Sommerliche Einschränkungen der Linie 71: Simmering erwartet Änderungen, Ersatzverkehr und Unzufriedenheit der Anwohner

Der kommende Sommer 2025 bringt für die Bewohner des Wiener Simmerings erhebliche Veränderungen im Verkehr. Vom 28. Juni bis 31. August wird die Straßenbahnlinie 71 umfangreiche Anpassungen erfahren, die Teil des Projekts zur Modernisierung der Gleise „Netz erst recht“ sind. Bereiten Sie sich auf eine verkürzte Strecke und neue logistische Herausforderungen vor.
Straßenbahn 71 nur bis Enkplatz, einige Haltestellen bleiben „ohne Ersatz“
Während der Sommermonate wird die Linie 71 nur auf einer verkürzten Strecke zwischen den Stationen Kaiserebersdorf und Enkplatz verkehren. Für den Abschnitt von Karlsplatz bis St. Marx wird eine Ersatzbuslinie 71E zur Verfügung stehen. Diese Änderung bringt jedoch auch unangenehme Überraschungen mit sich: Vier Haltestellen – Litfaßstraße, Molitorgasse, Zippererstraße und Hauffgasse – bleiben völlig ohne Ersatz.
Obwohl für die Haltestelle Zippererstraße eine Alternative in Form eines Umstiegs auf die Linie U3 zur Verfügung steht, ist die Situation für Molitorgasse und Litfaßstraße komplizierter. Hier fehlen direkte Ersatzverbindungen in der näheren Umgebung.
Kritik verstummt nicht: Lange Wege und „kein Schatten für Senioren“
Andreas Fritsch, Stadtverordneter der Grünen, kritisiert offen diese Abwesenheit von Ersatzverkehr. Er weist darauf hin, dass insbesondere ältere oder behinderte Bürger mit langen Fußwegen zu weiter entfernten Haltestellen rechnen müssen. Als Beispiel nennt er den Weg von der Litfaßstraße, wo die Fahrgäste etwa 550 Meter zu Fuß zur Haltestelle Grasbergergasse (Linie 71E) oder 450 Meter zur Haltestelle für die Linie 80A zurücklegen müssen. Fritsch betont zudem, dass die betroffenen Abschnitte der Simmeringer Hauptstraße in den heißen Sommermonaten nicht ausreichend Schatten oder Sitzgelegenheiten bieten, was die Situation für alle, die diese Abschnitte zu Fuß überwinden müssen, erschwert.
Wiener Linien raten zur frühzeitigen Planung, die Grünen fordern eine Lösung
Als Reaktion auf die Unzufriedenheit planen die Grünen in Simmering, am 25. Juni im Bezirksparlament einen Vorschlag zur Sicherstellung eines Ersatzbusses auch für die Haltestellen vorzulegen, die ohne Bedienung geblieben sind.
Wiener Linien verteidigen sich mit dem Argument, dass die Umleitungen so gestaltet sind, dass „trotz der Einschränkungen der größtmögliche Nutzen für unsere Fahrgäste erhalten bleibt“. Sie verweisen auf verdichtete Intervalle, Möglichkeiten des Shared Mobility und neue Umsteigepunkte, die das öffentliche Verkehrsnetz so dicht wie möglich halten sollen. Für die Fahrgäste gilt ein klarer Rat: Nutzen Sie die WienMobil-App oder die Website der Wiener Linien zur individuellen Routenplanung und nehmen Sie sich ausreichend Zeit für Ihre Wege.
Es wird interessant sein zu beobachten, ob der Druck der Öffentlichkeit und der politischen Vertreter zu einer Neubewertung der aktuellen Pläne und zur Sicherstellung eines komfortableren Verkehrs für alle Bewohner Simmerings während der Sommermonate führen wird.












