Caritas schlägt Alarm: Einsamkeit betrifft jeden vierten und schädigt die Gesundheit

Laut einer umfassenden Studie der Caritas Wien lebt jeder vierte Mensch in Österreich einsam und sehnt sich gleichzeitig nach sozialen Kontakten. Obwohl die Coronavirus-Pandemie nachgelassen hat, setzt die „Einsamkeitspandemie“ still und heimlich fort. Caritas schlägt daher Alarm und präsentiert ein nationales Aktionsprogramm, das diese Situation auf staatlicher Ebene sowie im Rahmen konkreter Hilfsprojekte angehen soll.
Laut Berichten von wien.ORF.at betrifft Einsamkeit alle Gruppen der österreichischen Gesellschaft. Am Freitag, den 16. Januar, fand eine Pressekonferenz der Caritas Wien statt, auf der Präsident Klaus Schwertner die Ergebnisse der Studie zur Einsamkeit präsentierte. Laut Schwertner hat sich der Anteil der Menschen, die aufgrund der Inflation ihre sozialen Kontakte eingeschränkt haben, zwischen 2023 und 2025 verdoppelt. Das Coronavirus ist in Vergessenheit geraten, doch die Einsamkeitspandemie setzt sich still fort.
Nach Angaben des Foresight Institute, das die Studie durchgeführt hat, wurden 1.006 Erwachsene aus ganz Österreich befragt. Bis zu 61 Prozent der Befragten gaben an, dass sie Einsamkeit als gesellschaftliches Tabu empfinden. Den Meinungen der Befragten zufolge wird diesem Thema in der Gesellschaft und in den Medien nicht ausreichend Aufmerksamkeit geschenkt. Die Reintegration einsamer Menschen in die Gesellschaft ist dabei nicht die Aufgabe der sozialen Medien. Die Gesellschaft muss Bedingungen und Räume für Begegnungen, Kommunikation und den Aufbau menschlicher Beziehungen schaffen, betonte Caritas-Präsident Klaus Schwertner.
Einsamkeit als Bedrohung für die Gesundheit und gesellschaftliches Tabu
Thomas Wochele-Thoma, Psychiater und medizinischer Direktor der Caritas, wies in seiner kurzen Ansprache auf der Pressekonferenz auf die physischen Folgen von Einsamkeit hin. Seiner Meinung nach erhöht Einsamkeit das Risiko für chronischen Stress, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Depressionen und Demenz, was bis zum vorzeitigen Tod führen kann. Wissenschaftliche Forschungen haben längst bewiesen, dass Einsamkeit einen schlechteren Einfluss auf die Gesundheit hat als Rauchen oder Alkohol. Einsamkeit ist oft mit Armut verbunden – Menschen am Rande der Gesellschaft haben viel zu oft nur minimale soziale Kontakte.
Aufruf an die Regierung und konkrete Hilfsmöglichkeiten
Caritas fordert die österreichische Regierung auf, einen nationalen Aktionsplan gegen Einsamkeit zu erstellen und einen staatlichen Regierungsbeauftragten zu ernennen. Laut Schwertner benötigt Österreich sofort einen „Politischen Pakt gegen Einsamkeit“. Es ist notwendig, Politiker, Gemeinden, Länder und Bezirke, religiöse Gemeinschaften, Vereine und die breite Öffentlichkeit zusammenzubringen. Die Regierung sollte finanzielle Mittel zur Unterstützung von Initiativen und ehrenamtlicher Arbeit bereitstellen und einen Fonds für Digitalisierung und Innovation zur Umsetzung konkreter Projekte im Kampf gegen Einsamkeit einrichten.
Die Lösung liegt jedoch nicht nur in den Händen der Politiker, sondern in uns allen. Kleine Gemeinschaftsinitiativen, wie Nachbarschaftscafés, Gemeinschaftsgärten oder regelmäßige Treffen in lokalen Zentren, wirken als wirksame Prävention gegen Isolation. Räume zu schaffen, in denen sich Menschen nützlich und gehört fühlen können, ist ein entscheidender Schritt, um das Stigma, das ungerechtfertigt mit Einsamkeit verbunden ist, aus der Gesellschaft zu entfernen.
Caritas stellte gleichzeitig seine konkreten Projekte in diesem Bereich vor:
Chat-Netzwerk: Finden Sie auf der Website von Caritas. Es bietet anonymes soziales Beratung, auch bei Bedarf an Unterkünften für obdachlose Menschen.
Plaudernetz: Telefon-Hotline gegen Einsamkeit, täglich von 10:00 bis 22:00 unter der Nummer 05 1776 100.
WhatsApp-Beratung: In Oberösterreich gibt es unter der Nummer 0676 78 96 082 die Möglichkeit zu Gesprächen und Beratungen für Angehörige, die zu Hause für ihre Familienmitglieder sorgen.
Ich würde mich sehr freuen, wenn wir ein wenig aufmerksamer gegenüber unserer Umgebung werden. Lassen Sie uns versuchen, neben einem Gruß auch mit den Nachbarn zu sprechen oder einfach die ältere Dame aus der Nachbarschaft zu fragen, wie es ihr geht und ob sie etwas braucht. Durch Kommunikation werden gute Beziehungen gefestigt, und Sie wissen nicht, welche Freude Sie denjenigen bereiten, die einsam in Ihrer Nähe leben. Versuchen Sie, öfter zum Telefon zu greifen und Freunde, Familie oder Bekannte zu kontaktieren. Vielleicht durchleben sie gerade eine schwere Zeit, und Ihre Unterstützung wird für sie unbezahlbar sein.
Schönen Sonntag, Ihre Jana
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