúsku. Zameriavame sa predovšetkým na Slovákov vo Viedni a celkovo na Slovákov v Rakúsku, ktorí si zvolili túto krajinu za svoj domov. Ak máte námet na článok, dôležitú informáciu, príbeh z praxe, alebo sa chcete podeliť o svoje skúsenosti s prácou či životom v Rakúsku, neváhajte sa s nami spojiť! Vaše tipy sú pre nás cenné a pomáhajú nám tvoriť obsah, ktorý skutočne zaujíma a pomáha našim čitateľom.
Napíšte nám na redakcia@viedencan.at alebo použite WhatsApp na čísle +43 660 6098140. Tešíme sa na vaše správy!
Páčil sa Vám článok?
Tvorba a aktualizácia obsahu na Viedenčanovi si vyžaduje veľa hodín rešeršovania a písania. Podporte našu prácu pri tvorbe obsahu pre Slovákov v Rakúsku kúpou predplatného. Každá podpora nás motivuje pokračovať ďalej. Ďakujeme! ❤️ S pozdravom Boris, Eva a Janka – Viedencan.at
Tri flexibilné cesty k podpore
Pre našich verných čitateľov sme pripravili Viedenčan+ – prémiovú službu pre čítanie bez kompromisov.
Rok bez reklám (9,99 €):
Nerušené čítanie: Obsah bez komerčných plôch a sponzorovaných odkazov. Sústreďte sa len na to podstatné.
Mesačné predplatné (3,99 €):
Štandardná mesačná platba ponúka plný prístup ku všetkým výhodám. Tento balík neobsahuje žiadnu viazanosť a predplatiteľ ho môže kedykoľvek jednoducho zrušiť v nastaveniach svojho účtu.
Ročné predplatné (29,90 €):
Kupón OKTOBER: Zľava až 50 % na ročné predplatné!
✅ Čítanie bez reklám: Už žiadne bannery ani vyskakovacie okná. Sústreďte sa len na obsah.
🔒 Neobmedzený prístup: Odomknite všetky uzamknuté prémiové a archívne články.
📰 Exkluzívny obsah: Čítajte vybraný nový obsah skôr, ako bude prístupný pre verejnosť.
❤️ Priama podpora: Pomôžte nám budovať silnú a nezávislú redakciu.
Viac o predplatnom nájdete tu: https://viedencan.at/plus/, alebo tu: Viedenčan+: Nová možnosť, ako nás podporiť
Verwendete Quellen:
Wiener Wohnen
Illustrationsfoto: https://www.pexels.com/de-de/foto/freundlicher-schwarz-weisser-hund-im-innenbereich-lachelnd-33229624/












